Kommentar

12.06.2003
Bye, bye - Saison 2002/2003!
Das war sie nun, die schauderhafte Saison 2002/2003. 34 Spiele liegen hinter uns und nur an die wenigsten werden wir uns gern erinnern. Über den Rest hüllen wir den Mantel des Schweigens bzw. der Nächstenliebe. Zu offensichtlich waren die Defizite in der Mannschaft, zu offensichtlich waren die Motivationsprobleme und zu offensichtlich war auch das Fehlen von Prymulla und Fröhlich, die sich wohl jeder CFC-Fan sehnlichst zurückwünscht. Aber gut, der Klassenerhalt steht und jetzt heißt es Mund abputzen und nach vorne gucken. Von der alten Mannschaft wird nur noch ein Bruchteil übrig bleiben und es sieht ganz danach aus, als ob der Chemnitzer Fußballclub nächste Saison mit einer jungen und hoffnungsvollen Mannschaft ins Rennen gehen wird, die das Fundament für die Zukunft bilden soll, auf dem Stück für Stück aufgebaut wird. Und das der Chemnitzer FC in seiner Geschichte schon bewiesen hat, dass er aus der Not eine Tugend machen kann, hat die Zeit nach Abstieg im Jahr 1996 gezeigt, als in der Saison der Sanierung der Grundstein für den gewaltigen Wiederaufstieg gelegt wurde, der uns heute noch wohlige Schauer über den Rücken jagt. Dort sind wir nun wieder angelangt und nun gilt es genauso konzentriert und selbstlos ranzuklotzen wie damals. Wir Fans jedenfalls tun unser Bestes.

Erfreulich dagegen der Aufstieg unserer zweiten Mannschaft, die in höchstem Maße Moral bewiesen und mit ihren Mitteln gegen die geplante Auflösung aus finanziellen Gründen gekämpft hat und es dürfte die Wut im Nacken eines jeden Spielers gewesen sein, die vielleicht letztendlich ausschlaggebend für den knappen, aber nicht unverdienten Erfolg war. Es läuft einem heute noch kalt den Rücken runter, wenn man bedenkt, dass der CFC seine Kinder verhungern lassen wollte, während jeder miese Dorfclub über eine zweite Mannschaft verfügt. Angesichts der erfolgreichen Nachwuchsarbeit in den letzten Jahren, die Namen wie Ballack, Hertsch und Kluge hervorgebracht hat, ist dieser Gedanke eine Farce und eigentlich unverantwortlich! Unsere gerettete Zweite muss nächste Saison in der Landesliga bestehen und auch dort darf sie sich der Unterstützung der Fans sicher sein, die den vormals stiefmütterlich behandelten Nachwuchs seit dem Aufstieg in die Landesliga nun endgültig in ihr Herz geschlossen haben und die sich auf die Kicks gegen die Reserve-Teams von Aue und Dynamo freuen.

Die absoluten Gewinner der abgelaufenen Spielzeit waren die Fans des Chemnitzer FC - das ist unumstrittene Tatsache. Mit dieser krassen und vor allem kuriosen Mischung aus absolutem Fanatismus und tiefschwarzem Humor sollte uns für die Zukunft nicht bange sein. Diese vollkommen autonome und eigenständige Fanszene braucht sich nirgendwo anbiedern, sondern gestaltet ihr Leben selbst und völlig eigenständig. Hier kennt mittlerweile jeder jeden und dort, wo früher Stress und Uneinigkeit dominierten, steht heute ein über alle Maßen verschworener Haufen aus jungen Leuten und alten Kriegern, die eigentlich unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber doch unter dem Logo des CFC zusammenrotten. Dieses wuchtige Faustpfand gilt es gegen alle Anfeindungen von draußen zu verteidigen und zu erhalten, denn diese Fans, diese Bekloppten, diese überaus liebenswerten Gestalten sind der Herzschlag, der Puls des Chemnitzer Fußballclubs.

Ich wünsche allen Fans, der Mannschaft und allen Verantwortlichen des CFC eine erholsame Sommerpause und alles Gute für die kommende Spielzeit.

Man sieht sich im Stadion!

Euer Norman Schirmer (Mex)

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