Kommentar

20.10.1997
CFC 2000
Es tut sich was in Charly-Marx-City. Vertragsverlängerungen mit wichtigen Spielern bis ins nächste Jahrtausend hinein, ein neuer Hauptsponsor mit dem die Kicker jetzt richtig (Erd-)Gas geben können, ein neuer Stadionsprecher, welcher für echte Stimmung sorgt, die Reparatur der Lautsprecheranlage auf der Fischerwiese ... Nach einem Jahr Stillstand in der Regionalliga fährt das CFC-Schiff, dank einer neuen engagierten Besatzung, mit vollen Segeln in Richtung Zweitligagewässer. Daß es bis dahin aber noch weit und klippenreich ist, ist den Verantwortlichen, im Gegensatz zu früheren Zeiten, sehr wohl bewußt. So wurde als sportliches Ziel für diese Saison ein Platz im oberen Tabellendrittel ausgegeben, während man dann in der nächsten Saison richtig angreifen will. Daß die Trauben für die Himmelblauen in dieser Saison noch zu hoch hängen, liegt in erster Linie an der katastrophalen Personalsituation beim Club. Trainer Franke ist mit seinem Mini-Kader wahrlich nicht zu beneiden. Doch die Verantwortlichen beim Club klagen nicht, sie handeln. Woche für Woche geben sich die Testspieler die Klinke in die Hand. Geschafft hat's noch keiner, Christoph Franke von seinen Qualitäten zu überzeugen. "Klasse statt Masse" ist das Motto des CFC-Trainers, dem man sicherlich nur zustimmen kann.

Kommen wir zu den sportlichen Leistungen der Himmelblauen. Da gab es Licht und Schatten, wechselten sich Gurkenspiele wie im Sachsenpokal in Borna mit Highlights, wie dem 3:1 Heimsieg gegen den selbsternannten Aufstiegsanwärter Sachsen Leipzig, ab. Auffällig ist, daß man es auswärts einfach nicht schafft, die spielerische Überlegenheit auch im Resultat auszudrücken (drei 0:1-Niederlagen). Dagegen bleibt die Fischerwiese, abgesehen vom TeBe-Sieg mit Schiriunterstützung, eine uneinnehmbare Festung, gab es u.a. für Aue und Leipzig Niederlagen und erreichte Dresden ein glückliches 1:1.

Positiv bleibt noch zu vermerken, daß der neben Jano Hennig einzige Neuzugang Jörg Schmidt ein absoluter Volltreffer war. Der Heißsporn hat sich mit starken Leistungen und großer Leidenschaft schnell in die Herzen der Chemnitzer Zuschauer gespielt. Nicht umsonst war er für unsere Leser der Spieler des Monats September. Auch Steffen Süssner hat einen rasanten Aufstieg hinter sich. Am Anfang der Saison noch Nummer 3 hinter "Flocke" Weißflog und Ralf Kircheis, schenkte Christoph Franke ihm nach dem Ausfall von Weißflog das Vertrauen. Eine gute Entscheidung, hielt Süssner doch, von einigen Unsicherheiten mal abgesehen, die einem so jungen Torhüter passieren können, großartig. Noch ein Wort zu Jörg Weißflog, der die Verdrängung durch Süssner wie ein großer Sportsmann hingenommen hat. Seine Verdienste für den CFC stehen außer Frage. Er ist in einer schweren Zeit für die Himmelblauen zum Club gekommen und hat uneigennützig geholfen, obwohl ihm einige "Fans" als Ex-Auer nicht gerade freundlich behandelten. Dafür gilt ihm unser Dank und Respekt.

Man sieht sich im Stadion.

Euer Pierre Schönfeld (Charlie S.)

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