Kommentar

16.03.2012
Eine Frage der Ehre
Es gibt keinen Zweifel daran, dass Ronny Garbuschewski das Zeug für einen Spitzenverein der zweiten Liga hat. Mehr noch, selbst in der ersten Liga würde Garbu mit seiner Schnelligkeit, seiner Beidfüßigkeit und seiner Torgefahr gute Chancen haben, sich durchzusetzen. Der 26jährige hat immer wieder deutlich gemacht, dass er nach höheren Weihen strebt, gleichzeitig aber auch betont, dass er - wenn es die Verantwortlichen des CFC so wollen - bereit ist, seinen Vertrag zu erfüllen. Seine Ehrlichkeit kam bei den Fans gut an, denn obwohl ihm der CFC den vorzeitigen Wechsel nach Cottbus verwehrte, hing sich Garbu voll rein, war eine tragende Säule beim Aufstieg in die dritte Liga und ist ein Garant dafür, dass der Verein in selbiger richtig gut dasteht.

Ronny GarbuschewskiNun läuft der Vertrag des 26jährigen zu Saisonende aus und es war zu erwarten, dass die Scouts von Erst- und Zweitligisten am besten Spieler der 3. Liga mit Vehemenz baggern. Am Ende hat sich Garbu für die ambitionierten Düsseldorfer entschieden, allerdings mit dem wichtigen Zusatz dass er nur dahin wechseln will, wenn der CFC nicht aufsteigt. Am Donnerstag überschlugen sich nun die Ereignisse. Düsseldorf verkündete auf seiner Seite den definitiven Wechsel von Garbuschewski, Stunden später folgte das offizielle Dementi des CFC. Es gäbe keinen rechtsgültigen Vertrag zwischen Düsseldorf und Garbuschewski so das Statement von der Reichenhainer Straße. Aussagen, die darauf schliessen lassen, dass es eine Klausel im Vertrag des Mittelfeldspielers gibt, die seinen Vertrag im Aufstiegsfall verlängern lässt. Nun sah es über lange Zeit nicht so aus, als könnte dieser Fall eintreten, doch 9 Spieltage vor Schluss mischt der CFC nach einer Serie von 12 Spielen ohne Niederlage mit berechtigten Chancen auf Relegationsplatz 3 mit. Und damit ist auch eine automatische Vertragsverlängerung von Garbuschewski beim CFC plötzlich im Bereich des Möglichen.

In gewisser Weise kann man beide Seiten verstehen. Garbuschewski dass er in die zweite Liga, besser noch in die erste will. Den CFC, dass er sein Juwel nicht ohne Weiteres abgeben möchte. Am Ende zählt dass, was vertraglich ausgehandelt wurde. Was mit beider Seiten Unterschrift besiegelt wurde und letztenendes schlicht bindend ist für beide Parteien. Auch wenn man im heutigen Profifußball oft den Eindruck bekommt, dass Verträge nicht das Papier wert sind, auf den sie gedruckt wurden. Denn gesetzt den Fall Garbuschewski hätte, wider Erwarten, unterirdisch gespielt und wäre auf der Tribüne gelandet, hätte er trotzdem auf (finanzielle) Erfüllung seines Vertrages pochen können. Nun ist der CFC im Vorteil, kann im Aufstiegsfall auf Vertragserfüllung bestehen.
Dabei ist es aus meiner Sicht absolut richtig, dass sich der CFC in dieser Angelegenheit hart aufstellt und die Vollzugsmeldung aus D-Dorf umgehend kontert. Es kann schlicht nicht angehen, dass Düsseldorf versucht, trotz offensichtlich offenem Ausgang, was die vertragliche Situation von Garbu in der kommenden Saison betrifft, gezielt Druck auf den CFC aufzubauen und Unruhe zu stiften.

Der Verein hat Garbuschewski unheimlich viel zu verdanken. Doch auch Garbuschewski dem Verein. Denn erst unter Gerd Schädlich konnte er sich zu einem herausragenden Spieler entwickeln. Und das sollte Garbu bedenken. Er ist auch weiterhin vollen Einsatz schuldig, verpflichtet den maximalen Ertrag aus dieser Saison zu holen. Dem Verein, seinen Teamkollegen und auch den Fans. Selbst wenn das für ihn bedeutet, dass er seinen Erstliga-Traum erst ein Jahr später erfüllen kann.
Bisher hat sich Ronny Garbuschewski immer fair und ehrlich verhalten. Dafür wird er von den Fans zu Recht geliebt und geschätzt. Es bleibt zu wünschen, dass das so bleibt.

Euer Pierre Schönfeld (Charlie S.)

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