Kommentar

25.07.2013
An (gebrauchten) Tagen wie diesen - ein Resümee des sportlichen und organisatorischen Geschehens am 1. Spieltag auf der Fischerwiese
Wenn am Ende eines Spieles "Steh auf wenn Du am Boden bist", gespielt wird, kann man erahnen, was die 90 Minuten zuvor abgelaufen ist. So war es am Sonntag, wo nach dem Kick, mit Ausnahme der mitgereisten Osnasen, wohl viele der 7000 Zuschauer lieber den Nachmittag im Garten oder Badesee als in der Gluthölle Fischerwiese verbracht hätten.

So groß die Euphorie unter den Clubfans im Vorfeld war, so groß war die Ernüchterung nach dem Auftaktmatch. Die Mannschaft in himmelblau, um den umjubelten Heimkehrer Ronny Garbuschewski, spielte einfach schlechten Fussball - wackelig in der Abwehr, löchrig im Mittelfeld, harmlos im Angriff. Die neuformierten Osnabrücker von Ex-Lotte Coach Walpurgis nutzten die Schwächen des CFC gnadenlos und hätten durchaus noch höher gewinnen können.

Doch von dieser einen Partie auf die Saison zu schliessen, ist sicherlich auch der falsche Ansatz. Wer selber mal Fußball gespielt hat, weiss dass es diese gebrauchten Tage gibt, an denen einfach alles Negative zusammen kommt. Schon die Vorzeichen waren alles andere als gut, fielen doch mit Stenzel und insbesondere Hensel wichtige Säulen verletzt aus, auch Garbu fehlte einen Großteil der Vorbereitung.
Den ersten Tiefschlag gabs schon nach 3 Minuten mit dem schnellen Gegentor - Oberwasser für den Gegner, der in Folge sich auf die Defensive und Konter konzentrieren kann, während das eigene taktische Konzept gelinde gesprochen im Arsch ist. Dann der dumme Elfer kurz vor der Pause, welcher in Panenka-Manier verwandelt wird und im Gegenzug der gehaltene Hammer von Pfeffer - der nächste Schlag ins Kontor. Die verletzungsbedingte Auswechselung von Bankert und die gelb-rote Karte für Garbu zu Beginn der zweiten Halbzeit gaben den Himmelblauen in diesem Spiel den Rest - die Partie dann noch in der Gluthitze zu drehen wäre fast schon übermenschlich gewesen.
Haken wir also das Spiel unter "dumm gelaufen" ab, verbunden mit der Hoffnung, dass sich schon in Haching eine ganz andere Mannschaft präsentiert.

Ebenfalls einen gebrauchten Tag erwischt und das leider nicht zum ersten mal, hatten die Organisatoren auf der Fischerwiese. Das ging los beim Einlaß, setzte sich fort am Fanartikelstand und gipfelte beim Catering, um nur die offensichtlichsten Punkte zu nennen, mit denen die meisten CFC-Fans beim Stadionbesuch zu tun haben dürften. Lange Schlangen, wohin man blickte und die einem das "Stadionerlebnis Fischerwiese" sichtlich verleiten und den CFC am Ende auch den einen oder anderen Euro kosten dürften.
Doch da vom Meckern alleine nichts besser wird, will ich ein paar Lösungsansätze nennen, die aus meiner Sicht viele der offensichtlichen Probleme verringern oder lösen könnten.

Problemfall Einlaß

Problem:
Der gesamte Eingangsbereich auf der Schütz-Straße ist bei Zuschauerzahlen jenseits der 3000 überlastet. Es bilden sich lange Schlangen an den Kassen, sowohl der Zugang zu den Kassen als auch der Abgang ins Stadion ist problematisch. Durch die generelle Gestaltung und Umzäunung des Eingangsbereiches gibt es ein großes Gedränge. Der Verkauf von Tickets geht schleppend langsam, es kam auch schon häufiger vor, dass das Wechselgeld ausging.

Lösungsansätze
- Grundsätzliche Öffnung des zusätzlichen, alten Eingangs in Höhe Edeka bei erwarteten Zuschauerzahlen > 4000
- Genügend Wechselgeld muss stets vorhanden bzw. schnell beschaffbar sein
- Fliegende Verkäufer können bei großem Ansturm die Kassen entlasten
- Fans über die Preisgestaltung zum Vorverkauf motivieren (aktuell keine Ersparnis!)
- Separater Programmheftverkauf hinter dem Eingang

Problemfall Fanartikelstand

Problem:
Der Fanartikelstand befindet sich im Funktionsgebäude direkt neben dem Einlass. Der Verkauf erfolgt durch ein großes offenes Fenster. Das Angebot kann erst begutachtet werden, wenn man in der Schlange nah ans Fenster gerückt ist.

Lösungsansätze:
- Raus aus dem Funktionsgebäude , wo das eine Fenster zum Nadelöhr wird, auf den Vorplatz
- Nutzung eines "runden" Verkaufsstandes, wo man von allen Seiten die Fanartikel begutachten kann und mehrere Verkäufer gleichzeitig aktiv werden können
- Preise auszeichnen, damit diese Nachfragen erspart bleiben

Problemfall Catering

Problem:
Eine der größten Ärgernisse gibt es beim Catering. Die Versorgung in den Blöcken geht schleppend langsam, Wartezeiten bis über eine halbe Stunde sind in der Pause Normalzustand. Bei Temperaturen über 30 Grad wie am Sonntag wird aus dem Ärgernis ein echtes Problem, da man für Wasser genausolang anstehen muss, wie beispielsweise für Bier.

Lösungsansätze:
- Mehr Personal, mehr Stände, mehr Tempo!
- Bessere Arbeitsteilung und Ausschenken von Getränken bereits vor dem Ansturm (kurz vor Spielbeginn, Halbzeitpause)
- Bei sommerlichen Temperaturen separater Ausschank von alkoholfreien Getränken
- Pfandsystem abschaffen

Sowohl sportlich als auch organisatorisch ist also noch viel Luft nach oben beim CFC. Zumindest in Sachen Catering hat der CFC via Facebook Besserung gelobt. Ob sich wirklich etwas ändert wird man gegen Heidenheim sehen...

Euer Pierre Schönfeld (Charlie S.)

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