Kommentar

16.12.2016
Tag der Entscheidung im Rathaus
Drei Wochen ist er nun her. Der schwarze Donnerstag. Der Tag an dem das Finanzloch beim CFC öffentlich wurde. Ein Verlust von 1,2 Millionen in der Vorsaison. Ein zu erwartendes Minus von 800.000 Euro in der aktuellen Saison. Die Gründe - eine Mischung aus fehlender Erfahrung, einem Schuß Naivität, mangelnder Sorgfalt, falscher Priorisierung und einer gehörigen Portion Dilletantismus. Das in der entscheidenden Phase der Stadionübernahme wichtige Leute im Verein ausfielen, kam erschwerend dazu.
Der Verein ist an der Misere selber schuld, der Rücktritt der verantwortlichen Gremien nur konsequent.
Doch es sei auch erwähnt, dass die dritte Profiliga seit jeher für die meisten Vereine finanziell ein Tanz auf der Rasierklinge ist. Gerade die Kluft in den TV-Einnahmen zwischen dritter und zweiter Liga ist gigantisch und macht allen Drittligavereinen das Leben schwer. Jüngste Beispiele wie Erfurt oder Zwickau bestätigen dies.

Großbaustelle Chemnitzer FCDie Stadt soll nun helfen. Bzw. sie muss, soll der CFC nicht von der Fußball-Landkarte verschwinden. Die Auszahlung von 1,26 Mio. Euro, die dem Verein ursprünglich aus der vorzeitigen Beendigung des Gesamterbbaurechts zustanden, steht auf der Beschlussvorlage des Stadtrates, gekoppelt an einer ganzen Reihe an Auflagen die den CFC wieder ins richtige wirtschaftliche Fahrwasser bringen sollen.

Es ist eine schwere Entscheidung, die die Stadträte heute ab 16 Uhr treffen müssen. Es gibt viele Gründe dafür, sicherlich auch einige dagegen. Doch eins sollten die Stadträte bei ihrer Entscheidung bedenken - die Bedeutung die der größte Verein von Chemnitz für unsere Stadt hat. Der CFC ist wichtiger Arbeitgeber, Aushängeschild, Marketing-, sozialer und kultureller Faktor.
Für viele seine Anhänger geht die Bedeutung sogar noch weiter, für sie ist der CFC der Lebensmittelpunkt. Viele Kinder, Jugendliche und auch blinde Fussballer sind im Verein aktiv. Der CFC - er ist Herz und Seele der Stadt Chemnitz.

Der Verein hat Fehler gemacht. Fehler die zukünftig verhindert werden müssen. Der CFC muss sich neu aufstellen. Erste Schritte sind zusammen mit Partnern wie der eins Energie und der GGG getan. Der Verein ist in der Krise, doch gemeinsam mit der Stadt Chemnitz, seinen Fans, Sponsoren und Mitgliedern kann er die Krise überwinden.

1,26 Millionen Euro sind für Chemnitz eine Menge Geld. Doch die Kosten einer Insolvenz des Chemnitzer FC wären dramatisch höher, das dann leerstehende Stadion an der Gellertstraße nur die Spitze des Eisberges.

Deshalb unsere Bitte an die Stadträte - Stimmen Sie für die Beschlussvorlage zur Rettung des Chemnitzer FC.

Für Verein und Heimatstadt!


Euer Pierre Schönfeld (Charlie S.)

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