Kommentar

25.08.2019
Wahrheit oder Verleumdung?
Es ist schon der Wahnsinn was derzeit in Chemnitz abgeht.

Beim Auswärtsspiel des CFC in München sollen CFC-Fans den Sportdirektor rassistisch und antisemitisch beleidigt haben. Das diktierte der Pressesprecher der Chemnitzer FC Fussball GmbH den Reportern des MDR in die Notizbücher. Die veröffentlichten die News prompt auf ihrer Homepage, noch in der „Sport im Osten“-Sendung wird darüber berichtet. Abends wird vom CFC per Pressemitteilung nachgelegt. Man prüfe derzeit alle rechtlichen Schritte und wird diese konsequent umsetzen – so heißt es u.a.. Das Thema geht viral und in allen großen Medien sind der CFC und seine Fans mal wieder Thema – sogar im ZDF fühlt man sich gemüßigt über die „rechtsextreme Fanszene des CFC“ zu berichten.

Wirklich hinterfragt wird kaum – passt ja schliesslich ins allgemeine Bild von Chemnitz.

Das Problem – es gibt bis heute keinerlei Beweise für die Behauptungen. Im Gegenteil. Von denen, die vor Ort waren, hat bisher keiner das Genannte bestätigt. Auch der MDR hat in seinem Ton- und Bildmaterial nichts Belastendes gefunden. Selbst die Polizei, die vor Ort war, konnte das Geschilderte nicht bestätigen. Bislang seien auch keine Anzeigen eingegangen.

Und dann muss man sich schon die Frage stellen - stimmt denn wirklich was der Sportdirektor hier glauben machen mag? Ein Sportdirektor der bekanntlich als rechte Hand vom IV dessen unsägliche Politik mitträgt und - vorsichtig ausgedrückt - kein "ganz so gutes Standing" bei den Fans hat? Dafür auch Sprüche der Fans kassiert – aber waren die wirklich rassistisch oder antisemitisch?!

Der DFB ermittelt nun – „selbstverständlich“ wie verlautet wird. Aber bitte unvoreingenommen und ergebnisoffen! Das wird dann auch den Insolvenzverwalter freuen, der ja u.a auch gern Rechtsstaat und Fairness propagiert. Und in einem Rechtsstaat gilt bekanntlich die Unschuldsvermutung, so lange es keine eindeutigen Beweise gibt!

Und die Medien können derweil ihren Job machen, anstatt voneinander abzuschreiben. Vielleicht mal hinterfragen wann die Rufe angeblich getätigt wurden, zu welchen Zeitpunkt, von welcher Person oder Personengruppe. Und schick wären auch echte Beweise von unabhängigen Zeugen. Auch den Fanbeauftragten könnte man befragen. Es geht schliesslich um einen schwerwiegenden Vorwurf. Die Medien tragen hier eine Verantwortung!
Sollte sich wirklich rausstellen, dass hier jemand aus der Rolle gefallen ist, dann gehört der auch bestraft, keine Frage. Aber auch nur der oder die Personen – selbst der DFB hat ja mittlerweile erkannt, dass Kollektivstrafen jeglicher rechtlicher Grundlage entbehren.

Sollte sich aber herausstellen, dass die Vorwürfe sich als haltlos herausstellen, dann sollten die Medien auch mal hinterfragen, warum kritische CFC-Fans von der GmbH-Führung gezielt mit Rassismusvorwürfen diffamiert werden. Ob es nicht auch denkbar sein könnte, dass versucht wird, die aktive Szene beim CFC gezielt mundtot zu machen.

Lieber DFB, wir warten auf ihren Bericht.

Euer Charlie S.

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