Kommentar

23.11.2019
Soviel Heimlichkeit…
nicht nur vor der Weihnachtszeit. Sondern auch vor der Mitgliederversammlung, die in zwei Wochen, am 7. Dezember stattfinden soll. Welche Namen wohl diesmal auf der Liste stehen werden? Noch sind keine bekannt…

Wir erinnern uns.

Ende August war es, als die vom damaligen Notvorstand gegen große Widerstände organisierte Mitgliederversammlung dem Chemnitzer FC e.V. neue Gremien bringen sollte. Eine Liste wurde präsentiert und dann auf Druck des IV nochmal korrigiert. Eine groteske Haftandrohung stand im Raum und aus Düsseldorf gab's die Ansage dass die MV abzubrechen wäre, wenn die dem IV genehmen Kandidaten nicht gewählt würden. Wildwest in Karl-Marx-Stadt. Das Ende vom Lied ist bekannt - die Liste als Ganzes fiel krachend durch, die Mitglieder zeigten dem Erpressungsversuch die rote Karte. Die Einzelwahl schien auf einem guten Weg bevor Gesellschafter-Kandidat Olaf Pönisch die Wahl zum Platzen brachte.

Seitdem ist viel Wasser die Chemnitz heruntergeflossen. Sportfreund Sobotzik ist endlich so richtig weg, es gibt einen neuen Notvorstand, auch sportlich sieht es wieder besser aus. Und auch die Gesellschafter waren aktiv. In Infoabenden versuchten sie mehr Transparenz über ihre Arbeit und die Situation in Verein und GmbH zu schaffen. Doch so positiv diese Bestrebungen der Gesellschafter auch zu bewerten sind, so trüben die teils unterschwelligen, teils offenen Forderungen der Gesellschafter nach einer "absoluten Mehrheit" im neuen Aufsichtsrat, das Bild. So war von einer 5:2-Besetzung pro Gesellschafter im neuen Aufsichtsrat, die man unbedingt bräuchte, die Rede.

So sehr man vielleicht menschlich die Forderungen der Gesellschafter verstehen mag, so wenig sind sie berechtigt. Denn am 7. Dezember geht es um die Wahl des Aufsichtsrat des Chemnitzer FC e.V.. Und da spielt es nur eine untergeordnete Rolle, wer wieviel in die Spielbetriebs-GmbH der ersten Mannschaft investiert hat. Was am 7. Dezember gebraucht wird ist eine ausgewogene, konsensfähige und für die Mehrheit wählbare Liste mit kompetenten Personen, die den Chemnitzer FC e.V. nach vorne bringen. Es braucht Personen mit einer vernünftigen Streit- und Diskussionskultur, die in ihrem Handeln und Wirken stets das Wohl und Wehe des Vereins und seiner Mitglieder im Sinn haben.

Sinnvoll wäre eine Liste bestehend aus regulären (!) Vereinsmitgliedern, die verschiedene Kompetenzen und Positionen abdecken - beispielsweise einem Vertreter der Stadt, langjährigen Sponsoren, Gesellschaftern, Personen mit sportlicher Kompetenz und einem Vertreter aus Fankreisen und dem Förderverein. Zudem soll der Aufsichtsrat in seiner Zusammensetzung seiner Bestimmung nachkommen können, nämlich Aufsicht über die Arbeit eines dann zu bestimmenden Vorstands auszuüben.

Der Ehrenrat ist nun am Zug. Wünschen wir ihm ein glückliches und vor allem unabhängiges Händchen.

Auf dass die Wahl am 7. Dezember dank einer klug zusammengestellten Liste erfolgreich sein möge.

Euer Charlie S.

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