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Serientäter - Der statistische Jahresrückblick
von Erik Büttner (20.05.2012)


Die erste Spielzeit in Liga 3 endet für den Chemnitzer FC auf Platz 9 - ein gutes Ergebnis für einen Aufsteiger. Dennoch schwingt ein wenig Wehmut mit, war doch sogar eine Zeit lang der Aufstieg in die 2. Bundesliga in Griffnähe. Doch eine Negativserie am Ende der Spielzeit, die sich an eine sensationelle Positivserie anschloss, ließ die kühnen Träume platzen. Überhaupt, der CFC erwies sich als „Serientäter“.

4 große Serien prägten die erste CFC-Saison in der 3. Liga. Dass der CFC nicht gleich mit einer Negativserie startete, verhinderte der erste Sieg, eingefahren am 4. Spieltag zu Hause gegen Offenbach (2:0). Auf den nächsten Sieg mussten die Himmelblauen dann bis Spieltag 7 warten, doch dann folgten gleich 3 weitere. Das war dann die erste Serie mit 5 ungeschlagenen Spielen und dabei 4 Siegen in Folge. Osnabrück setzte dieser Reihe ein jähes Ende und läutete die 2 große Serie ein, jedoch waren es jetzt 8 Partien ohne Sieg. Wenigstens verhinderte das 1:1 zu Hause gegen Bielefeld, dass es 7 Niederlagen am Stück wurden. Die letzte Partie der 8 sieglosen Spiele (0:0 in Erfurt) war dann aber auch schon Auftakt der dritten und einer sensationellen Serie. 16 Mal hintereinander blieben die Mannen aus Chemnitz ohne Niederlage und gewannen dabei noch 4 und 5 Mal in Serie. Leider ging dann am Ende den Himmelblauen die Luft aus und so setzten sie noch einmal eine unerfreuliche Serie von 6 Partien ohne Sieg.

55 Punkte holte sich der CFC, 32 auf der heimischen Fischerwiese und 23 auf Reisen. Während die Heimbilanz ausbaufähig ist (Rang 13), war die Ausbeute in der Fremde gut (Rang 5). 2 völlig verschiedene Gesichter zeigte der CFC in den beiden Halbserien: Nur 22 Punkte gab es in der Hinrunde (Rang 17), in der Rückrunde wurden es dann 33 und das bedeutete Platz 2 in dieser Einzelwertung. Nur 2 Mannschaften spielten weniger Remis als der CFC, 3 Teams waren mit 10 Remis gleich auf.

47 erzielte Tore sind Ligamittelfeld, 43 kassierte Treffer auch. Die Bilanz von 27:19 Toren zuhause und 20:24 auswärts reiht sich in den Durchschnitt ein. Bemerkenswert aber, dass in der 15 Minuten vor und nach der Halbzeit Torflaute herrscht, hier trafen die himmelblauen Kicker insgesamt nur 8 Mal. Dafür wurde es am Spielende torreich: 21 Tore – und damit fast die Hälfte aller Treffer - schoss Chemnitz in der letzten halben Stunde. Dafür schlug es aber mit 16 Toren auch in den letzten 30 Minuten sehr oft im Chemnitzer Kasten ein – 12 Mal davon allerdings in der letzten Viertelstunde.

Das torreichste Spiel war das 5:1 zuhause gegen Unterhaching. 3 Partien endeten torlos für beide Teams. In 11 Partien kam der CFC zu keinem Treffer. Jedoch blieben die Himmelblauen auch in 13 Spielen ohne Gegentreffer.

4x entschieden die Schiedsrichter in den Spielen des CFC auf Strafstoß – 2x für, 2x gegen den Club. Während die Himmelblauen ihre Elfmeter alle verwandeln konnten, verschossen die Gegner alle beide. Genützt hat es jedoch doch nichts, in beiden Spielen verlor der CFC dennoch.

Anton Fink schaffte es mit seinen 10 Toren auf den Spitzenplatz in der CFC-Torschützenliste und immerhin auf Rang 13 in der Liga. Dafür brauchte er aber nur 17 Spiele. Mit 6 Treffern in Zusammenarbeit ist das Duo Garbuschewski – Fink das gefährlichste der Liga gewesen. Das Duo Garbuschewski – Tüting schaffte es dazu auf Platz 6. Insgesamt legte Ronny Garbuschewski 18 Tore auf und erzielte 8 selbst. Damit ist er Ligaspitze und an 55 % aller CFC-Tore beteiligt gewesen. Es ist unbestritten, dass der CFC mit „Garbu“ einen megawichtigen Spieler verliert.

Simon Tüting erzielte 6 Treffer und jeder war das erste Tor des CFC in der jeweiligen Begegnung. 3 Mal war es das 1:0, der CFC gewann diese Spiele dann auch. 3 Mal war es ein 1:1, aus denen dann noch ein Sieg, 1 Remis entsprang. Zu den 6 Toren kommen 2 im Sachsenpokal hinzu. In Heidenau blieb sich „Tüte“ mit dem 1:0 treu, nur in Hohenstein scherte er aus – aber auch da war das 5:4 ein richtig wichtiges Tor.

Ronny Garbuschewski und Philipp Pentke verpassten keine einzige der 3.420 Spielminuten dieser Saison. Der CFC stellt damit als einzige Mannschaft 2 Spieler in der Statistik, in der nur weitere 8 Akteure ebenso in Vollzeit dabei waren.

Mit 73 gelben und je einer gelb-roten und roten Karte rangiert der Chemnitzer FC in der Fairness-Tabelle im oberen Drittel auf Rang 8. Fabian Stenzel (gelb-rot) und Silvio Bankert (rot) waren die 2 Himmelblauen, die vom Schiedsrichter vom Platz geschickt worden. Das „Raubein“ des Vereins war Thomas Birk, der 9 gelbe Karten in 2.189 Einsatzminuten kassierte. Toni Wachsmuth sah ebenfalls 9x gelb, hatte jedoch mit 3.134 Einsatzminuten auch deutlich mehr Spielzeit. Ganz ohne Karten kamen Marcel Baude, Niklas Andersen, Bastian Henning und Andreas Richter aus. Jedoch hatten auch nur Richter (630 Minuten) und Henning (491) relevante Einsatzzeiten.

In der Zuschauertabelle nimmt der CFC Platz 8 ein, genau zwischen den mitteldeutschen Kollegen aus Erfurt (7.) und Jena (9.). Insgesamt kamen 98.356 Besucher zu den 19 Heimspielen des CFC, das ergibt einen Schnitt von 5.177 pro Partie. Das ist immerhin der beste Wert seit der Zweitligasaison 1999/2000 (7.600) und zweitbeste Schnitt seit in gesamtdeutschen Ligen gespielt wird! Die Leistungssteigerung der Mannschaft lässt sich auch an den Zuschauerzahlen able

Die CFC-Fans erwiesen sich als sehr reisefreudig. Es gibt zwar keine offizielle Statistik dafür, doch die geschätzten Zahlen weisen bei einem Schnitt von etwa 650 pro Auswärtsspiel die himmelblaue Schar auf Platz 2 hinter Bielefeld aus, andere Statistiken sogar auf Platz 1. Die meisten CFC-Fans mobilisierte die Partie bei Jahn Regensburg am 36. Spieltag, als etwa 2.500 Himmelblaue den SSV in Grund und Boden sangen und trotzdem traurig nach Hause fuhren.

Der CFC holte sich zum sechsten Mal den Sachsenpokal. Das 5:4 nach Verlängerung gegen Sachsenligist Hohenstein-Ernstthal war kein Ruhmesblatt für die Himmelblauen, aber das torreichste Spiel (klammert man Elfmeterschießen aus) in der 22-jährigen Wettbewerbsgeschichte. Seit 2006 gewann der CFC immer in geraden Jahren den Pokal und bekam dann im DFB-Pokal den jeweiligen Zweitplazierten der 2. Bundesliga zugelost – Eintracht Frankfurt kann sich also schon mal mit Chemnitz vertraut machen… Die 6 Pokalsiege und 8 Finalteilnahmen der ersten Mannschaft sind Spitzenwerte in diesem Wettbewerb.




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