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Das Wort zur Hinrunde- nicht zum Sonntag, es spricht Pastorin Gesine Stüblein-Polten …
von Timo Görner & Pierre Schönfeld (19.12.2001)


 
Abgedreht
Die Hinrunde in Bildern.
 
Sensationeller Auftakt
27.07. - Die Himmelblauen gewinnen zum Saisonauftakt mit 4:0 in Düsseldorf
 
Fassungslosigkeit
18.08. - CFC enttäuscht und verliert auch im zweiten Heimspiel, Erinnerungen an die Vorsaison werden wach
 
Der Tiefpunkt
22.08. - 0:2-Pleite in Bremen
Dirk Karkuth muß gehen
 
Kreativ
26.08. - Choreo der Ultras im Pokal gegen Köln
 
Grotte
08.09. - CFC verliert nach grottenschlechter Leistung in Kiel, die Fans sauer - Hiemann stellt sich am Zaun
 
Gedenken
09.09. - Aktion "Rasen für Erwin", Clubsurfer und Ultras am Grab der Chemnitzer Fußballlegende in Kiel
 
Wiedergeburt
14.09. - Mit der besten Saisonleistung wird Braunschweig bezwungen
 
Ehrensache
22.09. - CFC-Fans LAUFEN zum wichtigsten Spiel des Jahres
 
Historisch
22.09. - Über 3000 CFC-Fans feiern in Aue einen historischen 3:0-Sieg
 
Spaß pur ;o)
03.10. - Schützenfest beim 8:0 in Bad Lausick
 
Essen ist fertig
13.10. - 5:0 gegen den Geheimfavorit, da war "Essen fertig"
 
Support
30.10. - Verl: Die Fans unterstützen ihre Himmelblauen auch in der tiefsten Provinz
… aus Schwäbisch Einen (an der Waffel). So oder anders wurde und wird die samstägliche Predigt im ersten deutschen Fernsehen immer angekündigt. Nun sind Geistliche ja meistens auch Seelsorger für die armen Schäflein namens "Menschen". Einen Seelsorger hätte das tapfere CFC-Fußvolk manchmal auch gebraucht. Ging doch die Seuche der vergangenen Saison auch zu Beginn dieser Serie weiter und wer gedacht hätte, das himmelblaue Schlachtschiff werde nun alles in ruhigeres Fahrwasser gleiten, der sah sich bitter getäuscht.

Als mit Dirk Karkuth der 4. Kapitän nach Franke, Kuze, Lienemann innerhalb 1 Jahres von Board gehen musste war es mal wieder 5 vor 12 an der Gellertstraße. Das vermeintlich "lockere Auftaktprogramm" entpuppte sich als Pessimismus-Generator für die Zukunft. Wenn schon Mannschaften wie der SC Paderborn 07, Werder Bremen-Amateure oder der Dresdner SC mit keineswegs überragenden Vorstellungen das himmelblaue Elend vergrößern sollten, wie sollte es erst bei den Gegnern aussehen, auf die man noch treffen sollte. Das Spiel gegen die Preußen aus Münster am 7. Spieltag habe ich nur aus der Ferne im Videotext verfolgt und war damit regelrecht begnadet, schlimmer konnte es jedenfalls wohl kaum noch gehen. Hohn und Sott von den eigenen Fans für eine Mannschaft, welche sich bis dato aus welchen Gründen auch immer wie eine Freizeitmannschaft präsentierte, die sich zum ersten Mal getroffen hat. Selbst der Sieg konnte nur wenig aufbauen, standen doch die Gäste selber nach einer total versauten Auftaktphase mit dem Rücken zur Wand. Man hatte den Eindruck, es treffen sich zwei Oberligisten. Die Medien, für die der CFC spätestens seit der Franke-Entlassung zu einem Negativfaktor geworden war, schossen sich mehr denn je auf Verein und Spieler ein. Lediglich "Paule" Fröhlich wurde so was wie Regionalliga-Qualität zugestanden und das Wort vom "Einkaufsflop Nr. 2 nach 2000-2001" machte die Runde. Vergessen wurde dabei, dass man die Fehlgriffe dieser Saison kaum noch toppen oder besser floppen konnte.

Ironie der Geschichte mal wieder, dass gerade der geschasste Coach mit der "fleischfarbenen Badekappe" das Fundament für den jetzigen Aufschwung mit seiner Einkaufspolitik legte. Darüber lässt sich nun mal nicht diskutieren, fertig. Wenigstens aus meiner Sicht. "Paule" und "Meisse" als beste Beispiele sind absolute Leistungsträger geworden und wenn "Paule" mal fehlt, na ja, siehe Uerdingen. Eine schallende Ohrfeige für die Münchner Löwen mit ihrer jahrelangen "Dynamo-Talente aufkaufen und ab in die II. damit!"-Politik, aber auch ein Denkzettel aus meiner Sicht für den deutschen Fußball allgemein. Streiten kann man sich drüber, warum es seit dem 14.09.2001 plötzlich geht und warum zuvor nicht. An diesem Freitag Abend war eines dieser "richtungweisenden Spiele" und der CFC bewies sich und vor allem den noch verbliebenen treuen 2.850 Fans, dass alle Hoffnung nicht vergebens ist. Der potentiell bessere Gegner aus Niedersachsen wurde bravourös nieder gekämpft und sogar phasenweise nieder gespielt und statt in Chemnitz so erging man sich danach in Braunschweig im Jammern über bevorstehende "regionalere Auftritte". Der Befreiungsschlag geriet zum "Freischwimmen" ausgerechnet in den lila-weißen Bergen und löste dort kollektive Depressionen aus, sogar von "Demütigungen" war die Rede. Gut, ein wenig Dusel war in Aue auch mit im Spiel, aber was stimmte waren Kampf und Einstellung. Auf dem Rasen ebenso wie auf den Rängen, wo trotz der eher bescheidenen Saison fast 3.000 Freunde des himmelblauen Fußballs campierten und den fulminanten Sieg bejubelten, beklatschten, beufftaten, laolaten. Wer den CFC schon auf der Sterbeliste hatte, wurde nun eines Besseren belehrt. Alte Tugenden wurden wieder ausgepackt, man spielte "wieder mit Abwehr", hinten schwang sich "Göhli" zum "Abwehrdiktator" auf, "Schmidt´l" scheint nach dem Trainerwechsel regelrecht "runderneuert" zu sein, um mal nur meine zwei prägnantesten Beispiele zu nennen. Gegen Rot-Weiß Essen gab ein gewisser Steve Rolleder einen Einstand bester Güte und ballerte sich gleich mal zum ersten Tor in der 1. Mannschaft. Einen "neuen Ballack" oder "neuen Kluge" werden wir trotzdem sicherlich erst wieder in ein paar Jahren erleben, dazu hat man in der Vergangenheit nicht konsequent genug gearbeitet, aber "Seb" Meyer, Rico Werner oder eben Steve Rolleder sind Zeichen für die Rückbesinnung auf alte Stärken und werden ihren Weg gehen. Rar sind die Ausländer geworden, nur noch "Tchipi" verströmt so was wie Internationalität in den himmelblauen Reihen und setzt die "kleine bulgarische Tradition guter Spieler und Typen" beim CFC nach Toni Ananiew fort. Wenig oder eigentlich gar nichts erinnert noch an die Abgänge nach der letzten Saison. "Tetze" zog es in "höhere Regionen" und das hat ja auch geklappt, dies mit einem ironischen Unterton. Gespielt hat er nach seiner Verletzung im Auftaktspiel gegen Wattenscheid 09 keine 20 min., "Sprachgenie" Marko Dittgen folgte irgendwann den ebenfalls ambitionierten Karsten Oswald und Ronny Kujat nach Erfurt und eröffneten dort eine kleine CFC-Filiale. Als gelegentlicher Zyniker könnte man gemeinerweise anmerken : Würden die in der jetzigen Mannschaft überhaupt einen Stammplatz bekommen? Die "vic-Fraktion" ist irgendwo in halb Europa verstreut und kam irgendwann weg von der Gehaltsliste. Irgendwie ist "Sek" der einzig richtig sympathische Abgänger gewesen, knapp vor Podunavac. Aber was soll´s.

Es gab halt viel Licht, ein wenig Schatten wie die Niederlagen in Leverkusen und Uerdingen oder das peinliche Pokal-Aus in Bischofswerda mit den unrühmlichen Begleitumständen durch dies und das. Es gab feine Heimspiele wie gegen Essen, Lübeck oder Wattenscheid wie auch Braunschweig, nicht zu vergessen das schwer zu vergessende Derby in Hinterlößnitz. Vor allem gab und gibt es wieder Hoffnung auf bessere Zeiten. Unsere Jungs müssen nicht aufsteigen, egal was irgendwer meint erzählen zu müssen. Jedenfalls nicht zwanghaft in dieser Saison. Was man auf dem Rasen größtenteils sieht, stellt zumindest mich nach Monaten der Niederlagen, der Demütigungen und Frustrationen irgendwie zufrieden. Derart locker habe ich mich jedenfalls bei den CFC-Spielen schon lange nicht mehr erlebt. ;-)

In diesem Sinne, gebt mir ein "U" … !
 
Abgedreht
Die Hinrunde in Bildern.
 
Peinlich
31.10. - Blamable Niederlage im Sachsenpokal beim Landesligisten Bischofswerda
 
Suppe versalzen
27.10. - CFC KRIEGte Maggisuppe nur schwer runter
 
Gänsehaut
09.11. - Gänsehaut und Emotionen pur beim 1:0-Sieg gegen Tabellenführer Lübeck
 
Vorgestellt
Einige Protagonisten.
 
Aufsteiger
Vom Mitläufer zum Abwehrchef, der Aufsteiger des Jahres: CFC-Youngster Daniel Göhlert
 
Ohne Erfolg
Bei den Fans beliebt, doch die von ihm geholten Spieler rebellierte gegen ihn - nach dem 5. Spieltag war Schluß: Dirk Karkuth
 
Im Glück
Vom Co zum Chef - mit ihm kam der Erfolg: Matthias Schulz
 
Kult
Macht Mehlo als Kultfigur ernsthafte Konkurrenz: Ingo "Pulleralarm" Walther
 
Ehrliche Haut
Seine offene und ehrlich Art macht ihn grundsympathisch: Marcel Podszus
 
Pechvogel
Verletzung! Das Aus schon nach dem 2. Spieltag für Markus Ahlf
 
Jobwechsel
Erst sorgte er noch für die richtige Rasenpflege auf der Fiwi - als Karkuth ging, wurde er Co-Trainer von Schulle: Dirk Barsikow
 
Klettermaxe
Dirigiert den Fanblock vom Zaun aus: "Rucksack" von den Ultras
 
Schachti
Darf nach diversen Kampeleien mit den Himmelblauen nur noch aus dem Schacht berichten: MoPo-Starreporter Wolfgang Konetzke



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