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Eine Rückrunde, wo es in sich hatte und allerlei zu bieten hatte ...
von Timo Görner & Pierre Schönfeld (13.07.2002)


 
Abgedreht
Die Rückrunde in Bildern.
 
Jubel
24.11. - Sechs Punkte gegen die Partnerstadt, auch im Rückspiel "Tote Hose" bei der Fortuna.
 
Dicke Luft
01.12. - Lau sorgt für dicke Luft in Chemnitz, enttäuschendes 0:1 beim DSC.
 
Massel dank Budde
23.02. - Mit drei Punkten gegen die Werder Bubis aus der Winterpause dank Torhüterlegende Dieter "Budde" Burdenski.
 
Raus mit den Amas
09.03. - "Keine Amateurteams in Liga 3"-klare Aussage der Fans in Aue und Chemnitz. Ausgleich gegen Kiel in letzter Minute - die Aufstiegsträume platzen langsam.
 
Aufstieg ade!
16.03. - Klare Niederlage beim direkten Konkurrenten Braunschweig. Aufstieg kein Thema mehr.
 
Eindrucksvoll
23.03. - Tolle Choreo der Ultras beim Derby.
 
Demütigung
23.03. - Frühe Gegentore lassen den CFC im Derby gegen Aue kein Fuß auf den Rasen bekommen. Die Himmelblauen gehen sang- und klanglos unter.
 
Klare Worte
26.03. - Die Fans machen ihren Unmut über die Nichtleistung in den vorangegangenen Wochen Luft. In einem Offenen Brief richten die Clubsurfer deutliche Worte an die Mannschaft.
 
Versöhnung
06.04. - Teilweise Rehabilitation beim 2:1 gegen die Amateure von Leverkusen.
 
Keine Punke aber überzeugend
13.04. - Keine Punkte aber stärkste Auswärtsleistung der Saison beim 2:3 in Essen.
 
Schock
25.04. - Der CFC in argen Finanznöten, Haushaltsloch in sechsstelliger Höhe. Die Fans initiieren eine Spendenaktion für ihren Verein. Gegen 5 Euro gibt es symbolisch eine Fanaktie.
 
... und das zum Verdruss der zuweilen auseinanderdriftenden "himmelblauen Family" vorwiegend bzw. fast ausschließlich im negativen Sinne. Derby-Pleite ohne Mumm und den erkennbaren unbedingten Willen zum Sieg, Fanproteste in "Bochum 6" mit einem handfesten Ehekrach in der "Lebensgemeinschaft Fan - Spieler", ein Spieler-Rauswurf welcher zumindest das Prädikat "Umstritten" verdienen, Neuzugänge in der Winterpause, die aus verschiedenen Gründen eher floppten (Bustos, Ersin aufgrund seiner Verletzung im letzten Testspiel gegen den DSC) der Club als "Schweizer Käse" in den Medien mit Spekulationen wie groß denn nun die Löcher im Etat des CFC sind mit dem Umstand, dass erstmals seit 1991 mit dem Zweitligaaufstieg des CFC die Gehälter nicht pünktlich bezahlt werden konnten und dies ein Fakt war, welcher über Wochen Bestand hatte und die Fans zu einer bislang hier einzigartigen Spendenaktion bewegen ließ. Positives, Licht inmitten von zuviel Schatten ? Eher Fehlanzeige, einzig und allein das sportliche Aufbegehren trotz der widrigen Umstände gegen Ende dieser "Seuchen-Rückrunde" mit den Spielen in Essen und Lübeck stimmte zumindest den harten Kern der Treuesten ein wenig versöhnlich sowie das am Ende der vielleicht überlebenswichtige 6. Platz wenn auch mit viel Mühe und einer endlich mal unter Beweis gestellten Moral beim 4 : 4 gegen den KFC Uerdingen 05 am letzten Spieltag gehalten werden konnte war ein positiver Aspekt dieser 13 Spiele nach der Winterpause. Ansonsten viel Krampf auf dem Rasen und vor allem "Backstage" mit den bekannten Dilemmas, letztendlich einer ganzen Region. Keine Rede mehr vom Traumziel "Wiederaufstieg" spätestens nach der weniger vom Resultat, mehr vom Auftreten und Spielverlauf her desaströsen 0 : 2 - Schlappe im "Spiel des Jahres" auf der Fischerwiese.

Als man nach 21 Spieltagen in diese "Rumpf-Rückrunde" startete war dieser Traum noch durchaus real, auch wenn die zwei Auswärtsniederlagen in Folge in Uerdingen und vor allem in Dresden vor rund 1.500 eigenen Fans unter den etwas mehr als 2.000 ohne eigenen Torerfolg mit nicht gerade zufriedenstellenden Darbietungen auch optimistischen Freunden des himmelblauen Ballsports zu Denken gaben. Zu sehr wurde dort der unbedingte Wille, die berühmte "Sieger-Mentalität" vermisst und dieses sollte sich noch verschärft fortsetzen. "Olle Budde" verhalf dem CFC mit seiner Einlage beim Auftakt gegen seine Werder-Amateure zum Führungstor und baute den bis dato eher konzeptlosen und ideenlosen Schulz-Trupp entscheidend auf.
1 Woche später ließ man Berechtigungen zum Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse beim dritten Auswärts-0 : 1 in Folge in Münster wiederum nur phasenweise andeuten und jetzt wurde sich in erster Linie damit getröstet, dass die Clubs aus Lübeck, Braunschweig, Essen oder Wattenscheid sowie der Vollständigkeit halber die Krefelder aus Uerdingen auch nicht so rosig daher kamen. Den "weniger konsequent Optimisten" im Lager des Clubs wurde aber angesichts der Ergebnisse und Vorstellungen in Dresden und Münster gegen "leistungsmäßig eher weniger gut betuchte Mannschaften" (man sieht ja heute, wo beide Kollektive gelandet sind) schon flau im Magen angesichts der noch zu erwartenden Gastspiele in Braunschweig, Essen, Lübeck, Wattenscheid. Was sich dann ja auch mehr oder weniger bewahrheiten sollte. Ob das 1 : 1 gegen den KSV Holstein aus Kiel am folgenden Spieltag der "eigentliche Genickbruch" war, bleibt heute spekulativ. Wie sich der CFC bei aller Einbeziehung der abgelaufenen Geschehnisse (umstrittene "Ampel-Karte" für "Ratte", damit fast 1 Halbzeit lang mit 10 gegen 11, oder 12 wenn man die Entstehung der Karte betrachtet) von einer mittelmäßigen Mannschaft mit ebenso mittelmäßigen Ambitionen den Schneid abkaufen ließ und im Grunde sein "Heimrecht" mit einer Präsentation von Angsthasen-Taktik und "Gottvertrauen" freiwillig abgab ließ jegliche Anwartschaft auf einen der beiden vorderen Plätze in Zweifel ziehen und die Zweifler am Aufstieg waren spätestens jetzt nicht mehr zu übersehen. Mit Recht. Nur das Schwächeln und die Launigkeit der direkten Mitkonkurrenten verhinderten, dass "Schulles Army" und ihre Fans überhaupt noch über den Sprung nach ganz oben diskutieren konnten.

Geholfen hätte dem CFC in dieser Situation nur noch ein "kleines Wunder", was nach der 4. Auswärtsniederlage (traditionell ohne Tor und mal wieder ohne 11 Mann am Ende auf dem Platz) in Folge bei den heutigen Blau-Gelben Zweitligisten aus Niedersachsen schon in ein "mittelschweres Wunder" umgewandelt werden musste. Endgültig wurde dann der Verzicht auf eine "erfolgversprechende Beteiligung im Aufstiegskampf" mit einer eher beschämenden Vorstellung bei einem Spiel bekannt gegeben, welches für einen Großteil der Mannschaft offensichtlich ein "ganz normales Match" wie jedes andere war und so ungefähr und noch ein wenig schlechter wurde dann auch gespielt und vor allem gekämpft. Der Fan zeigte der Mannschaft daraufhin "die Rote Karte für Versager" und wiederum garniert mit dem fast schon obligatorischem Platzverweis (diesmal war es "Mehlo") wurde in "Bochum 6" der Beweis angetreten, das es noch schlechter geht und diese Mannschaft absolut nicht in der Lage ist, in der aktuellen Verfassung auch nur ansatzweise was mit der Spitze dieser Regionalliga gemein zu haben.
Der Frust der treuesten CFC-Fanatiker extrahierte sich sodann in den bekannten Aktionen nach dem Spiel, was zweifeln ließ, das Selbstkritik und realistische Einschätzung der Lage zu den Fähigkeiten diverser Spieler gehören. Es gärte im Umfeld, die "Clubsurfer" reagierten mit einem offenen Brief, welche die Führungsmannschaft des CFC nach Aussage von Lutz Waszik im MDR nach dem folgenden Spiel gegen die U21 von "Endstation Kommerz" aus Leverkusen "anstandslos unterschreiben könne". Zum damaligen Zeitpunkt konnte mit dem 2 : 1 gegen die Schwarz-Roten aus dem Westen ein kleines Licht gesetzt werden, vor allem was Engagement und den Willen zur Wiedergutmachung anbetraf und der wichtige 6. Platz erst mal verteidigt werden. Nicht mehr und nicht weniger, aber so furchtbar viel mehr erwartete man als mittlerweile Leid gewohnter Freund des CFC eigentlich gar nicht mal. Die Ansprüche und Erwartungen waren geschrumpft, ebenso wie mittlerweile auch die Einnahmen von eingeplanten Sponsorengeldern mit eben offenen Gehaltszahlungen, was sich dann erst Tage später herausstellen sollte. Ob dies kausal auch was mit den Leistungen dieser Stunden zu tun hatte, bleibt auch wieder spekulativ. Ich unterstelle es mal nicht. Man war einfach nur schlecht, ob mit Gehalt oder ohne. Schon in Essen bewies man erneut Kampfgeist und Moral, am Ende siegte der designierte Zweitligist nur mit Mühe gegen einen CFC, der sich auswärts endlich mal wehrte und das so richtig zäh, zumal sich nun Spieler wie Prymulla und Biermann in den Vordergrund spielten, welche eine Enttäuschung wie Sergio Bustos einigermaßen vergessen ließen und die Hoffnung für die Zukunft machten, auch wenn der CFC diese Saison wiederum mit einer Negativ-Serie von 4 sieglosen Spielen in Folge beendete und damit den Kampf um Platz 5 am Ende verlor. Wenigstens konnte eben dieser "ominöse 6. Rang" behauptet werden, begleitet wurde das Saison-Halali dann von der "Bittermann-Affäre", wo sich ein Urteil schwer bilden lässt, aber für mich zumindest der Tenor findet : "Unnötig wie ein Kropf". Die einstige "himmelblaue Familie" zum Saisonende eher ein "altes Ehepaar, was in seiner Krise steckt". Bleibt die Hoffnung, dass eine der Stärken unseres Vereins bald wieder zu einer Stütze in einer sauschweren kommenden Spielzeit wird. Es geht besser so als so, das hat die Vergangenheit bewiesen.

Auch was wert, was sich vielleicht schon in der Verlängerung des Vertrages mit "envia" gezeigt hat, wo man angesichts des schweren Kampfes um die Lizenz bis zum 05.06. wochenlang gebangt hatte, ob "sich der CFC und envia weiter gut leiden können". Ein Ausstieg des Unternehmens mit ihrem Sitz an der Chemnitztalstraße wäre vermutlich verheerend geworden, zumal der Gürtel beim Club schon drastisch enger geschnallt werden musste. Von den 2,7 Millionen des aktuellen Etats ging man notgedrungen auf rund 2 Millionen runter, die Kicker müssen sofern sie dem CFC treu bleiben mit weniger Geld rechnen und klar kommen. Und das nicht unbedingt immer "wenig weniger". Ob wir nächste Saison "wesentlich regionaler präsent sein werden" als in der abgelaufenen Spielzeit bleibt dahin gestellt. Es sickert leider z. T. zu wenig zu uns als Fans und "Kunden und Kleinsponsoren des Vereins" durch als das ich mir z. B. eine klare Prognose erlauben möchte. Schade eigentlich. So bleibt mir und uns eher das "Gottvertrauen", diesmal auf die Leute in der Chefetage, welche (so darf man hoffen) mit Eifer bei der Sache sind wie die Fans bei ihren Geschichten.

In diesem Sinne auf eine Saison mit Reisen in das NSW. ;-)

 
Abgedreht
Die Rückrunde in Bildern.
 
Heiße Luft
26.04. - Einzige Nullnummer beim Ostduell in Magdeburg.
 
Spendenaktion
04.05. - Die Fans sammeln beim Spiel des CFC gegen Osnabrück. Stark: sogar die Osnasen spenden.
 
Aufstiegsfeier
12.05. - Aufstiegsfeier in Lübeck. Leider nicht die eigene - die Norddeutschen steigen in Liga 2 auf.
 
 
Aufregender Saisonabschluß
18.05. - CFC macht aus einem 1:4 auf eigenem Platz noch ein 4:4 und sichert so den wichtigen 6. Platz. Die Spieler demonstrieren für ihren geschaßten Kapitän.
 
Vorgestellt
Einige Protagonisten.
 
Bitterer Abgang
Zwei Jahrzehnte bei den Himmelblauen, lange Zeit Kapitän - dann wegen einer Lappalie aus dem Verein gemobbt. Kein Ruhmesblatt für die Herren Waszik & Co.
 
Unrühmlicher Abgang
Chaos in der Rückrunde: Finanzkrise und Affäre Bittermann. Bis auf Langer traten alle Verantwortlichen aus dem Vorstand zurück.
 
Starker Abgang
Mittelfeldkämpfer Robert Ratkowski ging zurück nach Mainz. Chemnitz verliert einen echten Typen.
 
Kein Abgang
Sein Transfer nach Cottbus scheiterte. Zum Glück für den CFC, der Spieler der Saison, Christian "Paule" Fröhlich, wirbelt weiter für die Himmelblauen.
 
Zukunft I
Andreas Biermann - kam in der Winterpause und überzeugte. Endlich wieder Flanken, die den Mitspieler erreichen.
 
Zukunft II
So schnell wie kein anderer Regionalligaspieler. Hat großes Potential: Krystian Prymula.
 
Luftnummer
"Mohrens Dynamischer Rundfunk" war häufig Zielscheibe berechtigter Kritik. Legendär Willie M's Ausfälle gegen Torsten Bittermann. Lob hingegen an die Online-Redaktion: tolles Tipspiel.
 
"Ehrung"
Wurde ungewollt zum Spieler des Monats. Bremens Altmeister Burdenski.
 



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