Saison 2007/2008
CFC / NOFV-Oberliga



 
1. FC Gera 03
1. FC Gera 034:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
20. Spieltag - Oberliga Nordost-Süd - Saison 2007/2008
Sonntag, 30. März 2008, 14:00 Uhr
Stadion der Freundschaft, Gera
Zuschauer: 1.938
Schiedsrichter: Weißenborn (Berlin)
1. FC Gera 03TorfolgeChemnitzer FC
T Richter
A Friedrich
A Bloß
A FuhrmannGelbe Karte
A Grossert
M Weißhaupt
M SchmidtGelbe Karte (68. Ast)
M Embingou
M Neubert
S Schlachta (88. Fügemann)
S Janke (86. Sadlo)

Trainer: Quade
1:0 Friedrich (53.)
2:0 Embingou (57.)
3:0 Friedrich (81.)
4:0 Janke (84.)
4:1 Thönelt (86.)

T Klömich
A AdamuGelbe Karte
A Baumann
A TroschkeGelbe Karte (60. Thönelt)
A Kunert
M BeckerGelbe Karte
M Großmann (60. Reinhardt)
M Bachmann (79. Schimmel)
M Schlosser
S Kellig
S Sonnenberg

Trainer: Vogel
Spielbericht

Fußstapfen der Altvorderen zu groß für den CFC

Von Frank Neubert

"Für den FCK war es fast ein Frühlingsspaziergang, der schon zur Pause zum Verweilen einlud." Dieser Satz stammt aus dem Spielbericht der FUWO, Heft 9, Jahrgang 1978. Vor ziemlich genau 30 Jahren hatten die alten FCK-Kämpen beim damaligen Oberliga-Aufsteiger Gera gastiert und den Einheimischen bereits zur Pause mit 4:0 (Endstand 5:0) ordentlich das Fell gegerbt. Kapitän Sorge (2x), Vorstopper Uhlig und der legendäre Bähringer sorgten damals für die Treffer. Beinahe, aber wirklich nur beinahe, hätte es diese Schlagzeile auch heute geben können. Aber der Chemnitzer FC ist eben - leider - nicht der FC Karl-Marx-Stadt, auch wenn dies gern und oft auf den Fahnen und Jacken der Fans bekundet wird.

Um einen Satz wie den oben zitierten erreichen zu können, hätten die aktuellen Trikotträger einfach ihre dicken Chancen in Halbzeit 1 besser nutzen müssen. Nach einer kurzen Phase des Abtastens fand der Club durchaus ordentlich ins Spiel und kam zu richtig guten Möglichkeiten. Allein Sonnenberg hatte zwei Hundertprozentige (25., 41.) auf dem Fuß, scheiterte aber beide Male am herauslaufenden und glänzend reagierenden Richter im Geraer Kasten. Auch Kelligs Geschoß aus gut 20 Metern (22.) hatte der Keeper des Aufsteigers gerade noch aus der Ecke gekratzt. Von der Offensivabteilung der Thüringer kam in den ersten 45 Minuten herzlich wenig. Lediglich ein harmloser Fallrückzieher von Embingou, welcher zur sicheren Beute Klömichs wurde, konnte notiert werden. Auffällig war bei beiden Teams, daß im Mittelfeld unnötig viele Bälle verloren gingen. Ziemlich oft wurde der Ball erkämpft, um ihn bereits im nächsten Spielzug wieder an den Gegner zu verlieren.

Als Schiedsrichter Weißenborn zur Pause pfiff, diskutierten die gut 900 mitgereisten Chemnitzer Anhänger bei bestem Sonnenschein kopfschüttelnd über die ausgelassenen Chancen. Sie konnten aber nicht einmal ansatzweise ahnen, daß ihnen noch eine verdammt frustrierende zweite Hälfte bevorstand. Wären die aktuellen himmelblauen Helden aus dem Holz der Altvorderen geschnitzt gewesen, hätte man sich bereits zur Pause entspannt zurücklehnen können.

Kelle tief enttäuscht am Zaun des GästeblocksDie zweite Halbzeit begann, wie die erste endete - mit einer Chance für den CFC. Schlosser knallte das Leder an den Innenpfosten des Geraer Tores. Aber anstatt an den Rücken des Torwarts oder einfach ins Netz zu prallen, flog die Kugel wieder heraus. Was für ein Pech! Dieser Schreckschuß erwies sich für die Geraer als letzter Weckruf, mehr für das Spiel zu tun. Und genau das taten die Einheimischen dann auch. Die Ostthüringer erhöhten das Tempo und hatten prompt jenes Glück im Abschluß, was dem Club fehlte. Nach einem Freistoß schraubt sich Friedrich in die Höhe und nickt zum 1:0 für die letztjährigen BuGa-Städter ein. Nur 4 Minuten später setzt sich Embingou auf der rechten Seite durch und überwindet Klömich per Flachschuß zum 2:0. Zwei Chancen, zwei Tore. So einfach kann Fußball sein. Entsetzen bei Himmelblau, Riesenjubel bei Schwarz-Gelb.

CFC-Coach Vogel reagierte. Großmann und Troschke verließen das Feld, Reinhardt und Thönelt kamen. Adamu rückte zentral nach vorn und Thönelt übernahm in der Innenverteidigung. Doch egal was der CFC tat, an diesem Tag sollte nichts gelingen. Kellig taucht völlig frei vor Richter auf (62.), der schnellt wie Schmidts Katze nach unten und verhindert den möglichen Anschlußtreffer. Und Gera lauerte weiter auf den nächsten Fehler der angeschlagenen Chemnitzer Truppe. Dieser passierte in der 81. Minute. Nach einem weiten Einwurf wird Torschütze Friedrich übersehen, der sich seinerseits mit dem 3:0 bedankt. Im Gästeblock wurde es nach diesem Treffer übersichtlich, da viele Fans mit schockstarren Mienen und lauten Flüchen das Stadion verließen. Ein nervenschonender Entschluß, denn die verbliebenen Treuen mußten wenig später mit ansehen, wie Klömich den Ball zum vierten Mal aus dem Netz holen durfte. Janke hatte mit einem echten Sonntagsschuß ins lange Eck getroffen. Die feiernden Geraer ließen Thönelt nach einer Ecke noch den Ehrentreffer erzielen, aber dies war reine Ergebniskosmetik.

Fazit: Nach dem Pokalsieg über Dynamo Dresden ist der CFC knallhart auf dem Boden der Oberliga-Tatsachen aufgeschlagen. Eine absolut bittere Niederlage, die den Club in der Tabelle auf Platz 4 abstürzen läßt. Dies wiederum ist allerdings nicht Resultat dieses Spiels, sondern der vielen vorher vergebenen Chancen, sich ein Punktepolster zu verschaffen. Zudem täuscht das nackte Ergebnis etwas über den Spielverlauf hinweg, da bei gleicher Effizienz vor dem Tor wohl ein 4:4 herausgekommen wäre. Schönreden sollte man sich die Niederlage allerdings auch nicht. Vielmehr sollte die Mannschaft das 1:4 als ultimativen Weckruf verstehen, die nächsten beiden Heimspiele sehr, sehr ernst zu nehmen und dort mit der nötigen Konzentration zu Werke zu gehen. Es geht um die vorderen drei Plätze! Es geht um die Regionalliga! Es geht um den Club! Und es geht darum, die Fußstapfen der Altvorderen nicht noch weiter kaputtzutreten!

Wertung: 4,5

Bester Himmelblauer: Keine Wertung

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