Saison 2007/2008
CFC / NOFV-Oberliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:0FSV Zwickau
FSV Zwickau
24. Spieltag - Oberliga Nordost-Süd - Saison 2007/2008
Samstag, 26. April 2008, 13:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 4.159
Schiedsrichter: Cyrklaff (Neuhausen)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Zwickau
T Klömich
A Adamu
A Kunert
A Baumann
A Sieber
M Becker
M Bachmann (89. Schimmel)
M BoltzeGelbe Karte
M Schlosser
S Sonnenberg
S KelligGelbe Karte

Trainer: Christoph Franke
1:0 Baumann (4.)
2:0 Kellig (16./Foulelfer)

Besondere Vorkommnisse:
Scholze verschießt Handelfmeter (81.)

T Kallisch
A Scholze
A Hanke (78. Freimann)
A TrehkopfGelbe Karte
A Moses
M Köcher
M StrobelGelbe Karte
M Fuchsenthaler
M Jazwinski
S Gleis
S Römer (56. Schmidt)

Trainer: Peter Keller
Spielbericht

"Immer an euch geglaubt"...

Von Roy Schiermayer

...Als in der Halbzeitpause dieser Titel der Österreicherin Christina Stürmer durch die Stadionlautsprecher der Fischerwiese hallte, fand der ein oder andere Anhänger des CFC seine Gemütslage in diesem Text gut wieder gespiegelt. Hatte doch die erste Halbzeit dieses Spiels, die mit 2:0 an den Chemnitzer FC ging, Lust auf mehr gemacht und nach kargen Wochen das eigentliche Potenzial dieser Mannschaft zu Tage gefördert. Doch der Reihe nach.

Kellig zeigt sich erneut als eiskalter Vollstrecker vom PunktDie Vorzeichen versprachen spannende 90 Minuten, denn es stand kein normales Sachsenderby auf dem Programm. Während der FSV Zwickau mit 3 Siegen in Folge (u.a. gegen die Aufstiegsaspiranten Gera und Plauen) im Gepäck und den beiden Ex-Chemnitzern Peter Keller und Dirk Barsikow an der Linie anreiste, feierte auf Seiten des Gastgebers Christoph Franke nach 2790 Tagen Abstinenz seine Rückkehr auf die CFC-Bank. Bereits nach 4 Minuten streckte der Großteil der offiziell 4159 Zuschauer die Arme zum Jubel in die Frühlingssonne. Nach einem Freistoß auf der linken Seite von Benjamin Boltze kam Mike Baumann unbedrängt zum Kopfball und wuchtete die Kugel ins Zwickauer Netz. Ausgerechnet der Chef der in den vergangenen Wochen arg verunsicherten Abwehr sorgte für die so wichtige frühe Führung. Nur 11 Minuten später kam es im Zwickauer Strafraum zu einer Aktion, die nach den Vorgeschichten des Spieles Gesprächsstoff lieferte. Nimmermüde hatten die Zwickauer Verantwortlichen in den letzten Tagen darauf hingewiesen, dass der CFC-Sieg im Hinspiel nur aufgrund einer vermeintlichen Schwalbe von Steffen Kellig zu Stande kam. In Minute 15 war es diesmal Benjamin Boltze, der nach einem - vermeintlichen - Foul von Marcel Trehkopf im Sechzehner zu Boden ging und so Schiedsrichter Cyrklaff zum Pfiff bewog. Gewohnt kühl verwandelte Steffen Kellig auch seinen 8. Elfmeter in dieser Saison zum 2:0. Die Vorentscheidung schien gefallen zu sein, denn die Gäste waren bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal gefährlich vor den Kasten von Keeper Klömich gekommen und auch in der Folge blieb der CFC am Drücker, scheiterte aber in Person von Steffen Kellig und Felix Bachmann (22.) zunächst am Zwickauer Keeper Kallisch und anschließend an der Genauigkeit.

Es wird wohl ein Geheimnis dieses Nachmittags bleiben, ob die in Durchgang 1 wiederentdeckte Spielfreude gepaart mit Genauigkeit und Laufbereitschaft an den wenigen Einheiten mit dem neuen Trainer, der Sicherheit durch die frühe Führung oder der endlich wieder besseren Stimmung im Stadion lag. Vor allem auf den Flügeln war der CFC überlegen, was durchaus an den Außenverteidigern festgemacht werden kann. Während Christian Kunert wieder auf dem aufsteigenden Ast ist, konnte David Sieber zeigen, dass er auch nach seiner Verletzung auf links die Nummer 1 ist. Mit der ersten nennenswerten Chance nach einem Freistoß des Ex-Chemnitzers Marcus Jazwinski (26.) wachten die Gäste auf und lösten ihr bis dahin teilweise aus 9 Feldspielern bestehendes Abwehrbollwerk auf. Bis zur Halbzeitpause war der FSV im Spiel angekommen ohne allerdings zu größeren Möglichkeiten zu kommen.

Mit Christoph Franke zurück zum Erfolg!Nach der Pause spielte zum einen der Gast vom Spielstand getrieben weiter nach vorn, zum anderen fiel der Club wieder in alte Muster zurück und konnte nicht an die überzeugende erste Hälfte anknüpfen. Obwohl der CFC den Ball teilweise nur schwer aus der Abwehr bekam, konnte Zwickau nur eine gute Chance zum Anschlusstreffer verzeichnen, doch als Hanke in der 55. Minute frei vor Sebastian Klömich stand war Kapitän Baumann diesmal im eigenen Strafraum zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnte im letzten Augenblick klären. Dem CFC öffneten sich nun größere Spielräume, Kellig scheiterte nach Eingabe von Kunert per Kopf (51.), Sonnenberg brachte den Ball ebenfalls nach einem Pass von rechts aus Nahdistanz nicht unter (60.) und Felix Bachmann hätte sein tolles Solo in Minute 64 beinahe selbst gekrönt, aber nachdem er Keeper Kallisch ausgetanzt hatte traf er nur Zwickaus Gleis auf der Linie. In diesen Minuten konnte man froh sein, bereits in Halbzeit 1 vorgelegt zu haben und man erkannte, dass Christoph Franke in weniger als einer Woche das Problem der mangelnden Chancenverwertung noch nicht lösen konnte. Aufregung gab es dann erst 9 Minuten vor dem Ende wieder. Der wieder einmal als risikofreudiger Innenverteidiger agierende Yakubu Adamu rutschte im Strafraum in eine Eingabe und kam so mit der Hand an den Ball. Nach Rücksprache mit seinem Assistenten zeigte Referee Cyrklaff, der in der zweiten Halbzeit etwas von seiner Souveränität verlor, zum Jubel der 900 Zwickauer Anhänger erneut auf den Punkt. Zum Glück für den CFC besitzt der FSV Zwickau keinen Elfmeterschütze der die Coolness eines Steffen Kellig besitzt. Mario Scholze schickte Sebastian Klömich zwar in die falsche Ecke, jagte den Ball aber über den Kasten und geradewegs in das Fangnetz. In der 84. Minute war es der stets bemühte, aber wieder einmal glücklose Steven Sonnenberg, der die letzte Chance des Spieles vergab.

Fazit: Der CFC beschert seinem alten, neuen Coach Christoph Franke dank einer starken Anfangsphase einen wichtigen Sieg zum Einstand und sorgte somit für den Startschuss in einen hoffentlich erfolgreichen Saisonendspurt. Der Club hatte in Form der schnellen Führung und des verschossenen Elfmeters einfach das Quentchen Glück, was Tino Vogel in den letzten Wochen verlassen hatte. Die zweite Halbzeit zeigte aber bei aller Freude über den Sieg, dass gerade in der Chancenverwertung und im Defensivverhalten noch viel Arbeit vor Christoph Franke und der Mannschaft liegt. Am kommenden Mittwoch bietet sich nun die Chance mit einem Sieg im Sachsenpokalfinale im Umfeld die nötige Ruhe für diese wichtige Arbeit zu schaffen.

Wertung: 3

Beste Himmelblaue: Bachmann, Sieber, Becker

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