Saison 2007/2008
CFC / NOFV-Oberliga



 
FC Carl Zeiss Jena II
FC Carl Zeiss Jena II1:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
25. Spieltag - Oberliga Nordost-Süd - Saison 2007/2008
Sonntag, 04. Mai 2008, 13:30 Uhr
Ernst-Abbe-Sportfeld, Jena
Zuschauer: 1.013
Schiedsrichter: Paul Müller (Berlin)
FC Carl Zeiss Jena IITorfolgeChemnitzer FC
T Kraus
A Spanier
A Hoffmann
A Wendler
A Reuther
M SchrapsGelbe Karte
M ZimmermannGelbe Karte
M Holzner
M Petersen
S Wuttke
S Fardjad-Azad (68. Kubirske)

Trainer: Michael Junker
1:0 Reuther (42.)
1:1 Adamu (64.)

T Klömich
A KunertGelbe Karte
A AdamuGelbe Karte
A Baumann
A Sieber
M Becker
M Boltze
M Bachmann (53. Großmann)
M Schlosser
S Kellig
S SonnenbergGelbe Karte

Trainer: Christoph Franke
Spielbericht

Punktgewinn am Ende redlich verdient

Von Frank Neubert

Nach dem vielversprechenden Einstand von Christoph Franke mit dem 2:0 gegen Zwickau und dem schweren, aber erfolgreichen Pokalfinale gegen Sachsen Leipzig am vergangenen Mittwoch galt es nun unter dem neuen, alten CFC-Coach erstmals in der Fremde zu bestehen. Acht Spiele am Stück hatten die Thüringer Bubis nicht verloren, welche in Folge dessen mittlerweile an den Aufstiegsplätzen zur Regionalliga schnupperten und noch zudem auf Verstärkung aus der ersten Mannschaft hoffen konnten. In Form von Kraus, Holzner und Petersen wurde diese am Samstag auch gewährt.

Gut 500 Chemnitzer waren in Jena mit dabeiDer mit durchschnittlich 315 Zuschauern bis dato dürftige Heimschnitt der Thüringer wurde bei herrlichen Frühlingswetter bei knapp über 1.000 Zuschauern kräftig aufgepeppt, auch dank der ca. 500 mitgereisten Chemnitzer Fans, welche sich im Gästeblock lautstark bemerkbar machten. Gleich gegenüber auf der Tribüne und somit mit dem akustischen Vorteil eines Daches ausgestattet, stand der Jenaer Kern um die Horda Azzuro, welche ihrerseits mit beständigen Support auf sich aufmerksam machte. Das Gesangsduell war in der ersten Hälfte auch weit spannender als das Geschehen auf dem geschnittenen Grün. Beide Mannschaften stocherten lediglich mit dem Ziel auf dem Rasen herum, dem Gegner möglichst wenig Platz zum Spielaufbau zu lassen. Heraus kam dabei ein unansehnliches Gekicke ohne bemerkenswerte Strafraumszenen. Als geneigter Club-Fan hatte man noch dazu das Gefühl, daß Schieri Müller seinen gelben Karton vor dem Spiel gegen das neueste Zeiss-Fernglas eingetauscht hatte und so über manches grobe Einsteigen der Saalestädter großzügig hinwegschaute. Als sich die Blicke zwecks Halbzeitpfiff und dem nächstgelegenen Bratwurststand schon zur großen Stadionuhr wandten, fand plötzlich doch noch Ballsport auf dem Rasen statt: Holzner verteilt aus der Mitte steil auf Reuther, der direkt scharf abzog und Klömich keine Chance ließ. 1:0 zu einem psychologisch völlig falschen Zeitpunkt. Tolle (Brat-) Wurst!

Aber der Club kam mit Wut im Bauch aus der Kabine. An der Stelle im Kopf, wo in Sangerhausen mental bereits ein weißes Bettlaken geschwenkt wurde, stieg jetzt die himmelblaue Flagge empor. Der Club wehrte sich und biß zurück. Aus Lethargie wurde Aktivität, aus Gefälligkeit Drang und der fehlende Meter zum Ball wurde jetzt zum Jenaer Problem. Schlosser und Becker kurbelten unermüdlich das Spiel an. Auch der eingewechselte Großmann belebte die Partie. Und Adamu, die schwarze Wand aus Nigeria, schaltete sich in die himmelblauen Angiffe mit ein, während Baumann hinten absicherte. Nach gut einer Stunde Spielzeit gab es Freistoß für den CFC: Schlosser schaufelt das Leder in den Strafraum, Krause wehrt ab, aber Becker bringt den Ball erneut vor das Jenaer Tor. Und genau dort steht Adamu goldrichtig und köpft das Spielgerät wuchtig in die lange Ecke - und der Ball zappelte zum 1:1 im Netz! Der Lohn der himmelblauen Bemühungen! Aber es sollte noch besser kommen. Der Club zog sich nach dem Ausgleich nicht zurück, sondern wollte mehr. Möglichkeiten zur himmelblauen Führung gab es mehrere - Großmann säbelte über das Gebälk, Schlosser feuerte zwei Aufsetzer auf Keeper Kraus ab, und Sieber jagte einen Gewaltschuß knapp über die Latte. Jena lauerte auf Konter, konnte aber nur in einer Situation mit Petersen Angstschweiß im Chemnitzer Lager verbreiten. Am Ende blieb es beim 1:1-Unentschieden, welches unter dem Strich wohl so in Ordnung geht.

Fazit: Der CFC hat mit dem Remis in Jena einen aufstrebenden Gegner auf Distanz gehalten und profitiert noch dazu von den Punktverlusten der hinter ihm stehenden Verfolger. Das 1:1 nährt die Hoffnung, daß die Zeit der Chemnitzer Rumpelfüße ad acta gelegt werden kann. In Sangerhausen noch sinnlos angerannt, diesmal den Ausgleich erzwungen - so könnte das kurze Resümee zum Unterschied zwischen Tino Vogel und Christoph Franke lauten. Der Club scheint sich nicht nur daheim, sondern auch auswärts auf dem Wege der Besserung zu befinden. Der nächste Akt im himmelblauen Ballhaus geht schon am nächsten Samstag über die Bühne. Und erneut ist Sachsen Leipzig der Gegner. Noch ein Sieg (nach dem 1:0 im Pokalfinale am letzten Mittwoch) würde Franke wohl endgültig in den Rang des erfolgreichen Besei-Tigers des Chemnitzer Rumpelfußballs erheben...

Wertung: 3,0 (leider erste Hälfte verpennt)

Beste Himmelblaue: Becker, Schlosser, Adamu, Sieber

Trainerstimmen

Christoph Franke (zum MDR)
"Wir waren in der ersten Halbzeit zu inaktiv. Da war ich sehr unzufrieden. In der zweiten Halbzeit haben wir Druck aufgebaut und auch verdient den Ausgleich erzielt. Mit ein bisschen mehr Ruhe in unseren Aktionen wäre auch ein Sieg möglich gewesen."

Michael Junker (zum MDR):
"Ich bin zufrieden mit dem einen Punkt, das haben wir uns vorgenommen. Schade, dass wir nach dem 1:1 geflattert haben. Aber vier Punkte aus den Spielen gegen Plauen und Chemnitz haben mich positiv überrascht."

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