Saison 2002/2003
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:0KFC Uerdingen
KFC Uerdingen
29. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2002/2003
Samstag, 03. Mai 2003, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 2.500
Schiedsrichter: Perschke (Hamm)
Chemnitzer FCTorfolgeKFC Uerdingen
T Hiemann
A Göhlert
A BaumannGelbe Karte
A Schmidt
A Mehlhorn
M Zedi
M Tchipev
M Meissner
S Meyer
S Rolleder (83. Simic)
S Demir

Trainer: Müller
Tore Fehlanzeige

T Selke
A Evers
A Koenen (73.Sauerland)
A Clarke
M Ze LuisGelbe Karte
M Scherbe
M ÖzkayaGelbe Karte
M Maass
S Wersching
S Cebe
S Janota

Trainer: Wollitz
Spielbericht

CFC verpasst wichtigen Dreier im Kampf gegen den Abstieg

Von Frank Neubert

Uerdingen und Chemnitz - noch vor gut zehn Jahren haben beide Vereine die Höhenluft des UEFA-Cups schnuppern dürfen - letzten Samstag traf man sich lediglich zum Abstiegsduell in der Regionalliga Nord. So glücklos, wie sich der Werdegang beider Vereine darstellt, so unglücklich agierten auch beide Sturmreihen vor dem gegnerischen Tor und bewiesen damit wohl zurecht, warum jetzt beide Teams 2 Etagen tiefer gegen den Ball treten.
Nach den bescheidenen Leistungen des CFC hatten sich immerhin 2.548 Optimisten auf die Fischerwiese verlaufen, um den so dringend benötigten Heimsieg mit eigenen Augen zu beobachten. Unter ihnen 26 handgezählte Fans aus "Öding". Wetter und Stimmung pendelte sich bei trist bis schlecht ein. Grund dafür war die erneut unbeflaggte und stimmungslose Südkurve, da es beim Away-Kick in Osnabrück zum wiederholten Male einen Vorfall zwischen den szenekundigen Beamten des CFC und seinen Auswärtsfahrern gegeben hatte. In Halbzeit Eins flatterte daher nur ein erneutes Transpi im Wind der Südkurve - diesmal mit der Aufschrift "Wenn Euch was fehlt - Wir sind im Pub". Vielleicht hätte man den Aufhänger der Aktion deutlicher benennen sollen, denn die letzten CFC-Leistungen waren trotz mancher Fehlinterpretation nicht der wirkliche Auslöser gewesen.
Die erste Halbzeit sah engagierte Hausherren, die mit kämpferischen Elan versuchten, ihre bescheidenen spielerischen Mittel zu kaschieren und somit Druck zu erzeugen. Youngster Baumann spielte von Beginn an in der Abwehr, und im Mittelfeld mühten sich Meissner und Tchipev um einen erfolgreichen Spielaufbau. Phasenweise gelang dies auch, so dass sich auf CFC-Seite mehrere gute Einschussmöglichkeiten ergaben. Bereits nach 6 Spielminuten besass der fleissige Rolleder die erste Kopfballchance, zirkelte den Ball jedoch am Kasten vorbei. Die beiden besten Möglichkeiten in Halbzeit 1 sollte Ersin Demir besitzen, der zwar unauffällig agierte, bei 2 Kopfbällen jedoch seine ganze Explosivität unterstrich. Den vom Kleinhirn schon zur Zunge abgeschickten Torjubel verhinderte jedoch Keeper Selke mit 2 nahezu unglaublichen Glanzparaden. Im Gegenzug musste man wiederum höllisch auf der Hut sein, dass die in Osnabrück auseinandergebröselte Abwehr nicht neue Löcher offenbarte. Vor allem Özkaya erwies sich hier als CFC-Schreck, als er in der 38. Minute bereits Hiemann umkurvt hatte, sein Schuss jedoch von Göhlert noch von der Linie gekratzt wird. Zur Halbzeit ein eher schmeichelhaftes Remis für die Gäste aus dem Westen der Republik.
In der Halbzeit mauserte sich die heilige FiWi zum ersten Mal zur Eheanbahnungsstätte, als eine gestandene CFC-FanIn nebst Nachwuchs den auf den Rängen stehenden Männe um das Ja-Wort bat. Stadionsprecher Kadner, der einen solchen Moment auch zum ersten Mal erlebte, musste aufgrund der undeutlich genuschelten, männlichen "Joa-hah"-Antwort noch einmal deutlich nachfragen, ob die Beiden nun wirklich zueinander finden würden. Die Bestätigung aus beiden Kehlen brachte dann den Beifall des bürgerlich rechtschaffenden und alimentefreien Publikums im Stadionrund.
Die zweite Halbzeit gestaltete sich zur Kopie der ersten Hälfte - der CFC durchaus bemüht, über den Kampf ins Spiel zu finden, und Uerdingen mit phasenweise gescheiten Konterspiel. Es war keine richtig gute Partie, aber auch kein ödes Abstiegsgewürge. Fraglich bleibt jedoch, wie stark der Rest der Truppe zu bewerten ist, wenn sich ein Ur-Oldie wie Mehlhorn noch positiv von der Masse abheben kann und dutzendweise positive Akzente versprüht. Auch Hiemann fiel trotz einiger guter Paraden in 2-3 Szenen durch buchstäbliches "Torhüten" auf, sprich, auch wenn der Ball durch den Torraum segelte, wurde eisern auf das Gebälk aufgepasst, als ob es einer der Uerdinger Kicker klauen wöllte. Rolleder hatte erneut die erste Chance in Halbzeit 2, semmelte den Ball jedoch neben das Tor. Dann durften sich die Gäste einmal versuchen, stellten sich aber bei den 2 Chancen durch Wersching auch nicht wesentlich gescheiter an. Einen richtigen Aufreger gab es dann in der 70.Minute, als Rolleder einem weiten Ball in den Uerdinger Strafraum hinterhereilt, vom Torwart Selke dabei zwar leicht behindert wird, sich jedoch viel zu theatralisch fallen lässt, um auch nur in den Verdacht eines Elfmeterpfiffes zu gelangen. In der Südkurve bemühten sich die nicht der Ultra-Szene angehörenden Fanclubs zweimal um Stimmung, die jedoch mehr oder weniger verpuffte. Nach etwas mehr als 90 Minuten ertönte dann das Pfeifgerät des akzeptablen Schiedsrichters Perschke aus Hamm und beide Seiten rätselten nach dem schlussendlichen 0:0 auf der Pressekonferenz heftig darüber, ob man nun 1 Punkt gewonnen oder 2 Punkte verloren hatte.
Aus Sicht des gastgebenden himmelblauen Vereins war es am Ende wohl aber so, dass die höhere Anzahl der Torchancen zu verzeichnen war und somit im Sinne eines Heimspieles aus CFC-Perspektive von 2 verschenkten Punkten zu reden sein dürfte. Ein Blick auf die Tabelle zeigt zwar, dass man sich die Uerdinger von der Pelle halten konnte, dafür aber die Resultate der unmittelbaren Konkurrenz eher zum Zähneknirschen als zum Schenkelklopfen anregen konnten. Bei den jetzt erreichten 35 Pünktchen liegt klar auf der Hand, dass der CFC mindestens noch 2 Siege braucht, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen zu können. Paderborn? Bremen? Babelsberg? Dynamo? Köln? Jeder suche sich seine 2 Favoriten mehr oder minder ohne längeres Grübeln aus *grübel+schluck*...


Wertung: 3,5

Beste Himmelblaue: Meissner, Tchipev, Mehlhorn

Pressestimmen

Chemnitzer Morgenpost
Zehn Chancen, aber alle vergeigt! Demir der größte Sünder... [..] Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel! [..] Chemnitz stolperte insgesamt zehn Chancen entweder am Tor vorbei oder in die Arme von KFC-Keeper Sebastian Selke. [..] Fazit: Chemnitz bleibt weiter mittendrin im Abstiegskampf.

Chemnitzer Blick
Komisches Spiel [..] "Ich habe ein komisches Spiel gesehen. Fußball war das nicht", fasste Gästetrainer Claus-Dieter Wollitz seine Beobachtungen während des Spiels zusammen.

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