Saison 2007/2008
CFC / NOFV-Oberliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:0FC Sachsen Leipzig
FC Sachsen Leipzig
Finale - Sachsenpokal - Saison 2007/2008
Mittwoch, 30. April 2008, 18:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 7.750
Schiedsrichter: Nixdorf (Dresden)
Chemnitzer FCTorfolgeFC Sachsen Leipzig
T Klömich
A Sieber
A Baumann
A AdamuGelbe Karte
A Kunert
M SchlosserGelbe Karte
M BeckerGelbe Karte
M BoltzeGelbe Karte (90. Großmann)
M Bachmann (88. Schimmel)
S Kellig
S SonnenbergGelbe Karte

Trainer: Christoph Franke
1:0 Sonnenberg (25.)

T Lippmann
A KöckeritzGelbe Karte
A Möckel
A Kühne (80. Richter)
M Garbuschewski
M Oswald
M T. Breitkopf (63. Heinze)
M BaumGelbe Karte (80. N. Breitkopf)
M Rozgonyi
S Semmer
S GandaaGelbe Karte

Trainer: Hans-Jörg Leitzke
Spielbericht

Prophezeiter Standard-Pokalsieg

Von Erik Büttner

Herrliches Frühlingswetter, 7.750 Menschen bildeten eine prächtige Kulisse auf der Fischerwiese - es war angerichtet für einen schönen Pokalabend. Nur das Spiel konnte nicht so ganz mithalten. Zwar sahen die Zuschauer ein rassiges, kampfbetontes Spiel. Dennoch blieb auch viel Stückwerk und so musste ein Standard zum Tor des Tages herhalten.

"Nostradamus prophezeit, der Pokal steht für den FCK bereit" stand in der Südkurve beim Auflaufen der Mannschaften zu lesen. Und die Sterne standen gut, dass wenigstens diese Vorhersage des französischen Mittelalterpropheten eintreten würde. Denn mit seinem Vorgänger "Chemie" wartet der FC Sachsen bereits seit 1976 auf einen Sieg in Chemnitz!
Die himmelblaue Elf, in der erneut Matthias Großmann fehlte, begab sich dann auch sofort auf den Weg Richtung Leipziger Tor. Wie bereits gegen Zwickau gesehen, agierte Chemnitz dabei unaufgeregt und verhalten druckvoll. Der Kontrahent aus der Messestadt legte sein Augenmerk zunächst auf die Defensive um dann mit schnellen Kontern Akzente zu setzen. Das Geschehen spielte sich daher meist zwischen beiden Strafräumen ab.
Nach reichlich einer Viertelstunde witterte der Gast Morgenluft und legte mehr Engagement in seine Aktionen. Resultat waren mehrere Ecken und brenzlige Situationen. Als dann Baumann den Ball vertendelte und Klömich gegen Semmer nur mit beherzten Zupacken dessen Torhunger stillen konnte, forderten die Grün-Weißen Strafstoß. Doch Schiedsrichter Marek Nixdorf (Dresden) ließ sich nicht darauf ein, die wohl richtige Entscheidung.
Chemnitz überstand diese Sturm und Drangphase der Gäste prächtig. Denn schon ein paar Minuten später waren die Himmelblauen oben auf. Zweite Ecke in Serie: Flanke Boltze - Kopfball Sieber - Kopfball Sonnenberg - TOOOOOOOOR!!! Tosender Jubel der über 6.500 CFC-Anhänger erschütterte die Fischerwiese in ihren Fundamenten.
Nach der Führung blieb der CFC wie Leipzig am Ball. Die Partie war jetzt rassiger. Deutliche Torchancen ergaben sich: Auf Chemnitzer Seite vertendelte Sonnenberg die beste, als er FCS-Torwart Lippmann austanzt, dann aber mit einem katastrophalen Zuspiel die Möglichkeit vernichtet. Auf der anderen Seite hätte Lee Gandaa mindestens 2x treffen müssen, nachdem er wiederholt der himmelblauen Defensive entwischt war. Und so ging Chemnitz mit der knappen Führung im Rücken und Applaus von den Rängen in die "Fuffzn".

Tobias Becker hält Pott in den HändenIn der Pause wurde ein Autofahrer ausgerufen, der auf einem Sendekabel stand und den Datenstrom blockierte. Beim CFC aber stand keiner auf der Leitung und so zeigte er sich mit dem Wiederanpfiff wieder gefährlich: Bachmann scheiterte in Minute 50 doppelt, am Pfosten und FCS-Torwart Lippmann.
Doch nach gut einer Stunde wechselte sich das Blatt. Der CFC zog sich mehr und mehr in die Defensive zurück und ließ den FC Sachsen in Handballmanier um den Strafraum patrouillieren. Eigene Angriffsaktionen wurden meist Opfer überhasteter, wenig durchdachter Aktionen und vor allem auch viel zu schneller Verluste des Balls nach Eroberung dessen. Bei den ganz wenigen Chancen stand entweder ein eigener Mann (Adamu/64.) oder Unvermögen (Kellig/84.) im Weg.
Glücklicherweise sah das bei den Messestädtern nicht viel besser aus. Leipzig agierte zwar deutlich überlegen und mir mehr Ballbesitz, nutze aber Schwimmeinlagen der CFC-Verteidigung nicht aus. Semmer und Lee Gandaa machten zwar Adamu, Baumann & Co. das Leben zu Hölle, gaben sich dann aber vor dem Tor harmlos. Semmer traf nach Unterlaufens einer Ecke von Klömich das leer Tor nicht. Ebenso Lee Gandaa, der den Ball freistehend je einmal in Klömichs Hände und ins Außernetz setze.
Bezeichnend dann die letzte Szene des Spiels: Auf den Sitzen hielt es im Stadion schon keinen mehr, da gab es in der 2. Minute der Nachspielzeit nochmals Ecke für Leipzig. Wieder irrten CFC-Torwart & Feldspieler planlos durch den Strafraum und wieder trafen die Grün-Weißen - diesmal war es Breitkopf - das nahezu ungeschützte Tor nicht.

Deren Pech, denn dann war Schluss und Chemnitz jubelte sich glückselig in die Walpurgisnacht. Medaillen wechselten den Besitzer, erst für die unterlegenen "Chemiker", dann für die Schiedsrichter und natürlich die Siegerkicker vom CFC. Es fehlte eigentlich nur noch eines, das Wichtigste, der Pokal. Und den übergab dann Sachsens Justizminister Geert Mackenrodt in die Verantwortung des Chemnitzer Kapitäns Mike Baumann. "We are the Champions" tönte es aus den Lautsprechern der Fischerwiese und als "Die jungen Tenöre" "Stand up for the Champions" forderten, zierte ein Feuerwerk den Abendhimmel. Derweil präsentierten die CFC-Akteure jedem einzelnen Zuschauer ihr "Beutestück". Feiern, das haben die Himmelblauen auch in der Oberliga nicht verlernt...

Wertung: 3 (Rassiges Kampfspiel, dem aber die Klasse fehlte)

Beste Himmelblaue: Becker, Adamu

Spielerstimmen

Steven Sonnenberg (im MDR-Interview)
"Wir konnten sowohl dem Verein etwas zurückzahlen als auch unseren tollen Fans. Wenn so schöne Spiele hier sind, dann sieht man, daß die Bude voll ist und es macht einfach richtig Spaß. In der ersten Pokalrunde wünsche ich mir jetzt die Bayern. Der Gegner in der zweiten Runde ist mir dann egal."


Trainerstimmen

Christoph Franke (zum MDR)
"Die glücklichere Mannschaft hat heute gewonnen. Der Ausgleich hätte natürlich fallen können. Es war ein Kampfspiel mit wenig spielerischen Elementen. Wir haben es uns durch viele Ballverluste selbst schwer gemacht. Danke an die Mannschaft und Trainer Tino Vogel, denn die haben uns ins Finale gebracht."

Hans-Jörg Leitzke (zum MDR):
"Ich bin natürlich enttäuscht. Ich denke, wir haben ein rassiges Finale gesehen. Es war alles dabei - von Schiedsrichter-Fehlentscheidungen bis zu den ungenutzten Chancen. Wir haben uns gut präsentiert, aber die Nerven haben nicht mitgespielt. Wir haben ein Mal geschlafen, und da hat Chemnitz zugeschlagen."

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