Saison 1984/1985
FCK / DDR-Oberliga



 
BSG Sachsenring Zwickau
BSG Sachsenring Zwickau3:1FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt
2. Runde - FDGB-Pokal - Saison 1984/1985
Samstag, 22. September 1984, 15:00 Uhr
Georgi-Dimitroff-Stadion, Zwickau
Zuschauer: 6.000
Schiedsrichter: P. Müller (Dresden)
BSG Sachsenring ZwickauTorfolgeFC Karl-Marx-Stadt
T Rathmann
A Mittag
A Hahn
A Babik
A J. Schykowski
M Keller
M Richter (46. Dombrowski)
M SchlickeGelbe Karte
S Leonhardt (69. U. Riedel)
S Schneider
S Schneidenbach

Trainer: Jürgen Croy
1:0 Keller (38.)
1:1 Bähringer (42.)
2:1 Keller (48.)
3:1 Schneider (57.)

T Krahnke
A BähringerGelbe Karte
A Eitemüller
A Uhlig
A Fankhänel
M A. Müller
M J. Müller
M Ihle (54. Bletsch)
S Glowatzky
S Persigehl
S Wienhold

Trainer: Manfred Lienemann
Pressestimmen

FUWO

Gäste aus allen Träumen gerissen

Was war bloß mit dem FCK los? Die Gäste vermochten diesem abwechslungsreichen und spielerisch recht guten Treffen niemals ihren Stempel aufdrücken. Das taten dafür die Zwickauer in einer bemerkenswerten Art und Weise. Energisch, zweikampfstark, voller Dynamik und Tatendrang, so gingen die Gastgeber zu Werke. Als sie merkten, daß den Karl-Marx-Städtern die Ideen fehlten, bekamen sie sofort Übergewicht. Aus der stabilen Deckung heraus (Mittag) starteten sie über ein variables und auch gedanklich frisches Mittelfeld (Keller, Schlicke, später auch Dombrowski) Angriffe, gegen die der FCK schnell auf verlorenen Posten stand.

"Mich hat die Mannschaft überzeugt. Endlich hat sie sich in einer schwierigen Partie behauptet", freute sich der alte Stratege Alois Glaubitz. Auch als den Gästen bald nach dem ersten Führungstreffer Kellers der Ausgleich gelang, verkrampfte die Elf in keiner Weise und blieb ihrer spielerischen Linie treu. "Das rechne ich meinen Mitspielern sehr hoch an", lobte Kapitän Joachim Schykowski, der Bähringers Gewaltschuß noch per Kopf abgefälscht hatte. In der Tat war es höchst erstaunlich, daß der Platzbesitzer weiterhin am Drücker blieb, "mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung kämpferisch und spielerisch überzeugte", so Jürgen Croy.

Dagegen blieb der Klub vieles schuldig. Er operierte ohne Schneid, umständlich, viel zu drucklos und wurde so aus allen Pokalträumen gerissen. In allen Mannschaftsteilen (!) traten erstaunliche Schwächen zutage. Überraschend dabei, daß die Routiniers (Bähringer, Uhlig, J. Müller) als erste die Übersicht verloren und versagten. "Wir spielen derzeit einfach zu wechselhaft", kritisierte Manfred Lienemann. Lob verteilte er nur an die jungen Wienhold und Fankhänel, die noch am ehesten Normalform erreichten.

(Andreas Baingo)

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