Saison 1990/1991
CFC / NOFV-Oberliga



 
1. FC Lok Leipzig
1. FC Lok Leipzig3:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
21. Spieltag - NOFV-Oberliga - Saison 1990/1991
Samstag, 20. April 1991, 15:00 Uhr
Bruno-Plache-Stadion, Leipzig
Zuschauer: 2.000
Schiedsrichter: P. Müller (Dresden)
1. FC Lok LeipzigTorfolgeChemnitzer FC
T Saager
A D. Müller
A Kracht
A LindnerGelbe Karte
A Hammermüller
M Halata
M Engelmann
M Bredow
M Pellmann (66. M. Liebers)
S Anders (60. Rische)
S Hobsch

Trainer: Gunter Böhme
1:0 Anders (12.)
2:0 Rische (82.)
3:0 Lindner (86.)

T Hiemann
A Barsikow
A BittermannGelbe Karte (6. Seifert)
A Laudeley
A Illing
M Köhler
M Keller
M Ziffert
M Mehlhorn (64. Wienhold)
S Renn
S Heidrich

Trainer: Hans Meyer
Pressestimmen

FUWO

Alle staunen über Lok - die Gründe für den Höhenflug

Die Leipziger stehen nach dem 3:0 gegen Chemnitz erstmals seit Mitte September wieder auf einem Bundesligaplatz, nachdem sie zwischenzeitlich sogar schon bis auf Rang 13 abgerutscht und völlig aus dem Rennen waren. Zuletzt sechs Spiele ohne Niederlage und 9:3 Punkte waren dazu erforderlich. Das hat auch eine gestiegene, gefestigte Moral mit sich gebracht. Sie gab schließlich - am Ende nicht nur im Ergebnis ganz klar - in diesem Duell zweier Bewerber um den direkten Einzug in den bezahlten Fußball den Ausschlag.

Die Leipziger gingen wesentlich entschlossener in diese doch recht bedeutsame Partie. Trainer Gunter Böhme kündigte zuversichtlich an: "Das 1:2 vom Vorjahr ist uns Warnung genug. So werden wir uns nicht noch einmal überraschen lassen." Die Entschlossenheit zeigte sich dann sehr anschaulich im für den Spielverlauf ja nicht unwichtigen Duell Lindner - Heidrich, das der Leipziger sehr couragiert und auch auf Kosten einer frühzeitigen gelben Karte klar für sich entschied. Und zwei weitere Faktoren gaben schließlich den Ausschlag:
Erstens: Die Gastgeber verfügten mit Halata über einen erstklassigen Spielgestalter und Antreiber.
Zweitens: Mit Anders, dem für ihn eingewechselten Rische und Lindner besaß Lok drei entschlossene Vollstrecker.

Dem hatten die Chemnitzer auch nicht annähernd Gleichwertiges entgegenzusetzen. Die frühzeitige Führung war natürlich Wasser auf die Leipziger Mühlen. Schon da kam die unterschiedliche Einstellung zum Ausdruck: Bei Halatas Eckball klebte Torwart Hiemann auf der Linie, keiner griff Anders energisch an, so daß er von der Torraumlinie ziemlich unbedrängt einköpfen konnte. Der Chemnitzer Trainer Hans Meyer sprach am Ende sichtlich enttäuscht von "naiver Zweikampfführung, bravem, biederem Verhalten, mit dem der bezahlte Fußball nicht zu erreichen ist". Deutliche Worte! Meyer hat sie offensichtlich in der Halbzeitpause nochmals mit Nachdruck wiederholt. Danach war ein verstärktes Bemühen der Gäste zu spüren. Aber mehr als bescheidene Ansätze wurden es auch jetzt nicht. Rico Steinmann, nach seiner Gelbsperre nun wegen einer Knöchelverletzung zum Zuschauen verurteilt, fehlte an allen Ecken und Enden. Keiner vermochte Bindung ins Spiel zu bringen. So war Libero Barsikow nicht nur der auffälligste, sondern zugleich auch der einzige torgefährliche Spieler. Sein Lattenknaller kurz vor der Pause blieb aber der einzige Hoffnungsschimmer, dem Geschehen vielleicht doch noch eine Wende zu geben.

Das die Leipziger bei ihrem erstaunlichen Aufwand noch etwas Zeit zur Stabilisierung brauchen, zeigte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Da nämlich ließen sie sich kurzzeitig das Heft aus der Hand nehmen, war ihnen das knappe 1:0 offenbar wichtiger als ein möglicher klarerer Sieg. Sie schlugen dann aber doch noch zu, demonstrierten ihre Variationsmöglichkeiten und eigentlichen Stärken mit zwei sehenswerten Treffern: Erst nahm der eingewechselte Rische - wohl dem Klub, der solch einen Mann auf der Bank hat - eine Maßflanke von Engelmann an der Strafraumgrenze mit der Brust an und jagte den Ball halbhoch in die Ecke. Dann zirkelte Lindner einen 20m-Freistoß ebenso unerreichbar ins Netz.

(Manfred Binkowski)

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