Saison 1990/1991
CFC / NOFV-Oberliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC3:0Eisenhüttenstädter FC Stahl
Eisenhüttenstädter FC Stahl
22. Spieltag - NOFV-Oberliga - Saison 1990/1991
Samstag, 27. April 1991, 15:00 Uhr
Stadion an der Gellertstrasse, Chemnitz
Zuschauer: 3.400
Schiedsrichter: Ziller (Königsbrück)
Chemnitzer FCTorfolgeEisenhüttenstädter FC Stahl
T Hiemann
A Barsikow
A Laudeley
A Seifert
A Illing
M Köhler
M Steinmann
M KellerGelbe Karte
S Renn
S Heidrich
S Mitzscherling (73. Spranger)

Trainer: Hans Meyer
1:0 Köhler (33.)
2:0 Heidrich (50.)
3:0 Heidrich (59.)

T Rudwaleit
A A. Wittke
A Kluge
A Bitzka
A Bartz
M Backasch
M SchnürerGelbe Karte
M Lahn (73. Menze)
M M. SchulzGelbe Karte (46. Löhnert)
S K. Schulz
S RichertGelbe Karte

Trainer: Günter Reinke
Pressestimmen

FUWO

Die Sensation fällt aus, "Hüttes" Kraft ist alle

"Hütte" und die Mannschaft der Rückrunde? Nein und nochmals nein. Die Sensation, nach der es lange aussah, fällt aus. Denn: Die Kraft ist alle. Wer Stahl vor vier Wochen sah und jetzt, erkennt die Truppe nicht wieder. Sie hat dermaßen abgebaut, daß ihr eigentlich kein anderer Weg mehr bleibt als der in die Relegation. Vor allem Trainer Günter Reinke fiel es schwer, die richtigen Worte nach der Demontage in Chemnitz zu finden. Dann aber wurde er doch noch deutlich: "Das war Amateur-Fußball. Die Mannschaft hat sowohl körperlich als auch technisch-taktisch versagt." Das sieht so aus: In 20 Spielen vorher ließ die Abwehr ganze zwölf Gegentore zu. In den vergangenen 180 Minuten gegen Halle und Chemnitz dagegen demütigende sieben! Manndecker Bitzka sieht den Grund für den Abfall "in der englischen Woche, als wir das Pokal-Halbfinale hatten und das Nachholespiel gegen Rostock. Seitdem geht's bergab. Uns fehlt die Frische. Wir sind völlig runter."

Wohin aber soll das führen? Eisenhüttenstadt ist in der Tat so weit abgesackt, daß keiner mehr von der direkten Qualifikation für den bezahlten Fußball redet. Dabei ist der Abstand zu Platz 6 trotz der höchsten Saison-Niederlage bei zwei Punkten geblieben. Aber Spieler wie Trainer sind Realisten. Ihre bittere Erfahrung: Es geht so gut wie nichts mehr. In dieser Situation ist die Abwehr gefordert. Sie war häufig genug Garant für mindestens einen Punkt. Aber bei den kapitalen Schüssen von Köhler und Heidrich war selbst der baumlange Rudwaleit mit seinen 1,97m ein gehöriges Stückchen zu klein. Auch er sieht "Hütte" nur über die Umleitung in den bezahlten Fußball kommen: "Wir haben stets an der oberen Grenze gespielt. Jetzt fehlt die Fitneß. Also: Alle Kraft für die Relegation."

Genau die ist für die Chemnitzer natürlich kein Thema. Sie schossen endlich einmal Tore. Erstmals sogar drei in einem Saison-Spiel. Außerdem eines schöner als das andere. Dabei hatte Trainer Hans Meyer Bauchschmerzen vor diesem Spiel, "denn auch wir waren ja von der Rolle". Danach aber stellte er zufrieden fest: "Wir haben uns sehr gesteigert und mit Herz gespielt. Trotzdem haben wir nicht mehr als eine Pflichtaufgabe erfüllt. Denn grundsätzlich hat sich an unserer Situation ja nichts geändert." Um aber mit den Worten des Manchmal-Skeptikers Meyer zu sprechen - sie hat sich zumindest nicht verschlechtert, auch wenn den Chemnitzern ihr schlechter Torstand nach wie vor zu schaffen macht. Der Trainer ist sich angesichts der Gesamtsituation sicher: "Die Sache wird ganz eng." Es scheint, als würden die Chemnitzer dem 3:0 gar nicht recht trauen. Sie wähnen sich noch längst nicht über den Berg. Wie sagte doch Manager Peter Müller? "Jetzt haben wir erst einmal nur wieder den normalen Stand erreicht."

(Andreas Baingo)

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