Saison 1990/1991
CFC / NOFV-Oberliga



 
FC Berlin
FC Berlin2:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
25. Spieltag - NOFV-Oberliga - Saison 1990/1991
Freitag, 17. Mai 1991, 18:00 Uhr
Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Berlin
Zuschauer: 811
Schiedsrichter: Heynemann (Magdeburg)
FC BerlinTorfolgeChemnitzer FC
T Walow
A Szangolies
A Ksienzyk
A Reich
A Herzog
M Arndt
M Küttner
M Bonan
M Hennig (87. Jesse)
S Boer (75. Bernhardt)
S Rehbein

Trainer: Jürgen Bogs
0:1 Keller (43.)
1:1 Boer (49.)
2:1 Bernhardt (76.)

T Hiemann
A Barsikow
A Illing
A Seifert (55. Krämer)
A KellerGelbrote Karte
M Renn
M Steinmann
M Köhler
M Mehlhorn
S Heidrich
S Mitzscherling

Trainer: Hans Meyer
Pressestimmen

FUWO

Chemnitz braucht nun Sieg gegen Halle

Das war nicht die typische Reaktion eines Trainers, dessen Mannschaft gerade die letzte Chance für den Aufstieg in die erste Bundesliga vergeben hatte und vielleicht sogar den möglichen UEFA-Cup-Platz. Sachlich nüchtern analysierte Chemnitz-Trainer Meyer das 1:2 beim FC Berlin: "Ein verdienter Sieg der Berliner. Sie waren spritziger. Wir machten zu viele Stockfehler." Kein Wort über ausgelassene Chancen, keine Enttäuschung. Danach befragt: "Schon nach der verkorksten ersten Halbserie hätten wir es nicht verdient." Der Chemnitzer Manager Peter Müller haute in die gleiche Kerbe: "Selbst 28 Punkte könnten für die zweite Bundesliga nicht reichen." Nach der 1:2-Niederlage blieben die Chemnitzer bei diesen 28 Punkten stehen. Nun kann von einem ruhigen Austrudeln der letzten Oberliga-Saison daheim gegen Halle keine Rede mehr sein. Ohne Keller, nach seiner roten Karte gesperrt, muß ein Sieg her. Dann ist neben der zweiten Bundesliga auch der UEFA-Cup-Platz sicher.

Die Situation der Berliner ist wesentlich ernster. Ihr Minimalziel, die Relegation, haben sie erreicht. Durch diese Hintertür soll es nun in die zweite Bundesliga gehen. Vorzeitig möglich wurde das durch eine gute Leistung, die auch endlich mit Toren gekrönt wurde. Das letzte Punktspiel in Frankfurt ist nun kein Schicksalsspiel mehr - die stehen erst in der Relegation an. Beim FC Berlin machte ein neuer Mann Furore: Torsten Bernhardt. Für den verletzten Boer ins Spiel gekommen, lief er sofort in den Chemnitzer Strafraum. Küttners Ecke flog herein. Acht Sekunden später stand es 2:1. Bernhardt: "Ich habe einfach den Fuß hingehalten. Ein Wunsch ging in Erfüllung", freute sich der 17jährige Güstrower, der einen Zweijahres-Amateurvertrag besitzt. Auch an Bernhardt sind schon Westvereine dran (Schalke 04). Doch Berlin will das Talent unbedingt halten. Der Amateur-Vertrag (noch vier weitere Vertrags-Amateure beziehen ein Gehalt von 700 - 1200 DM) ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

(Matthias Fritzsche)

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