Saison 2009/2010
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:11. FC Magdeburg
1. FC Magdeburg
13. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2009/2010
Sonntag, 01. November 2009, 13:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.571
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Chemnitzer FCTorfolge1. FC Magdeburg
T PentkeGelbe Karte
A Reinhardt
A ThöneltGelbe Karte
A RichterGelbrote Karte
A Becker
M Emmerich
M Vrtelka
M Garbuschewski
M Löwe
S Hampf (41. Nowak)
S JansenGelbe Karte (86. Benduhn)

Trainer: Schädlich
1:0 Richter (38.)
1:1 Vujanovic (53.)

Besondere Vorkommnisse:
Gelb-Rote Karte für Richter (40.)

T Tischer
A Probst
A Prest
A Bankert
A Neumann
M BauerGelbe Karte
M Watzka
M Tüting (78. Verkic)
M Racanel (22. Zander)
S Fuchs
S Vujanovic

Trainer: Baumgart
Spielbericht

Chemnitz muss 3. Liga ad Acta legen

Von Erik Büttner

Die Hoffnungen auf eine kommende Spielzeit in Liga 3 waren kurz für die Anhänger des Chemnitzer FC. Spätestens nach dem 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Magdeburg muss Fußballchemnitz seine Aufstiegshoffnungen begraben. Und obwohl die Himmelblauen auch in Unterzahl den besseren Fußball boten, offenbarte die Begegnung schonungslos, woran es dem CFC zu einer Spitzenmannschaft fehlt.

10 Jahre Ultras Chemnitz - feine Choreo in der SüdkurveBei herrlichem Herbstwetter unter blau-weißem Himmel versammelten sich 5.571 Zuschauer auf der Fischerwiese. Sie sahen anstelle von Jörn Nowak und Marc Benduhn wieder Vit Vrtelka und Kevin Hampf in der Chemnitzer Startelf. Die zeigte gleich, wer Herr im Haus ist: Vrtelka brachte FCM-Torwart Matthias Tischer mit einem platzierten Kopfball in Wallung (4.), Ronny Garbuschewski zielte leicht neben den Kasten (11.). Chemnitz hatte Magdeburg gut im Griff, die Gäste mussten zudem Abwehrstratege Catalin Racanel früh auswechseln (22.). Völlig unnötig, dass sich dann Andreas Richter Gelb wegen Meckerns abholte. Bundesligaschiedsrichter Manuel Gräfe irrte zwar bei ein paar wenigen Entscheidungen, lag jedoch meist korrekt. Und so hatte Richter keinen Grund, permanent auf den Spielleiter einzureden, wofür er zu Recht die Verwarnung kassierte. Auch wenn die Ränge nun schon etwas aufgebracht waren, ging doch der Fokus wieder auf das Spiel. Und da bekam nun FCM-Schlussmann Tischer ordentlich zu tun. Erst musste er David Jansens Kopfball klären, dann bei einem Kopfstoß von Sascha Thönelt mit einer Glanzparade den Rückstand seines Teams verhindern. Schrecksekunde auf der anderen Seite, als Philipp Pentke bestens vor dem einschussbereiten Zander entschärfte. Doch der Schreck wich schnell kollektiver Glückseligkeit. Denn nach einer Freistoßflanke von Garbuschewski wuchtete Richter den Ball in die Maschen (38.).
Doch der Jubel war noch nicht ganz verhallt, da beging Richter seine 2. Dummheit. Bei einem schnellen Angriff holte der Abwehrspieler den Magdeburger Maximilian Watzka von den Beinen und bekam dafür folgerichtig den Feldverweis ausgesprochen. Ein Spieler mit dieser Erfahrung darf sich weder die 1. Gelbe leisten, noch dann mit einer Verwarnung in der Tasche so in einen Spieler gehen.
Magdeburg gab in den wenigen Minuten bis zur Pause seine passive Rolle auf. Doch mehr als ein Schuss, den Garbuschewski aber noch von der Torlinie kratzen musste, kam nicht dabei heraus.

Beide Seiten waren mit dem Remis nicht zufriedenNach dem Seitenwechsel verstärkte dann Magdeburg seine Ausgleichsbemühungen weiter. Ein Warnschuss von Simon Tüting sah im Vorbeistreichen gefährlicher aus als er war. Dann aber war Radovan Jovanovic zur Stelle und bugsierte das Leder mit der Hacke ins Tor. Nowak sah da etwas alt aus. Den eigentlichen Fehler hatte aber Becker begangen, der einen hohen Ball völlig unterlief und so Watzka auf der rechten Seite schön viel Platz bot. Watzka legte dann für Jovanovic auf.
Doch mit diesem Ausgleichstreffer schien sich der FCM zufrieden zu geben. Bezeichnend, dass sich Magdeburg in Überzahl bei einer Chemnitzer Ecke vollständig in den eigenen Strafraum zurückzieht und nicht mal einen Konterstürmer stehen lässt. Chemnitz war in dieser Phase verwundbar, doch die Elbestädter legten sich auf die faule Haut. Auch als das Spiel zu eskalieren drohte, weil etliche Chemnitzer Spieler wieder mehr mit dem Schiedsrichter als mit dem Spiel beschäftig waren, nutzten das die Gäste nicht. Stattdessen bekamen die Himmelblauen sich und das Spiel wieder in den Griff und waren gegen Ende des Spiels dem Siegtreffer näher als Magdeburg. Doch da rächte sich Schädlichs Herausnahme von Hampf gegen Nowak. Denn Jansen fehlte nun eindeutig der Partner für gewinnbringende Angriffe. Erst in der Schlussminute wurde der FCM noch einmal gefährlich. Zunächst musste Pentke Kopf und Kragen gegen den allein vor ihm stehenden Marcel Probst klären. Wieder hatte der in der 1. Halbzeit noch gut aufgelegte Tobias Becker die Lücke aufgemacht. Dann verhinderte der CFC-Torwart mit einer Glanztat das sichere Tor, nachdem Thönelt einen Schuss noch abgefälscht hatte.

Und so endete diese Partie zwar mit einem Remis aber dem Chemnitzer FC als Verlierer. Denn die Begegnung hat gezeigt, dass Chemnitz einfach nicht reif für die Spitzengruppe ist. Dabei sind in keiner Weise das Engagement und die Spielanlage gemeint. Hier hat der CFC selbst in Unterzahl eine deutlich bessere Leistung als der vollständige FCM gezeigt. Vielmehr sind es mangelnde Abgezocktheit und Ruhe, die die Himmelblauen vermissen lassen. Denn mit allen 11 Mann auf dem Platz wäre der Sieg in Chemnitz geblieben. Und da darf man sich nicht solche Undiszipliniertheiten wie Richter und Kollegen leisten, die im Platzverweis endeten. Und gerade von solch erfahrenen Spielern wie dem Torschützen muss man einen kühleren Kopf verlangen. Da nützt auch Richters Kompliment an seine Mannschaftskollegen für den durchaus guten Kampf nichts - die Punkte sind weg.

Wertung: 2,0 - Sehenswertes, spannendes Spiel.

Beste Himmelblaue: Pentke, Löwe, Garbuschewski

Pressestimmen

Freie Presse

Torschütze Richter erlebt Wechselbad der Gefühle

[..] Man könnte Manuel Gräfe vielleicht vorwerfen, dass er gestern in Chemnitz so arrogant auftrat wie ein Schiedsrichter, der seit fünf Jahren die Stars der Bundesliga zur Ordnung pfeift und dann in die Provinz zu einer Viertliga-Partie reist. Letztlich kann sich der Chemnitzer FC davon aber nichts kaufen. [..] Der CFC machte das Beste aus einer 50-minütigen Unterzahl nach der Gelb-Roten Karte für Abwehrchef Andreas Richter (39.), die heftig diskutiert wurde: "Die zweite Gelbe war okay, aber für die erste habe ich kein Verständnis", sagte der "Sünder" selbst. Den ersten Karton hatte er wegen Meckerns erhalten, als sich Gräfe zu Beginn gegenüber den Spielern Respekt für seine Entscheidungen verschaffen wollte: "Unser Mann wäre frei durchgewesen", lautete Richters Version vom geahndeten Wortlaut zu Gräfe. CFC-Trainer Gerd Schädlich fragte nach der Partie beim Referee nach: "Mir hat Gräfe gesagt, Richter habe ihn beleidigt. Deshalb werde ich mit Andreas noch über das Thema reden", meinte Schädlich. [..]


Trainerstimmen

Gerd Schädlich (MDR-Online):
"Trotz 15-minütiger Verspätung waren wir sofort gut drauf. Wir waren in den Zweikämpfen einen Tick schneller und haben verdient 1:0 geführt. Spielentscheidend war die gelb-rote Karte, denn mir war klar, dass es gegen diese offensivstarke Mannschaft schwer wird, das 1:0 zu halten. Ich hätte mir gewünscht, wir hätten das Ergebnis bis zur 60 oder 70 Minute halten können, dann hätten wir gute Chancen auf einen Sieg gehabt. Das 1:1 ist korrekt und meine Mannschaft bot ein kämpferisch gutes Spiel, wobei ich mir gewünscht hätte, das wir einige Konter besser abschließen."

Steffen Baumgart (MDR-Online)
"Mit dem Punkt müssen wir leben. Wir haben leider nicht das gebracht, was wir können. In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme, uns zu lösen und Chemnitz hat verdient das 1:0 gemacht. Mit der gelb-roten Karte kamen wir in den Vorteil, den wir aber nur einmal richtig nutzen konnten. Das 1:1 geht in Ordnung. Trotzdem bin ich enttäuscht, weil wir viele Fehler gemacht haben, die wir zuletzt eigentlich schon abgestellt hatten."

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