Saison 2010/2011
CFC / Regionalliga



 
VFC Plauen
VFC Plauen1:1Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
1. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2010/2011
Sonntag, 08. August 2010, 13:30 Uhr
Vogtlandstadion, Plauen
Zuschauer: 2.863
Schiedsrichter: Sippel (München)
VFC PlauenTorfolgeChemnitzer FC
T Person
A Six
A Zeiger
A Wendler
A Schröder
M Hoßmang
M Rupf
M Paulick (71. Bachmann)
M Zimmermann (76. Schröter)
S Petrick (81. Sonnenberg)
S Schindler

Trainer: Färber
1:0 Petrick (18.)
1:1 Richter (25./Foulelfer)

T Pentke
A Sträßer
A RichterGelbe Karte
A Trehkopf
A LöweGelbe Karte
M Garbuschewski
M PeßolatGelbe Karte
M Wilke
M HampfGelbe Karte (57. Schlosser)
S Fröhlich
S Förster (70. Dressler)

Trainer: Schädlich
Spielbericht

Etwas mehr hätte es gern sein dürfen

Von Frank Neubert

Als man auf der A72 das Werbeschild "Plauen - Stadt der Spitze" passierte, unkte man noch fröhlich, daß dies nur dem CFC gelten könnte, der nach dem heutigen Spiel als Spitzenreiter aus Plauen wieder heimfahren würde. Gern dachte man dabei noch an das 1:0 vom letzten Spieltag der Vorsaison. Doch aus diesen himmelblauen Träumen wurde nichts, weil sich die Abwehr in Hälfte 1 einen dicken Bock leistete und mehr als der Ausgleich durch Richter am Ende nicht gelingen sollte. Unterm Strich war die Punkteteilung für beide Teams verdient, doch gerade auf Chemnitzer Seite hätte es - auch aufgrund der geäußerten Saisonziele - gern etwas mehr sein dürfen.

Die neue Gegengerade im VogtlandstadionIn den 10 Wochen seit dem letzten Chemnitzer Auftritt wurde im Vogtland fleißig am Stadion gewerkelt. Der Gästeblock wurde mit neuen Traversen versehen und ca. 50m weiter in die Kurve hinein verlegt, so daß man jetzt direkt unter der Anzeigetafel steht. Der größte und auch teuerste Hingucker (1,7 Mio Euro) ist aber die neue Gegengerade, die in großen VFC-Lettern komplett versitzplatzt ist und in Kürze auch noch ein Dach erhalten soll. Immerhin 2.800 Zuschauer (das Spiel wurde sogar 10 min später angepfiffen) wollten sich die Neuigkeiten im Rund und beide Teams anschauen, davon ca. 800 aus Chemnitz. Diese wiederum rieben sich beim Aufwärmen der himmelblauen Jungs die Augen, denn in einer der Trainingsjacken steckte auch "Oldie" Jörg Emmerich. Zu Spielbeginn gab es im Chemnitzer Block blaue und weiße Fähnchen, in der Mitte garniert durch rote Luftballons in Herzchen-Form. Aber nicht nur im Block ging es schick zu, sondern auch auf dem Rasen: Die CFC-Spieler trugen zum ersten Mal das neue Trikot mit dem 67er Meisterstern.

Gerd Schädlich steckte für den verletzten Bankert Sträßer auf die rechte Abwehrseite, links hinten lief wie in den Vorbereitungsspielen "Hilfskraft" Löwe auf. Ganz vorn bekam Förster das Vertrauen des Cheftrainers. Bereits nach kurzem Abtasten deutete der VFC an, daß er nicht gewillt war, vor dem Aufstiegsanwärter zu kapitulieren und entwickelte seine typisch nadelstichige Spielweise. Mit Entsetzen durfte man dabei registrieren, wie die Club-Abwehr mehr als einmal ausgehebelt wurde (Petrick, 9.) oder bei Standards nicht auf der Hut war (Zeiger, 11., Pfosten!). Gerade auf die verbesserte Abwehrarbeit wurde ja in der Vorbereitung und bei den Neuverpflichtungen viel Wert gelegt. Nach einer Viertelstunde durfte Zimmermann noch einmal zeigen, daß der Club nicht auf der Höhe war, drei Minuten später schlug es ein. Ungestört flankte Schindler nach innen und Petrick durfte einköpfen (18.). Der kleine Löwe hatte dem VFC-Stürmer nix entgegenzusetzen. Aufgrund der vorherigen Chancen eine durchaus verdiente Plauener Führung.

Andreas Richter am ElfmeterpunktWenn beim Club etwas ging, dann war es zumeist linke Seite, wo Hampf und Löwe im Duett wirkten. Richtig gefährlich wurde es immer dann, wenn Löwe mit nach vorn stieß und Hampf unterstützte. Bei einem dieser Vorstöße wurde Hampf im VFC-Strafraum erst gehalten und dann zu Fall gebracht, doch Schieri Sippel verweigerte einen Elfmeter. Nur kurz darauf kam Förster im Strafraum wesentlich unspektakulärer zu Fall - doch diesmal zeigte der Pfeifenmann aus der Bundesliga auf den Punkt. Ein Fall für Andreas Richter, der beim letzten Auftritt mit einem Elfer für den Sieg gesorgt hatte. Diesmal schoß der Routinier den Ball in die Mitte - und wäre fast gescheitert. VFC-Keeper Person tippte der Ball an den Fuß, und von dort zum Glück ins Tor! Dem himmelblauen Feierkommando wars herzlich egal, nun stand es erst einmal 1:1. Der Gastgeber zeigte sich kurz beeindruckt, kam aber vor der Pause durch Petrick (38.) noch zu einer guten Chance.

Nach der Halbzeit entwickelte sich die Partie zum Rasenschach. Beide Mannschaften warteten auf den entscheidenden Fehler des Gegners und neutralisierten sich dadurch im Mittelfeld. Die CFC-Abwehr stand jetzt einen Tick besser, Großchancen für den Gastgeber wurden nicht mehr registriert. Im Gegenteil, die Himmelblauen vermittelten mit zunehmender Spielzeit das Gefühl, den Ball doch noch irgendwie im Tor der Vogtländer unterbringen zu wollen. Auch die Einwechslung von Geburtstagskind Schlosser für Hampf brachte Belebung in die zaghaften Angriffsbemühungen. In der 69. Minute brach tatsächlich ein kollektiver Torschrei aus dem CFC-Block durch das Stadion - Förster hatte per Kopf getroffen. Ein Blick zum Linienrichter zeigte allerdings - es war Abseits. Der Youngster hatte einen Fußbreit zu weit vorn gestanden. Schädlich gab auch noch Neuzugang Dressler im Ein-Mann-Sturm eine Chance, doch ein glücklicher Siegtreffer wollte nicht mehr fallen. Ein offensiver Lichtblick war auch Fröhlich, der in Hälfte 2 noch die beste Gelegenheit nach Försters Treffer hatte - leider wurde sein Schuß auf der Linie abgeblockt (74.).

Fazit: Gemessen an den himmelblauen Ansprüchen, um die Spitze mitspielen zu wollen, war es ein magerer Auftakt in die neue Saison. Um nicht mißverstanden zu werden: Auch in Plauen muß man erst einmal einen Punkt ergattern, und dies dürfte für viele Teams nicht leicht werden. Aber wenn im Vorfeld der Saison das Augenmerk auf eine verbesserte Abwehrleistung gelegt wurde, mit der auch einmal ein sogenanntes "dreckiges 1:0" möglich ist, dann wurde genau dies heute nicht erreicht. Mit dem Treffer per Elfer hätte man bei stabiler Abwehr genau jenes Ergebnis gehabt, aber die Schwimmeinlagen in Hälfte 1 ließen dies nicht zu. Was auch auffiel, war die geringe Offensivwirkung mit nur einem Stürmer. Da muß aus der zweiten Reihe und über die Außenbahnen mehr kommen - womit man gleich bei der nächsten Baustelle wäre: Ein Löwe ist in der Abwehr einfach nur verschenkt. Bleibt zu hoffen, daß die Verletzten schnell genesen und das die Abwehr gegen St. Pauli einen besseren Tag erwischt.

Wertung: 3

Beste Himmelblaue: Löwe, Fröhlich, Schlosser, Neues Trikot ;-)

Pressestimmen

Freie Presse

Derby endet mit leistungsgerechtem Remis

Der Saisonauftakt in der Fußball-Regionalliga ist Trainer Gerd Schädlich gestern tüchtig auf den Magen geschlagen. Nach dem 1:1-Unentschieden (1:1) zwischen dem VFC Plauen und seinem Chemnitzer FC grollte der Gäste-Coach: "Ich rate meiner Mannschaft, dass sie vor einem Spiel weniger reden und besser Taten folgen lassen sollte", so Schädlich. [..] "Hätten wir über 90 Minuten so gespielt wie in der zweiten Halbzeit, dann wären wir wahrscheinlich mit drei Punkten heimgefahren", senkte CFC-Flügelflitzer Chris Löwe den Kopf. In der Tat: Die Gäste ließen den VFC nach der Pause nur noch zu zwei richtigen Möglichkeiten durch Kai Zimmermann (50.) und Petrick (81.) kommen. "Aber wir haben insgesamt viel zu wenig geboten, um etwas zu reißen. 80 Prozent genügen einfach nicht", fand CFC-Kapitän Andreas Richter klare Worte. [..]

MDR-Online

Gerechte Punkteteilung im Derby

Im Sachsenderby zwischen Plauen und Chemnitz mussten sich beide Teams mit einem Punkt zufrieden geben. Die knapp 3.000 Zuschauer im renovierten Vogtlandstadion sahen eine lebhafte Partie. Plauen startete besser und ging nach schönem Kopfball von Petrick bald in Führung (18.). Der durch drei verletzte Spieler angeschlagene Staffel-Mitfavorit aus Chemnitz schlug aber bald zurück: Richter verlud Person bei einem Strafstoß (25.). Bis Mitte der zweiten Hälfte war Plauen das bessere Team, dann wurde das Spiel offen und lebhaft. In einer turbulenten Schlussphase hatten beide Klubs den Siegtreffer auf dem Fuß. [..]


Trainerstimmen

Ronald Färber (MDR-Online):
"Mit der kämpferischen Leistung meiner Mannschaft bin ich zufrieden. Wir haben in der ersten Halbzeit gut nach vorn gespielt und sind zu Recht in Führung gegangen. Man hat aber auch gesehen, dass wir zunächst eine Menge Respekt vor der Chemnitzer Mannschaft hatten. In der zweiten Halbzeit konnten wir unsere Angriffe nicht mehr so wirkungsvoll nach vorn tragen. Deshalb geht das 1:1 aus meiner Sicht völlig in Ordnung."

Gerd Schädlich (MDR-Online)
"Das, was meine Mannschaft in der ersten Halbzeit geboten hat, war gar nichts. Kein Mumm, keine Aggressivität. In der zweiten Halbzeit haben wir unser Spiel nach vorn besser vorgetragen. Aber so kann man gegen Plauen nicht gewinnen, vielleicht gerade mal diesen einen Punkt holen. Wir müssen in den kommenden Wochen nicht so viel reden, sondern Taten folgen lassen."

  1. Runde DFB-Pokal >>