Saison 2010/2011
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC3:1Hertha BSC Berlin II
Hertha BSC Berlin II
2. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2010/2011
Samstag, 21. August 2010, 13:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 2.503
Schiedsrichter: Skorczyk (Salzgitter)
Chemnitzer FCTorfolgeHertha BSC Berlin II
T Pentke
A Sträßer
A Trehkopf
A Richter
A Schaschko
M Garbuschewski (46. Schlosser)
M Peßolat (68. Emmerich)
M WilkeGelbe Karte
M Löwe
S Fröhlich
S Förster (75. Hampf)

Trainer: Schädlich
0:1 Nonnenmann (15.)
1:1 Sträßer (16.)
2:1 Förster (33.)
3:1 Hampf (83.)

T Burchert
A Brecht
A Neumann
A Morales
A Radjabali
M Nonnenmann (21. TorunarighaGelbe Karte)
M Knoll
M Hartmann (69. Boyd)
M Neuendorf (69. Kurtaj)
M Kargbo
S Stephan

Trainer: Heine
Spielbericht

Sieg im Kampfspiel

Von Erik Büttner

Als Schiedsrichter Tim-Julian Skorczyk die Partie zwischen dem Chemnitzer FC und Hertha BSC II abpfiff, sanken die Spieler beider Mannschaften zu Boden. Fast hatte es den Anschein, als hätten beide einen Abstiegskampf verloren. An jenem 2. Spieltag in hitziger Sonne war es aber wohl nur die bloße Erschöpfung und nur bei den Berliner Spielern sicher auch die Enttäuschung für die aus der Hand gegebene Führung.

Rund 2.500 Zuschauer wohnten der Begegnung bei, und damit nur ein für manchen Besucher enttäuschendes Viertel der Pokalpartie eine Woche zuvor. Sicher, die Hoffnung auf eine höhere Zuschauerresonanz war berechtigt, doch erwarten durfte man sie nicht. Bei 28°C an einem sonnigen Sommertag locken halt Schrebergarten und Badesee mehr, als die Reserve eines Zweitligisten.

Förster hat soeben zur Führung getroffen!Und diese 2. Garnitur des Bundesligaabsteigers Hertha BSC machte den Hausherren zunächst das Leben ganz schön schwer. Mit einem massiven Abwehrriegel empfingen sie die Chemnitzer Spieler in ihrer Hälfte, um ihnen dort den Ball abzujagen und spielfreudig zum Gegenangriff in Chemnitz` Hälfte zu starten. Dort aber empfing sie eine ebenso massive Mauer. Die Folge war, dass über die meiste Zeit des Spiels der Ball nur zwischen beiden Defensivblöcken hin und her ging.
Deshalb musste auch ein Standard für die erste Torszene herhalten. Der alte Bundesligahaudegen "Zecke" Neuendorf hatte sich rund 5 m vor einem Strafraumeck einen Freistoß ergattert. Ausgeführt von ihm selbst, wurde der stramme Schuss von Chemnitz` Mauer abgefälscht, so dass der Ball auf einmal beim völlig freien Abwehrmann Patrick Nonnenmann ankam und von ihm ins Tor gespitzelt wurde. Kurze Ernüchterung bei den himmelblauen Pokalhelden, aber sofort lief der nächste Angriff auf das Berliner Tor: Anspiel auf Matthias Peßolat, der den Ball mit der Brust abtropfen und ihn dann dem heraneilenden Sträßer überlässt. Der Chemnitzer Neuzugang fackelt nicht lang und hämmert das Leder unten rechts ins Eck. Hertha II konnte sich also genau 1 Minute an der Führung erfreuen, nun war Chemnitz wieder oben auf.
Jetzt endlich bekamen die Himmelblauen auch etwas deutlicheren Zug zum Tor. Zwingende Torschüsse blieben aber eher zufällige, denn durchdachte Aktionen. So auch das umjubelte 2:1 durch Benjamin Förster, der sich angespielt an der Strafraumgrenze mit dem Ball durch 2 Abwehrspieler wurschtelt und einschiebt. Von vielen als "Weltklassetor" eingestuft, war es eher eine sehr eigensinnige Aktion, denn links neben ihm stand Chris Löwe völlig frei und besser postiert. Aber es ist nun mal so: Wenn du so ein Tor machst, bist du der gefeierte Weltstar, wenn du versemmelst das "selbstverliebte Arschloch". Mit diesem verdienten 2:1 ging es in die Pause - verdient, weil Chemnitz mehr in das Spiel investierte.

Am Ende hatten beide Teams alles gegebenDavon war allerdings in Halbzeit 2 nicht mehr viel zu sehen. Die Himmelblauen ließen die Konzentration der ersten 45 Minuten vermissen, folglich waren die Aktionen oft von ungenauen Anspielen und Pässen ins Leere geprägt. Doch Berlin konnte Chemnitz`schwächere Leistung nicht nutzen, weil zumindest die Defensive des CFC zuverlässig weiterarbeitete. Die 4er Kette mit Sträßer, Richter, Trehkopf und Neuzugang Schaschko, verstärkt durch die "6er" Wilke und Peßolat fing fast jeden Angriff sicher und abgeklärt ab. Nur im Spielaufbau haperte es gewaltig. Oft wurden die erkämpften Bälle nur lang nach vorn auf die Offensiven Fröhlich und Förster gespielt, die dann auf sich allein gestellt sofort das Leder wieder verloren.
Uns so entschied dann auch ein Standard das Spiel: Nach Freistoß von Schaschko hüpfte der eingewechselte Kevin Hampf in die Flanke hinein. Und da der Berliner Torwart unkoordiniert um Hampf herumschwirrte, segelte der Ball ins verlassene Tor. Damit war dann in Minute 83 die Partie entschieden und alle waren damit zufrieden oder hatten sich damit abgefunden. Nur "Paule" Fröhlich wollte wohl noch sein Erfolgserlebnis erzwingen, hämmerte aber von links einen Schuss nur ins Außennetz (90.).

Die Partie endete somit 3:1 und das auch letztlich verdient. Denn Chemnitz hatte zwar große Mühe, die starke Defensive der Berliner zu knacken, nutze aber eben auch clever und mit Glück die wenigen gebotenen Chancen. Auch wenn die Himmelblauen fern ab einer spielerischen Glanzleistung waren, so bewiesen sie doch, dass sie auch solche Kampfspiele für sich entscheiden können. Und das scheint ein großer Fortschritt im Vergleich zum letzten Jahr zu sein, als insbesondere gegen solche "ekligen" Gegner viele Punkte gelassen wurden.

Wertung: 3 (ein Kampfspiel, dass der CFC glanzlos aber willensstark für sich entschied)

Beste Himmelblaue: Richter, Schaschko, Sträßer, Trehkopf

Pressestimmen

MDR-Online

CFC verdient sich den ersten Dreier

[..] 3:1 hieß es am Ende für die Himmelblauen, die sich zumindest in der ersten Hälfte ein sehenswertes Spiel mit den Berlinern lieferten. Beide agierten offensiv, wobei die Gäste durch Nonnenmann in Führung gingen. Chemnitz wirkte keineswegs geschockt und drehte die Partie noch vor dem Kabinengang durch Tore von Sträßer und Förster. Nach dem Wechsel war der Dampf aus der Partie raus. Hertha übernahm immer mehr die Regie, doch den entscheiden Treffer erzielten die Hausherren. Hampf köpfte zum Jubel der erstaunlich wenigen Zuschauer (2.503) zum Endstand ein. [..]

Freie Presse

Nach Paukenschlag Pflicht erfüllt

[..] Mit 3:1 (2:1) bezwangen die Chemnitzer letztlich ihren "Angstgegner". In neun Meisterschaftspartien zuvor hatte der Club gegen die "Hertha-Bubis" bisher nur dreimal gewonnen, zweimal Remis gespielt und vier Niederlagen einstecken müssen. [..] Bei sommerlichen Temperaturen brannte der CFC zwar kein Feuerwerk ab, sackte dennoch drei Punkte ein. "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit der Leistung meiner Mannschaft nicht", fasste der Coach kritisch zusammen. [..] Sträßer avancierte im ersten Durchgang zu dem Aktivposten auf dem Platz. Der Neuzugang nahm sich jedoch im zweiten Abschnitt wie alle seine Teamkollegen etwas zurück. "Wir haben nach dem Gegentor gezeigt, was wir können. In den zweiten 45 Minuten ging es jedoch, auch taktisch bedingt, etwas ruhiger zu", umschrieb der gebürtige Berliner den blassen CFC-Auftritt nach dem Pausentee. [..]


Trainerstimmen

Gerd Schädlich (MDR-Online):
"Es war nicht so einfach, nach dem St. Pauli-Spiel. Die Ränge waren ruhig. Nur 2.503 Zuschauer. Auch auf dem Platz war es ruhig. In der ersten Halbzeit hätten wir nach dem Ausgleich ein, zwei Situationen besser ausspielen müssen. Nach der Pause hatten einige Spieler Angst, dass doch noch etwas schief geht. Das Ergebnis wurde nur noch verwaltet. Die Leistung lässt Ansätze für die Trainingsarbeit in der nächsten Woche. Mit dem Ergebnis bin ich natürlich zufrieden."

Karsten Heine (MDR-Online)
"Nach der Führung hätten wir den sofortigen Ausgleich verhindern müssen. So sind wir dann einem Rückstand hinterhergerannt. Nach der Halbzeit hatten wir eine Druckphase, schafften aber die Wende nicht mehr. So hat die reifere Mannschaft verdient gewonnen."

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