Saison 2010/2011
CFC / Regionalliga



 
Türkiyemspor Berlin
Türkiyemspor Berlin0:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
8. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2010/2011
Freitag, 24. September 2010, 19:00 Uhr
Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, Berlin
Zuschauer: 385
Schiedsrichter: Helwig (Hamburg)
Türkiyemspor BerlinTorfolgeChemnitzer FC
T Itri
A Schalle
A Cabuk
A Austermann
A Turan
M DoganGelbrote Karte
M Steinwarh
M Boachie
M Ergiligür
S Avcioglu
S Dikmen

Trainer: Aksoy
0:1 Förster (32.)
0:2 Fröhlich (60.)

T Pentke
A Sträßer
A Richter
A TrehkopfGelbe Karte
A Löwe
M Garbuschewski
M Wilke
M PeßolatGelbe Karte
M Schlosser
S Fröhlich (81. Hampf)
S Förster (83. Dobry)

Trainer: Schädlich
Spielbericht

Arbeitssieg in der Hauptstadt

Von Jörg Püschmann-Sander

Freitagabend in der Hauptstadt und Türkiyemspor empfängt den Spitzenreiter. Also nichts wie rein in die CFC-Sachen, allen (zahlreichen) St. Pauli-Fans in meinem Kiez noch ein fröhliches HEJA HEJA FCK zugerufen und ab mit der Tram in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Dort das Begrüßen der Auswärtsfahrer und dann hinein ins Vergnügen. Seltsamerweise waren die Herren in Grün sehr entspannt und auch die Kontrollen am Eingang habe ich schon wesentlich intimer und intensiver erlebt. Wie mir mein HFC-Kumpel berichtete, der in der Halbzeitpause in den Gästeblock stieß, war das bei ihnen auch anders. Nun, freuen wir uns drüber. Laut Zählung waren im Gästeblock 168 Personen vorhanden und in diesem Jahr wurden auch keine Flugzeuge gezählt, sondern ein recht ordentlicher Support vollzogen.

Zum Spiel selbst muss gesagt werden, dass der CFC zwar von Beginn an das Heft des Handelns in die Hand nahm - zeitweise kamen die Hauptstädter kaum aus der eigenen Hälfte heraus - aber vor und im 16m-Raum war doch meist Schluss. Erwähnenswerte Torchancen waren Mangelware. Die Gastgeber standen extrem tief und hatten teilweise Schwierigkeiten, den Ball unter Kontrolle zu bringen, wenn sie das Arbeitsgerät einmal in den eigenen Reihen hatten. Nach etwa 20 Minuten konnten die Gastgeber sich ein wenig vom Druck befreien und versuchten mitzuspielen. Dies gelang auch in Ansätzen, trotzdem gab es keine wirkliche Gefahr für Pentke im CFC-Gehäuse. Dann in der 32. Minute ein schön vorgetragener Angriff der Himmelblauen. Während der Berliner Torhüter Peßolats Schuss noch abwehren kann, ist er gegen den Abstauber von Förster machtlos. Irgendwie war dies ein Tor des Willens, anders kann man dies nicht bezeichnen. Danach erhöhte Chemnitz weiter den Druck. In der 34. Minute hätte Peßolat aus etwa 18 Meter Entfernung fast das 2:0 erzielt, aber der Außenpfosten hatte etwas dagegen.

So ging es mit einer 1:0 Führung in die Pause und man konnte in Ruhe das Getrunkene wegschaffen und sich (in meinem Falle) vom gerade gekommenen HFC-Kumpel neue Getränke sponsoren lassen. In der zweiten Hälfte verflachte die Partie zunehmend. Die Gastgeber hatten jetzt mehr Spielanteile, ohne den Himmelblauen wirklich gefährlich werden zu können. Zu umständlich ihre Angriffsbemühungen, zu ungenau die Abspiele, zu harmlos die Abschlüsse. Nach knapp 60 Minuten war Fröhlich der Meinung, nun sei es Zeit, den Sack zu zumachen. Er ließ an der Strafraumgrenze gleich 3 Akteure von Türkiyemspor stehen (ich kann mir die Namen einfach nicht behalten) und zieht aus etwa 20 Meter Entfernung ab und trifft in die lange Ecke. Ruhe auf der Haupttribüne, Jubel im Gästeblock... Dann sah auch noch Berlins Verteidiger Dogan in der 65. Minute nach wiederholtem Foulspiel völlig zu Recht die rote Karte, also war das Spiel gelaufen.

Nun, nicht ganz. Obwohl dezimiert, kamen die Hauptstädter jetzt öfter gefährlich vor Pentkes Tor. So in der 74. Minute, als ein Schuss von Avcioglu knapp über das Tor geht. In der 78. Minute die größte Chance von Türkiyemspor. Pentke hält einen Kopfball von Steinwarth aus vielleicht 7 Meter. Kurz vor Spielende werden beide Torschützen kurz hintereinander ausgewechselt und vom CFC geht kaum noch Torgefahr aus. Türkiyemspor hat aber auch nur noch eine wirkliche Chance in der 85. Minute, als Pentke Mühe hat, den Schuss von Boachie über die Latte zu bugsieren. Dann Abpfiff - Jubel - Abklatschen und Abnehmen der zahlreichen Banner und freudige Heimfahrt. Kein besonders berauschendes Spiel, nach der Halbzeit erinnerte es mich teilweise an das letztjährige Spiel bei TeBe. Aber mal ehrlich: 2:0 muss man eben auch erst einmal gewinnen.

Pressestimmen

Freie Presse

CFC löst Pflichtaufgabe erfolgreich

[..] Für den Spitzenreiter war es das erwartet schwere Spiel beim Tabellenletzten, der sich auf eigenem Platz fast ausnahmslos aufs Verteidigen beschränkte. Lange Zeit fanden auch die Zuspiele aus dem Mittelfeld wegen zu großer Ungenauigkeit keine Abnehmer. Erst nach einer halben Stunde fanden dann die Chemnitzer zu ihrem Rhythmus. Ausdruck dessen war das Führungstor durch Benjamin Förster (32.). [..] Für eine Vorentscheidung sorgte nach dem Seitenwechsel Christian Fröhlich (59.). Der Neuzugang von Kickers Offenbach vollendete nach einem schönen Solo durch zwei Abwehrspieler mit einem satten Schuss aus 16 Metern ins lange Eck. [..] In der Schlussphase hätte der CFC noch höher gewinnen können. Doch zahlreiche Chancen wurden nicht genutzt. So setzte sich Schlosser (74.) auf der linken Seite durch. Doch seine genaue Flanke konnte Ronny Garbuschewski nicht verwerten. [..]

MDR-Online

Chemnitz baut Siegesserie aus

[..] Die Elf von Gerd Schädlich griff früh an und schaffte es trotz tief stehender Gastgeber und schwierigen Bodenverhältnissen zu Chancen zu kommen. Bis zum 1:0 dauerte es dennoch eine halbe Stunde: Dann traf Förster per Abstauber (32.). Damit ging für den 20-jährigen, der vor der Saison aus der CFC-Jugend aufgerückt war, eine geradezu unheimliche Serie weiter: Es war sein neuntes Tor im vierten Spiel in Folge. Peßolat hätte fast nachgelegt, doch sein 18-Meter-Schuss landete nur am Außenpfosten (34.). Ohnehin hätten die Gäste in dieser Phase gut und gerne erhöhen können. [..] Spätestens nach Dogans berechtigter Gelb-Roter Karte wegen wiederholten Foulspiels (65.) konnte sich der CFC sicher sein, dass nichts mehr anbrennen würde. Nachdem die Sachsen es versäumt hatten, ihr formidables Torkonto von 20:2 noch weiter zu verbessern, kamen die Berliner in der letzten Viertelstunde noch zu Gelegenheiten: Torwart Pentke ließ sich aber weder von Steinwarths Kopfball aus sieben Metern (78.) noch von Boachies Schuss aus 20 Metern (85.) überwinden. [..]


Trainerstimmen

Taskin Aksoy (MDR-Online):
"Uns war klar, dass uns hier mit dem Spitzenreiter aus Chemnitz eine offensivsstarke Mannschaft erwarten. Wir wollten dementsprechend erst einmal mit einer guten Defensivarbeit dagegen halten. Leider haben wir uns bei den beiden Gegentoren im Defensivverhalten etwas unglücklich angestellt. Hinzu kamen noch die dumme, aber auch gerechtfertige Gelb-Rote Karte. Und dann hat meine Mannschaft trotz Unterzahl durchaus weiter mit Fußball gespielt. Aber der Sieg der Chemnitzer geht am Ende in Ordnung und ist verdient."

Gerd Schädlich (MDR-Online)
"Ich bin sehr froh, dass wir die diffizile Aufgabe beim Tabellenletzten so erfolgreich gemeistet haben. Auch wenn es kein glanzvoller Sieg war, haben wir hier die Partie deutlich bestimmt. Ich hätte mir gewünscht, dass wir aus unseren Chancen noch mindestens ein drittes Tor erzielt hätten, um allen Eventualitäten des Spielverlaufs vorzubeugen, denn Türkiyemspor war dann doch immer mal wieder in einzelen Situationen so gefährlich, dass ein Anschlusstreffer hätte fallen können. Aber unter dem Strich bin ich sehr zufrieden und erleichert, dass wir diese Aufgabe in Berlin verdient und erfolgreich gemeistert haben."

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