Saison 2010/2011
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:2Holstein Kiel
Holstein Kiel
11. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2010/2011
Freitag, 22. Oktober 2010, 19:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 3.370
Schiedsrichter: Trautmann (Hannover)
Chemnitzer FCTorfolgeHolstein Kiel
T Pentke
A Löwe
A Trehkopf
A Richter
A Sträßer
M Schlosser (62. Schaschko)
M Wilke
M Peßolat
M Garbuschewski
S Fröhlich (62. Förster)
S Dobry (71. Hampf)

Trainer: Schädlich
0:1 Sykora (67.)
0:2 Heidler (90.)

T Frech
A Poggenberg (64. Camps)
A Jürgensen
A Müller
A Jakubowski (82. Yazgan)
M Schulz (89. Steil)
M Fischer
M Ziehmer
M Sachs
S Sykora
S Heider

Trainer: Gutzeit
Spielbericht

Von Erik Büttner & Frank Neubert

Ausgerechnet vor dem Pokalkracher gegen den VfB Stuttgart musste der CFC mit dem 0:2 gegen den Kieler SV Holstein am 11. Spieltag seine erste Saisonniederlage hinnehmen. Ob das große Spiel am Mittwoch dabei vielleicht in den Hinterköpfen der Spieler eine Rolle gespielt hat, kann nur gemutmaßt werden. Fakt war aber auch, dass sich mit Kiel das bisher beste Gäste-Team auf der Fischerwiese vorgestellt hatte.

Sehr hübsches Intro zum Spiel - leider ohne Wirkung auf dem PlatzDie Partie begann mit einem sehr schönen Intro in der Südkurve, doch der symbolische Funke wollte von den Rängen nicht so recht auf die himmelblauen Kicker überspringen. Schon in den ersten Minuten wurde klar, dass Kiel ein unbequemer Gegner sein würde. Die Elf aus dem hohen Norden zeigte sich sehr präsent auf dem Platz und überzeugte durch eine gute Raumaufteilung, vor allem im Mittelfeld. Trotzdem hielt der CFC das Spiel in der Hand, war überlegen und hatte zahlreiche Torchancen, um mit einer Führung in die Pause zu gehen. Die beste von allen hatte Pavel Dobry (39.), der diesmal am Torwart vorbeitanzte, doch dessen Schuss noch von Linie gekratzt wurde. Der Retter im KSV-Trikot verletzte sich dabei sogar am Pfosten. Gellende Pfiffe gab es kurz nach dieser Aktion für das Schiedsrichtergespann, welches das Spiel unglaublicherweise mit Abstoß für Kiel fortsetzen ließ. Brille? Fielmann!

Nach dem Seitenwechsel verlor Chemnitz sein Konzept. Kiel wurde immer mutiger und die Himmelblauen immer wackliger. Und so verwunderte es nicht, dass es ein riesen Stockfehler von Trehkopf war, der den Weg zur Kieler Führung ebnete. Nebenbei zeigte sich die gesamte Defensive der Chemnitzer in dieser Situation nicht auf der Höhe, denn nach Trehkopfs Fehler war die himmelblaue Abwehr fix zurückgeeilt - die Situation schien bereits fast geklärt, trotzdem schlug der Ball noch im langen Eck ein. Nach dem Rückstand und mit der fortschreitenden Zeit wurde Chemnitz natürlich immer offensiver, selbst Abwehrchef Richter rückte in die Offensive vor. Kiel bekam dadurch dicke Konterchancen, die aber zumindest bis zur Schlussminute teils mit Ach und Krach neutralisiert werden konnten. Chemnitz fand zu wenig Mittel, die langen Nordlichter in Torgefahr bringen zu könne, und falls ja, sündigte man im Abschluss. Ein Konter in der Nachspielzeit brachte Kiel die Ergebnissicherheit. Sehr schön und aufmunternd waren zu diesem Zeitpunkt die "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Rufe, die im Rund erschallten und den Jungs klar machen sollten, dass man trotz der Niederlage immer noch das derzeit beste Team der RL Nord ist!

Fazit: Der Club hat das erste Spiel der Saison 2010-11 verloren. Ok, damit musste man irgendwann rechnen. Bitter ist nur, dass dies in einem Heimspiel passierte und innerhalb der nächsten Woche auch noch die schweren Spiele gegen Stuttgart und auswärts beim 1. FC Magdeburg anstehen. Allerdings sollten die himmelblauen Jungs darin auch die Chance sehen, den Kopf gleich wieder nach oben nehmen zu können. Gegen Stuttgart kann man nur gewinnen, sprich, gut aussehen - und in Magdeburg darf dann gern demonstriert werden, warum man immer noch souveräner Spitzenreiter der Regionalliga ist!

Pressestimmen

MDR-Online

Siegesserie des Chemnitzer FC ist gerissen

[..] Eigentlich sollte gegen die Kieler Störche der zehnte Sieg in Folge her. Doch der CFC agierte zunächst unglücklich, später ideenlos. [..] Aus der Feldüberlegenheit konnten die Gastgeber allerdings kein Kapital schlagen. Kiel stand in der Abwehr immer sicherer und versuchte, zu kontern. Die größte Chance hatte Dobry in der 37. Minute auf dem Fuß: Er wurde herrlich von Fröhlich angespielt, umkurvte Torwart Frech und schoss aus spitzem Winkel. Auf der Linie konnte Jürgensen gerade noch retten, verletzt sich dabei allerdings am Pfosten und musste längere Zeit behandelt werden. [..] Kiel kam besser ins Spiel, stand hinten sicher und versuchte sich im kontern. Das klappte in der zweiten Hälfte noch besser. Langer Ball auf Sykora der sich gegen Richter und Pentke durchsetzen konnte (66.). Nach der Kieler Führung holte der CFC die Brechstange raus - ohne Erfolg. In der 90. Minute fiel dann noch das 0:2. [..]

Freie Presse

Herber Dämpfer vor dem Pokalkracher

[..] Holstein Kiel holte die Himmelblauen gestern von Wolke sieben und fügte der Elf von Trainer Gerd Schädlich die erste Saison-Niederlage zu. "Es wird immer schwerer, diese Serie aufrecht zu halten. Jeder will dem Spitzenreiter ein Bein stellen", hatte René Trehkopf vor dem 11. Spieltag der Fußball-Regionalliga und neun Siegen in Folge gemutmaßt. Und der Verteidiger des CFC sollte Recht behalten. 0:2 verlor der Club gestern Abend im Duell mit Holstein Kiel. Der Absteiger aus dem hohen Norden bewies mit einer verjüngten Mannschaft spielerisches Potenzial. Zudem nutzte er den psychologischen Vorteil als Außenseiter: "Das war für uns ein einfaches Spiel, weil wir nichts zu verlieren hatten", befand Kiels Trainer Thorsten Gutzeit. [..] Ob die Schützlinge von Trainer Gerd Schädlich bereits den VfB Stuttgart im Hinterkopf hatten, ist die Frage. Abwehrmann Carsten Sträßer glaubt das nicht: "Man hat gesehen, dass wir von Beginn an Gas gegeben haben und den Gegner klar im Griff hatten. Nur müssen wir in der ersten Halbzeit unsere Torchancen nutzen", sagte der 30-Jährige. Entweder fehlten im Abschluss der letzte Biss und die Genauigkeit, oder es war Pech im Spiel. [..]


Trainerstimmen

Gerd Schädlich (www.holstein-kiel.de):
"Wir haben uns heute selbst besiegt. Bis zum Rückstand hatten wir alles fest im Griff und auch genügend Chancen. Zwei Inkonsequenzen nach der Pause wurden hart bestraft. Ich denke, dass diese eklatanten Fehler letztlich das Spiel entschieden haben. Kiel galt als einer der Mitfavoriten vor der Saison und das hat man heute auch gesehen. Die Niederlage für uns ist bitter, irgendwann musste es uns ja erwischen."

Thorsten Gutzeit (www.holstein-kiel.de)
"Wir haben zwei total verschiedene Halbzeiten gesehen. Chemnitz hat in der ersten halben Stunde ein hohes Tempo vorgelegt. Wir standen zeitweise wie das Kaninchen vor der Schlange und nach vorn ging nicht viel. Wir konnten uns ohne Gegentreffer in die Halbzeit retten. In der Kabine gab es dann eine passende Ansprache. Im zweiten Durchgang konnten wir den Tabellenführer von unserem Tor fernhalten. Und unsere Konter saßen. Trotz des Sieges muss ich sagen, dass Chemnitz heute mit das Beste abgeliefert hat, was ich je in der Regionalliga gesehen habe."

<< 10. Spieltag 2. Runde DFB-Pokal >>