Saison 2010/2011
CFC / Regionalliga



 
1. FC Magdeburg
1. FC Magdeburg1:6Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
12. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2010/2011
Sonntag, 31. Oktober 2010, 13:30 Uhr
MDCC-Arena, Magdeburg
Zuschauer: 6.978
Schiedsrichter: Stein (Homburg)
1. FC MagdeburgTorfolgeChemnitzer FC
T Tischer
A Sumelka
A Friebertshäuser
A Müller (10. Halke)
A Becker (70. Bauer)
M Wijks
M Wolf
M VerkicGelbe Karte
M Sen (60. Georgi)
S Instenberg
S Köhne

Trainer: Kaiser
0:1 Förster (2.)
0:2 Dobry (28.)
1:2 Verkic (35.)
1:3 Wilke (60.)
1:4 Dobry (79.)
1:5 Richter (82.)
1:6 Förster (86.)

T Pentke
A Bankert
A Trehkopf
A Richter
A Schaschko (46. Schlosser)
M WilkeGelbe Karte
M Peßolat
M Löwe
M Garbuschewski
S Förster (87. Hampf)
S Dobry (84. Dressler)

Trainer: Schädlich
Spielbericht

CFC spielt sich in die Chemnitzer und Magdeburger Geschichtsbücher!

Von Frank Neubert

Männer, dass war GANZ GROSSER Sport!!! Ein megadickes "Spitzenreiter, Spitzenreiter" für die Jungs auf dem Rasen und für die geile Stimmung im Block gleich noch ein fettes "1966 - F-C-K" lauthals hinterhergeschrieben!!! Wir haben 6:1 in Magdeburg gewonnen!!! Nochmal zum Mitmeißeln: Am Ende stand ein EINS-ZU-SECHS an der Anzeigetafel! Hölle, Hölle, Hölle! Und warum? Weil es hochverdient war! DAS muss man erstmal sacken lassen...

Der sensationelle Endstand an der Anzeigetafel der MDCC-ArenaOhne irgendwelche Nachwirkungen aus den 120 kräftezehrenden Minuten gegen Stuttgart trat der Club in Magdeburg auf den Plan. Förster nutzte ein steiles Zuspiel von Peßolat bereits in der 2. Spielminute zur frühen Führung. Danach war vom Gastgeber meilenweit nichts zu sehen, es kombinierte und spielte nur ein Team - die Himmelblauen. Nach mehreren guten Chancen (z.B. gab es viele Diskussionen darüber, ob ein Kopfball von Förster erst hinter der Linie geklärt wurde) traf dann Dobry zum hochverdienten 2:0 und im Gästeblock ging endgültig die Post ab! Leider kam Magdeburg vor der Pause noch zum überraschenden Anschlußtreffer. Der wuselige Wijks, mit dem Schaschko seine liebe Mühe hatte, flankte nach innen, wo Verkic die bis dato einzige richtige Torchance der Gastgeber auch sofort nutzte. Kurz vor dem Pausenpfiff lag der Ball zum zweiten Mal im Chemnitzer Tor, doch Schieri Stein hatte den zuvor stattgefundenen Zweikampf zwischen Richter und Verkic längst abgepfiffen, so dass der ausgiebige Torjubel des Heimpublikums im Gästeblock nur allgemeines Kopfschütteln auslöste.

Nach dem Wechsel drückte der 1. FCM auf den Ausgleich, angestachelt durch die beachtliche Kulisse von knapp 7.000 Zuschauern. Doch mitten in dieser Druckphase fiel das dritte Tor für Chemnitz durch Wilke. Gut 700 Chemnitzer tobten sich im Gästeblock die himmelblaue Seele aus dem Leib, auf dem Rasen tanzten die himmelblauen Kicker. Mit diesem Tor war die Partie praktisch entschieden. Magdeburg griff zwar weiter an, konnte den CFC aber in keinster Weise gefährlich werden. Im Gegenteil, der Club nutzte die weiten Räume und knallte dem 1. FCM gnadenlos die Bude voll. Dobry mit dem Kopf, Richter per Pfosten-Pingpong und zum Schluß noch einmal Förster per Solo sorgten für einen Sieg mit sensationellen Anstrich!

Zum fünften Mal liegt der Ball im Magdeburger Netz!Nach dem fünften Chemnitzer Treffer flüchtete das Magdeburger Publikum in Scharen aus dem Stadion. Die zunächst leeren Plätze auf der Gegengeraden füllten sich aber alsbald wieder mit einem pöbelnden und wild gestikulierenden Mob aus dem Bereich des "Block U", dem die Höhe der Heimniederlage zu Kopf gestiegen war. Ordner und Polizei sorgten dafür, daß es beim wilden Gepose blieb. Der mit vielen gestandenen Leuten gespickte Chemnitzer Block nahm sich ruhig und gelassen an der deutschen Eiche und der sich daran wetzenden Wildsau ein Beispiel und schmetterte lediglich akustisch ein krachendes "Spitzenreiter, Spitzenreiter" über den Zaun, um kurz darauf mit "Absteiger, Absteiger" und weiteren - nicht gänzlich jugendfreien Liedgut ;-) - noch einmal höhnisch nachzulegen. Kritisch wurde es nach dem Schlußpfiff noch einmal für die Zugfahrer, als der frustrierte Magdeburger Börde-Pöbel versuchte, die alte Tatra-Tram zu attackieren, welche die Zugfahrer zum Bahnhof in Herrenkrug bringen sollte. Letztlich hatte die Polizei aber alles im Griff.

Anmerkung der Fanpage-Redaktion: Herzlichen Glückwunsch an alle Auswärtsfahrer, die beim heutigen Spiel live dabei waren! DAS war nämlich ein Tag für die Geschichtsbücher! Zum einen hatte es der FCK bzw. CFC seit seiner Gründung am 15. Januar 1966 bis zu diesem Spiel noch nie geschafft, in einem Punktspiel auf des Gegners Platz 6 Treffer zu erzielen, auf der anderen Seite war es gleichzeitig die höchste Heimniederlage der Magdeburger seit deren Gründung am 22. Dezember 1965! Und weil wir gerade bei Statistikkram sind, noch ein Schulterklopfer für Gerd Schädlich als bekennenden Barca-Fan: Die Katalanen siegten im Herbst 1983 "nur" mit 5:1 in Magdeburg! Er steht mit dem CFC jetzt vor Barcelona in der FCM-Statistik ;-)...

Fazit: Der Club hat mit diesem Ergebnis allen Zweiflern, die nach dem 0:2 gegen Kiel und den 120 schweren Minuten gegen Stuttgart an der psychologischen und konditionellen Verfassung der Himmelblauen gezweifelt haben, eine passende Antwort gegeben. Man steht weiterhin 6 Punkte vor der Konkurrenz aus Wolfsburg und Leipzig. Sehr schön, sehr gut! Das 6:1 und der damit verbundene Eintrag in die himmelblaue Chronik sollte für genügend Selbstbewußtsein sorgen, am Samstag gegen den HSV II den nächsten Dreier einfahren zu können!

Wertung: 1,5 (ein fast perfekter Auftritt)

Bester Himmelblauer: Bei so einem Ergebnis: Alle 14 beteiligten Kicker!

Pressestimmen

MDR-Online

Chemnitz nimmt Magdeburg auseinander

[..] Die Magdeburger Deckung hatte sich offenbar noch nicht formiert, da stand es schon 0:1. Richter schickte Förster steil, und der Stürmer schoss durch Tischers Beine ein (2.). Nur fünf Minuten später brachte er einen Kopfball aus Nahdistanz aufs Tor, doch Sen rettete auf der Linie. Auch danach wurden die Chemnitzer ihrer Favoritenrolle gerecht. Nach einigen weiteren Vorstößen erhöhte Dobry auf 0:2. [..] Der Anschlusstreffer durch Verkic per Flugkopfball fiel daher etwas überraschend (35.). [..] In die Drangperiode der Magdeburger fiel das 1:3. Wilke köpfte nach Garbuschewskis Flanke aus Nahdistanz ein (59.). Der FCM ließ sich dadurch nicht beirren. Beckers Freistoß hatte Pentke, Georgi traf nach einem Solo vom linken Strafraumeck den Pfosten. Chemnitz verlegte sich auf Konter und hatte Erfolg. Eine Flanke von links münzte Dobry mit dem Kopf zum 1:4 um (78.). Richter konnte mit einer Direktabnahme im Strafraum auf 1:5 erhöhen (82.), Förster legte nach einem kleinen Solo zum 1:6 nach (87.).

Magdeburger Sonntag

Chemnitzer FC schießt sechs Tore in Magdeburg

Vor 6978 Zuschauern zeigte der Spitzenreiter der Regionalliga Nord dem FCM die Grenze auf und nahm die Domstädter sprichwörtlich auseinander. Jeder Schuss auf das Gehäuse von Matthias Tischer führte zu einem Tor der Gäste: Förster (2.), Dobry (27.), Wilke (59.), Dobry (78.), Richter (82.) und wieder Förster (86.) trafen für die Sachsen. Marko Verkic konnte in der 35. Minute den 1:2 Anschlusstreffer markieren. Chemnitz war den Magdeburgern in fast allen Mannschaftsteilen überlegen und arbeitete stets erfolgreich gegen den Ball und Gegner. [..] Nach dem Sieg gegen Meuselwitz schien der FCM den Negativtrend durchbrochen zu haben. Der heutige Untergang im eigenen Stadion beweist aber etwas anderes. Die bittere Realität: Am Mittwoch muss sich der einstige Europapokalsieger mit einem Verein auf Augenhöhe messen und erneut um Punkte gegen den Abstieg aus der Regionalliga kämpfen. Der Gegner heißt dann ab 15 Uhr TSV Havelse.

Mitteldeutsche Zeitung

Spitzenreiter deklassiert Magdeburg

Die Schützenhilfe ist ausgeblieben. Der 1. FC Magdeburg konnte dem Rennen an der Tabellenspitze der Fußball-Regionalliga keine neue Spannung verleihen. Im Gegenteil, die Elbestädter brachen am Sonntag beim 1:6 (1:2) gegen Spitzenreiter Chemnitzer FC regelrecht ein. Die Sachsen behaupten weiter einen Sechs-Punkte-Vorsprung vor RB Leipzig und dem VfL Wolfsburg II. [..]

Volksstimme

Der FCM geht gegen Chemnitz mit 1:6 unter

Welch ein denkwürdiger Sonntag in der MDCC-Arena: Der 1. FC Magdeburg bezog gestern gegen Regionalliga-Spitzenreiter Chemnitzer FC mit 1:6 (1:2) die höchste Heimniederlage seiner Club-Historie (seit 22. Dezember 1965). [..] Die Sachsen waren von Beginn an präsent, zweikampfstark, clever, ballsicher und profitierten natürlich auch von ihrem Blitzstart, als Förster der FCM-Abwehr davonlief und dann Tischer den Ball durch die Beine zum 0:1 schoss (2.). Dann rettete Sen gegen Richter auf der Linie (6.). Der FCM in dieser Phase ohne Bewegung, ohne Überraschungsmomente, ohne Torgefahr. [..] Statt des möglichen 2:2 erhöhte der CFC eiskalt auf 1:3 Wilkes Kopfball landete genau im rechten Winkel (58.) und sorgte damit für die Vorentscheidung. Was folgte, war eine Lehrstunde der Gäste, die fast aus jedem gelungenen Angriff ein Tor machten. Dobry gelang, als die Club-Ab wehr nur zuschaute, per Kopf das 1:4 (78.), Richter staubte zum 1:5 ab (81.), und der überragende Förster setzte mit einem Solo den 1:6-Schlusspunkt (84.). [..] Kapitän Bauer: "Das war eines FCM nicht würdig. Dabei hatten wir nach dem 2:0 gegen Meuselwitz gedacht, auf dem richtigen Weg zu sein." Keeper Tischer, der einige Male nicht gut aussah: "Nach dem 1:3 ging nichts mehr. Wir stecken mitten im Abstiegskampf."

Freie Presse

Himmelblaue Galavorstellung

[..] "Den 31. Oktober 2010 muss ich mir genau merken. Dass ich in meiner Laufbahn in einem Punktspiel noch einmal auswärts mit 6:1 gewinne, wird nicht sehr wahrscheinlich sein", sagte Benjamin Förster nach einer aus Sicht der Chemnitzer einseitigen und sportlich überlegenen Partie in der neuen Magdeburger Arena. Der Tabellenführer zeigte sich beim Traditionsverein aus der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, der 1974 den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hatte, in allen Belangen überlegen. Die Schädlich-Elf widerlegte damit auch alle Kritiker, die nach dem schweren Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart Verschleißerscheinungen vermuteten. Der CFC begann gestern dort, wo er gegen Stuttgart aufgehört hatte. Mit Zweikampfstärke, Antrittsschnelligkeit und engagiertem Kombinationsspiel schienen sie die Magdeburger sofort hypnotisiert zu haben. Denn der CFC konnte in dieser Phase schalten und walten, wie er wollte. [..] Das einzige, was man den Chemnitzern beim Triumph in Magdeburg vorwerfen muss, war, dass sie den 2:0-Vorsprung in der ersten Halbzeit verwalten wollten. Das wäre fast ins Auge gegangen. Nach einer Flanke des schnellen Niederländers Wijks, den Raphael Schaschko nicht in den Griff bekam, erzielte Verkic (35.) aus Nahdistanz den Abschlusstreffer. Anschließend waren die Gastgeber dem Ausgleich nahe. [..]


Trainerstimmen

Ruud Kaiser (MDR-Online):
"Das 0:1 war natürlich ein denkbar schlechter Beginn. Beim 1:2 waren wir wieder im Spiel. Warum der Ausgleich nicht gegeben wird, ist mir ein Rätsel. Nach dem 1:3 hat Chemnitz mit viel Qualität das Spiel zu Ende gebracht. Wenn der CFC so weiter macht, ist er auf dem Weg in die 3. Liga."

Gerd Schädlich (MDR-Online)
"Wir sind super ins Spiel gekommen. Bis zum Anschlusstor hätten wir die Partie schon entscheiden können. Die Phase nach dem 1:2 haben wir mit Glück überstanden. Wenn man die 90 Minuten betrachtet, geht der Sieg in Ordnung. Natürlich ist das Ergebnis zu hoch. Ich hoffe, meine Spieler wissen das auch."

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