Saison 2010/2011
CFC / Regionalliga



 
Eintracht Braunschweig II
Eintracht Braunschweig II2:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
26. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2010/2011
Samstag, 02. April 2011, 13:30 Uhr
Städtisches Stadion, Braunschweig
Zuschauer: 485
Schiedsrichter: Günsch (Reddighausen)
Eintracht Braunschweig IITorfolgeChemnitzer FC
T Later
A Meier
A Kmiec
A Skoda
A Weiß
M Latowski
M Göwecke (57. Gierke)
M Thomsen (83. Turan)
M Kragl (68. Moritz)
S Amrhein
S CalamitaGelbe Karte

Trainer: Benbennek
1:0 Calamita (33./Foulelfmeter)
2:0 Calamita (73.)
2:1 Dressler (79.)
2:2 Garbuschewski (90.)

T Schmidt
A Sträßer
A Bankert (71. Dobry)
A Trehkopf
A Schaschko (62. Schlosser)
M Wilke
M Tüting
M Löwe
M Garbuschewski
S FröhlichGelbe Karte (71. DresslerGelbe Karte)
S Förster

Trainer: Schädlich
Spielbericht

CFC rettet Punkt in einem verrückten Spiel

Von Frank Neubert

Nach dem Spiel schaute man vielerorts in fragende Gesichter. Was war das denn gewesen? Sollte man nach dem Ausgleich in der Nachspielzeit eher zum Jubel über den gewonnenen Punkt ansetzen oder vielmehr das große Grübeln anfangen, warum man als Tabellenführer beim Abstiegskandidaten nur zu einem Remis kommt und somit die Konkurrenz hellhörig macht!? Irgendwie war es eine Mischung aus beiden - das 2:2 war weder Fisch noch Fleisch aus himmelblauer Sicht.

In letzter Minute einen Punkt gerettet...Der Club begann forsch und zeigte früh an, in Braunschweig auf die Pirsch nach drei Punkten gehen zu wollen. Nach einer Flanke von Förster und einer Ablage von Schaschko drosch Tüting in der 6. Minute das Leder in Richtung Tor, und ein Blau-Gelber fälschte den Schuß ins eigene Netz ab. 1:0 für den Club! Dachte jeder - aber der Linienmensch hatte seinen Wimpel gezückt und meinte, eine Abseitsstellung von Fröhlich gesehen zu haben. Eine klare Fehlentscheidung, die den Club um einen souveränen Auftakt brachte. Wenig später wurde Garbuschewski von Tüting fein angespielt, doch dessen Hinterhaltschuss flog über das Gebälk. In der 33. Minute wurde das bis dahin abgespulte Spielgeschehen auf den Kopf gestellt. Nach einem Einsteigen von Trehkopf gegen Latkowski entschied Schiedsrichter Günsch auf Elfmeter für die Heimelf. Fairerweise muss man zugeben, daß ein paar Sekunden vorher Trehkopf der Ball an die Hand gesprungen war und jeder Himmelblaue froh war, daß der entsprechende Pfiff ausblieb. Daher war die Strafstoßentscheidung wohl "fällig". Nichtsdestotrotz entsprach das 1:0 von Calamita (Keeper Schmidt war fast dran) in keinster Weise dem Spielverlauf. Auch in der Folgezeit war der Club besser unterwegs. Garbuschewski hatte noch vor der Pause das 1:1 auf dem Fuss, als er nach einer Ecke den Ball knapp am Lattenkreuz vorbeizirkelte. Allerdings hatte der Ex-Leipziger auch Glück, daß er nach einem Foul mit anschließendem Tritt gegen einen am Boden liegenden Braunschweiger überhaupt weiter am Spiel teilnehmen durfte.

Auch nach der Pause war der CFC zunächst das bestimmende Team. Doch mit zunehmender Spielzeit wurden die Aktionen, endlich zum Ausgleich zu kommen, unpräziser und hektischer. Man hatte zwar mehr vom Spiel, blieb aber vor des Gegners Tor ohne Großchancen. Trainerfuchs Schädlich sah sich nach einer Stunde Spielzeit zum Handeln gezwungen - Verteidiger Schaschko raus, Angreifer Schlosser rein. Zehn Minuten später wurde weiter aufgerüstet: Dobry und Dressler kamen für Bankert und Fröhlich, wobei letzterer eine beherzte und lauffreudige Partie abgeliefert hatte. Irgendwie erinnerte der Spielstand und der offensive Wechsel unliebsam an Hertha II. Und prompt sollte es wie in Berlin zum 2:0 einschlagen. Tüting verliert im Mittelfeld den Ball und der quirlige Calamita nutzte die freien Räume zum 2:0 für den Gastgeber. Pures Entsetzen unter den ca. 200 mitgereisten CFC-Fans, der Aufstiegstraum mutierte in diesem Moment zur zerplatzenden Seifenblase. Es folgten völlig verrückte 17 Spielminuten. Braunschweig hatte per Konter drei riesige Chancen, auf 3:1, 4:1 oder noch höher davonzuziehen, scheiterte aber am Pfosten, Schmidt im Fallen oder Trehkopf auf der Linie. Und vorn traf jetzt Dressler zum 1:2! Einen Pfostenknaller von Garbuschewski versenkte der Blondschopf per Nachschuß artistisch im Tor! Keine fünf Minuten später hatte Dobry das sichere 2:2 auf dem Kopf, scheiterte aber in bester Position am Keeper. Die himmelblauen Kicker pumpten, das Anrennen hatte Kraft gekostet. Und doch sollte es noch ein Happy End geben: Einen langen Ball aus der Abwehr verlängert Dobry zu Wilke, der spielt quer zu Garbuschewski, der sofort aus ca. 10 Metern abzieht - Tooooooorrr!!! Im Gästeblock tobte sich der himmelblaue Mob einen Wolf und ein dramatisches Spiel war zu Ende!

Fazit: Junge, Junge. Das ist gerade noch einmal gutgegangen. Die erste halbe Stunde gehörte spielerisch zu den vielleicht besten Vorstellungen der Rückrunde, trotzdem sah man nach dem 0:2 wie der sichere Verlierer aus. Im Gegensatz zu Berlin rappelte man sich diesmal aber auf und kam völlig verdient noch zum 2:2-Unentschieden. Für die Psyche ist dieser erkämpfte Punkt enorm wichtig. Wir sind der Spitzenreiter! Wir haben den besten Angriff der Liga! Bloß nicht irre machen lassen! Jungs, wir packen das. Noch acht Spiele bis zum großen Traum! Jetzt gegen Hannover 96 II volle Konzentration und wieder drei Punkte! Und dann sind es nur noch 7 Spiele...

Wertung: 2,5

Bester Himmelblauer: Fröhlich

Pressestimmen

MDR-Online

Chemnitz rettet Punkt in der Nachspielzeit

[..] Und der CFC ergriff sofort die Initiative und verlagert das Geschehen in die Hälfte der Eintracht. Bereits nach sechs Minuten lag der Ball im Braunschweiger Kasten, doch das Tor von Fröhlich fand wegen Abseitsstellung keine Anerkennung. [..] Und dann stand den Gastgebern das Glück zur Seite. Latowski war im Strafraum auf Trehkopf aufgelaufen und kam zu Fall. Zum Entsetzen der Chemnitzer zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. [..] Nach dem Wechsel waren die Chemnitzer weiter im Vorwärtsgang. Die Braunschweiger standen dagegen tief und lauerten auf Konter. Ein solcher brachte dann auch das 2:0 (73.). [..] Jetzt schienen die Chemnitzer geschlagen, doch sie rappelten sich wieder auf. Zunächst war es Dressler in der 79. Minute, der einen Lattentreffer von Garbuschewski im Nachsetzen zum 1:2 im Kasten unterbrachte. Dann fasste sich Garbuschewski in der Nachspielzeit aus 18 Metern ein Herz, zog ab und die Kugel zappelte im Netz. [..]

Freie Presse

Garbuschewski rettet dem CFC einen Punkt

Wenn der souveräne Spitzenreiter beim Abstiegskandidaten erst durch ein Tor in der 93. Minute einen Punkt rettet, lässt das normalerweise nichts Gutes vermuten. Doch manchmal löst so ein Treffer auch Fesseln, in denen der Chemnitzer FC in der Rückrunde der Fußball-Regionalliga gefangen zu sein scheint. Ronny Garbuschewski fasste sich jedenfalls am Samstag in letzter Sekunde ein Herz und drosch das Leder ins Eck. So richtig freuen konnte sich der Rechtsaußen nach dem 2:2 bei Eintracht Braunschweig II aber nicht. "Wir hatten uns drei Punkte zum Ziel gesetzt. Das haben wir nicht geschafft", meinte der 25-Jährige enttäuscht. Da wusste "Garbu" noch nicht, dass ausgerechnet der vor der Saison als größter Aufstiegsfavorit gehandelte RB Leipzig Schützenhilfe leisten würde. Durch den 2:1-Heimsieg der Rasenballer gegen Lübeck baute der CFC seinen Vorsprung auf die Norddeutschen noch aus. [..]

Trainerstimmen

Christian Benbennek (MDR-Online):
"Wir müssen das Spiel eigentlich gewinnen. Gerade bei den vielen Konterchancen, die wir zum Ende hin besaßen. Der CFC hat aber mit seiner Routine im Schlussspurt halt den Ausgleich noch erzwungen. Es war ein riesiger Fight meiner Mannschaft, was in den vorangegangen Spielen nicht immer der Fall war. Ich bin mir sicher, dass uns der Punkt im Abstiegskampf noch helfen wird. Den Chemnitzern wünsche ich alles Gute - das heißt den Aufstieg. Das haben sie sich verdient."

Gerd Schädlich (MDR-Online)
"Auch wenn wir hier in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt haben, bin ich über die Art und Weise unseres Auftritts verärgert. Wir sind einfach zu nachlässig und teilweise zu überheblich aufgetreten. Ein deutliches Zeichen dafür waren die Entstehungen der Gegentore, die wir durch Ballverluste selbst heraufbeschworen haben. Dennoch haben wir uns den Ausgleich verdient, obwohl klar drei Punkte zur Debatte standen."

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