Saison 2010/2011
CFC / Regionalliga



 
Holstein Kiel
Holstein Kiel0:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
28. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2010/2011
Sonntag, 17. April 2011, 13:30 Uhr
Holstein-Stadion, Kiel
Zuschauer: 2.861
Schiedsrichter: Schmitz (Xanten)
Holstein KielTorfolgeChemnitzer FC
T Frech
A Petersen (87. Kwame)
A SteilGelbe Karte
A Jürgensen
A Poggenberg
M Müller (79. Chahed)
M FischerGelbe Karte
M Schüßler
M Sykora (75. Wulff)
S Lindner
S Heider

Trainer: Gutzeit
0:1 Dobry (73.)
0:2 Förster (78.)

T Schmidt
A Bankert
A Richter
A Trehkopf
A Löwe
M Garbuschewski
M WilkeGelbe Karte
M Peßolat (61. Tüting)
M Schlosser (87. Schaschko)
S Dobry
S Förster (89. Fröhlich)

Trainer: Schädlich
Spielbericht

Den Störchen zwei Eier ins Nest gelegt

Von jb

Der Anpfiff zum Spiel des CFC erfolgte bei nicht optimalen Bedingungen. Anstatt Sonnenschein gab es einen grauen Himmel, und der Rasen glich einem zurecht gezupften Flickenteppich. Der Grund konnte in Gestalt verblichener Linien noch ausgemacht werden: im Holstein-Stadion wird auch American Football gespielt (oder gepflügt). Das Spiel ging munter los. Es gab keine taktischen Geplänkel, beide Teams versuchten offensiv zu agieren. Die erste Chance ergab sich nach 4 Minuten für den CFC. Wilke köpfte einen Garbuschewski-Freistoß an die Latte, stand dabei aber im Abseits. Die nächsten beiden Aktionen gingen von Kiel aus, wobei ein Schuss und ein Kopfball jedoch am Tor vorbei segelten. Nach 22 Minuten zog Garbuschewski von der Außenbahn nach Innen, sein Schuss ging leider knapp über das Gehäuse. Damit wurde eine kleine Druckphase des CFC eingeleitet. Löwe zwingt mit einem Volleyschuss Kiels Torwart Frech zu einer Großtat, Bankert köpft nach einem Eckball über das Gebälk und erneut rettet Frech in höchster Not, diesmal nach Freistoß des heute sehr agilen Garbuschewski.

Nachdem Kiel diese Phase unbeschadet überstand, übernahmen die Hausherren nun nach einer guten halben Stunde das Kommando. Zum Abschluss eines Konters kommt Torjäger Heider am langen Pfosten frei zum Kopfball, setzt den Ball jedoch außen neben den Pfosten. In der nächsten Minute klärt Richter eine flache Eingabe am 5 m-Raum, nachfolgend pariert Stefan Schmidt einen Kopfball von Jürgensen aus Nahdistanz hervorragend. Dann war die letzten 10 Minuten vor der Pause etwas Leerlauf angesagt in einer guten 1. Halbzeit, die der CFC in den ersten 30 Minuten kontrollierte und dann etwas Glück gegen stärker werdende Kieler hatte. Abseits des Rasens mühten sich beide Fanblöcke damit ihre Mannschaften zu unterstützen. Dieses Duell gewann von der Lautstärke her Kiel, obwohl im CFC-Block mehr Leute am Support beteiligt waren, was im Wesentlich am "Standortvorteil" (viel näher am Spielfeld, zudem unter dem Dach) lag - optisch konnten aber die himmelblauen Fans eindeutig Punkten. Eine geklaute Chemnitzer Zaunsfahne zeigten die Kieler auch noch, gefolgt von diversen Beleidigungen. Das mag für manche Leute ein probates Mittel sein, auf den durchschnittlichen Stadionbesucher machte der Kieler Block damit eher ein schlechtes Bild.

Der glänzend aufgelegte Schmidt am GästekäfigZu Beginn der 2. HZ waren zunächst die Kieler Störche wieder am Drücker. Wieder stand Heider frei am langen Pofsten, bekam den Ball dieses Mal jedoch auf den Fuß. Seinen Schuss parierte Stefan Schmidt wiederum großartig. Hauptmanko im Spiel des CFC bis dahin war, dass das zentrale Mittelfeld kaum Akzente setzen konnte. Peßolat war im Gegensatz zum letzten Spiel nicht zu sehen, und Wilke fiel nur durch eine Gelbe Karte auf. Die gab es für ein taktisches Foul, dass er begehen musste um einen eigenen Fehler wieder auszubügeln. Nach einer guten Stunde kam Tüting dann für Peßolat, und diese Einwechslung tat dem Spiel des CFC richtig gut, denn jetzt gab es in der Mitte eine offensiv starke Anspielstation. Bereits kurz nach seiner Einwechslung stürmt Tüting in den Strafraum, um eine flache Eingabe von Schlosser abzuschließen. Sein Schuss geht am Tor vorbei, jedoch wird er von einem Kieler Abwehrspieler behindert, der ihn von hinten auf den Fuß tritt. Die Kieler hätten sich über einen Elfmeterpfiff des guten Schiedsrichters nicht beschweren können, seine Pfeiffe blieb aber stumm.
In der 73. Minute setzte sich dann Schlosser gut auf Links durch, seine Eingabe kann Frech im Kieler Kasten nur leicht nach vorn abfälschen - genau vor die Füße des heute sehr laufstarken Pavel Dobry, der die erste Stürmerchance des CFC in diesem Spiel sicher verwandelt. Anstatt das Ergebnis zu verwalten, übte der CFC weiter Druck aus. Nach einer Flanke von Löwe köpfte Förster den Ball kanpp neben das Tor. Doch drei Minuten später machte er es besser. Förster und Dobry spielen einen schönen Doppelpass am Rande des Strafraums, Dobry legt den Ball zurück in die Mitte und Förster ballert den Ball in die Maschen. Damit war das Spiel gelaufen. Kiel versuchte sich noch mit einem Fernschuss, den Schmidt sicher hielt, und einem harmlosen Kopfball, dann war das Spiel vorbei und die Freude bei Mannschaft und Fans groß.

Fazit: Es scheint wieder aufwärts zu gehen mit dem CFC! Die ersten 30 Minuten das Spiel kontrolliert, in den letzten 30 Minuten eiskalt die wenigen Chancen genutzt. Diese wurden gut heraussgespielt, auch sonst war der eine oder andere sehenswerte Spielzug dabei. Es wurde phasenweise wieder wie ein echter Spitzenreiter agiert. Nur die halbe Stunde dazwischen zeigte auf, dass man sich nicht auf dem Gezeigten ausruhen darf sondern konzentriert weiter arbeiten muss. Jetzt gegen den Abstiegskandidaten aus der Börde den nächsten Dreier holen, und dem Ziel einen weiteren Schritt näher kommen - auf gehts Jungs!

Beste Himmelblaue: Stefan Schmidt, Andreas Richter, Pavel (do toho!) Dobry

Pressestimmen

Freie Presse

CFC-Jubel an der Ostseeküste

[..] "Das war ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Aufstieg", freute sich Pavel Dobry, der die Gäste mit seinem Treffer (74.) nach Vorlage des eingewechselten Simon Tüting auf die Siegerstraße brachte. Als Grunde für den Auswärtserfolg machte der Tscheche die aggressivere Spielweise des CFC nach dem Seitenwechsel verantwortlich. "Wir haben dann mutiger nach vorn gespielt und sind dafür belohnt worden", sagte Dobry. In der ersten Halbzeit agierten beide Mannschaften auf Augenhöhe und kamen jeweils auch zu einigen guten Chancen, ohne aber spielerisch zu glänzen. So scheiterte Chris Löwe, der wieder auf die linke Abwehrposition gerückt war, mit einem Weitschuss (26.), ehe CFC-Torhüter Stefan Schmidt erst gegen Heider und kurz darauf gegen Jürgensen großartig parierte (34./36.). [..] Nach dem Wechsel hatten die Chemnitzer mehr vom Spiel. Die erste gute Chance erarbeiteten sich aber wieder die Gastgeber. Dabei musste Schmidt wieder mit einer Glanztat gegen einen Heider-Schuss retten (50.). Auch danach blieb Kiel das dominante Team und belagerte die Hälfte der Himmelblauen, allerdings ohne zu weiteren Chancen zu kommen. Nach dieser kurzen Drangphase konnte sich der CFC wieder befreien und wurde selbst offensiver. Nach dem Führungstreffer von Dobry sorgte vier Minuten später Benjamin Förster mit seinem 23. Saisontor für den 2:0-Endstand. [..]

MDR-Online

Chemnitz gelingt wichtiger Auswärtssieg

[..] Nach dem Wechsel hatte der CFC mehr vom Spiel. Die erste gute Chance erarbeiteten sich aber wieder die Gastgeber. Dabei musste Schmidt wieder mit einer Glanztat gegen einen Heider-Schuss retten (50.). Auch danach blieb Kiel das dominante Team und belagerte die Hälfte der "Himmelblauen", allerdings ohne zu weiteren Chancen zu kommen. Nach dieser kurzen Drangphase konnte sich der CFC aber wieder befreien und wurde wieder offensiver. So setzte der kurz zuvor eingewechselte Tüting den Ball nach einer Schlosser-Flanke über die Querlatte (65.). Doch nicht nur den Chemnitzern fehlte die Genauigkeit, auch Kiel wurde in seinen Aktionen unpräziser, so dass die Partie in dieser Phase verflachte. Völlig überraschend fiel dann die Führung durch Dobry, der einen Abpraller aus Nahdistanz im Kieler Tor versenkte (73.). Nur vier Minuten später zeigte der CFC seine Cleverness und Effektivität, als Förster nach Doppelpass mit Dobry gar noch zum 2:0 erhöhte und so den wichtigen Auswärtssieg perfekt machte. [..]

Kieler Nachrichten

Holstein Kiel verliert gegen Chemnitz

[..] Die von Beginn an umkämpfte erste Halbzeit nahm erst in der 34. Minute vor dem Chemnitzer Tor Fahrt auf und das auch nur für 120 Sekunden. Nachdem kurz zuvor Löwe mit einem Gewaltschuss KSV-Torhüter Frech zu einer Glanzparade genötigt hatte, köpfte Heider eine Lindner-Flanke am langen Eck freistehend vorbei. Beim nächsten Kieler Angriff drehte sich Sykora, flankte, und Bankert rettete im Fünfmeterraum vor Lindner. Kurz darauf zirkelte Schüßler einen Freistoß auf den Kopf von Jürgensen, doch CFC-Torwart Schmidt reagierte großartig. [..] Auch in der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber zunächst die dominierende Elf. Doch dann schlugen die Sachsen zweimal eiskalt zu und stimmten ihren Trainer Gerd Schädlich für den Saisonendspurt optimistisch: "Diese Sieg war enorm wichtig, unsere Ausgangsposition ist nun sehr gut." [..]

Trainerstimmen

Thorsten Gutzeit (MDR-Online):
"Wir haben ein sehr gutes Spiel gesehen, in dem beide Teams auf Augenhöhe agierten. Eigentlich muss ich meiner Mannschaft nur einen Vorwurf machen, dass wir die eine oder andere Chance nicht zur Führung genutzt haben. Die ersten 15 bis 20 Minuten der zweiten Halbzeit hatten wir eine Druckphase, aber der CFC hat sehr geduldig gespielt und unsere ersten Fehler eiskalt ausgenutzt. Ich kann meinem Team aber keinen Vorwurf machen. Die Mannschaft hat gekämpft und mit der grundsätzlichen Leistung bin ich auch zufrieden."

Gerd Schädlich (MDR-Online)
"Wir haben ein spannendes Spiel gesehen, in dem beide Teams engagiert zu Werke gegangen sind. In der ersten Halbzeit war Kiel die etwas aktivere Mannschaft mit auch zwei, drei guten Chancen, wo unser Torhüter glänzend parierte. Wir waren da in manchen Phasen zu zögerlich. Das wollten wir in der zweiten Halbzeit verbessern und zielstrebiger nach vorn spielen. Das hat meine Mannschaft dann auch gezeigt und dabei die Tore sehr schön herausgespielt. Nach den zwei Unentscheiden ist es ein wichtiger Sieg, der uns weiteres Selbstvertrauen gibt. Bei sechs Spielen mit vier Punkten Vorsprung haben wir eine gute Ausgangssituation."

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