Saison 2010/2011
CFC / Regionalliga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:0RasenBallsport Leipzig
RasenBallsport Leipzig
33. Spieltag - Regionalliga Nord - Saison 2010/2011
Samstag, 21. Mai 2011, 13:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 12.837
Schiedsrichter: Schalk (Augsburg)
Chemnitzer FCTorfolgeRasenBallsport Leipzig
T Pentke
A Bankert
A Richter
A Trehkopf
A Schaschko
M Wilke
M Peßolat
M Garbuschewski (71. Schlosser)
M Löwe
S Dobry (86. Tüting)
S Förster (89. Fröhlich)

Trainer: Schädlich
1:0 Förster (46.)

T Neuhaus
A HertzschGelbe Karte
A RosinGelbe Karte
A Franke
A Müller
M GeißlerGelbe Karte
M Schinke (71. Frommer)
M Laas (85. Kläsener)
M Rockenbach
S KutschkeGelbe Karte
S Baier (83. Van den Bosch)

Trainer: Oral
Spielbericht

Benni Förster schiesst den CFC in die dritte Liga

Von Pierre Schönfeld

Es war exakt 15:19 Uhr als auf der altehrwürdigen Fiwi alle Dämme brachen. Die Aufforderung von Olaf Kadner doch noch 2 Minuten zu warten bis sich Schiri und Bullen in die Kabine begeben hatten ging unter in einen geradezu orgiastischen Jubel. Binnen weniger Sekunden füllte sich das heilige Grün, stürmten von allen Seiten die himmelblauen Fans auf den Rasen. Es war endlich geschafft, der Chemnitzer Fußballclub in die dritte Bundesliga aufgestiegen.
Die himmelblauen Aufstiegshelden 2011Irgendwo war es eine Ironie des Schicksals, dass an diesem vorletzten Spieltag der Regionalliga unser CFC ausgerechnet gegen die Rasenballsportler von Leipzig den Aufstieg perfekt machen konnten. Gegen die Mannschaft, manche sagen auch einfach nur das Produkt, welche vor der Saison als Topfavorit angetreten war und die Regionalliga nur als Durchgangsstation betrachtete, als simples Häkchen auf dem Weg zur Championsleague. Noch vor dem Spiel tönte Bald-nicht-mehr-RB-Trainer Oral dass sie die kleinen Wölfe zum Meister machen wollten. Wie so vieles was sich die Brausetruppe in dieser Saison vornahm, sollte auch dieses nicht gelingen. Weil, ja weil sie auf eine Mannschaft des CFC traf, die den absoluten Willen hatte, eine großartige Saison mit dem Sieg gegen RB zu krönen.
Über 12.000 Fans in der proppenvollen Fiwi empfingen die Mannschaft mit blau-weissen Tüchern, ein optischer Genuß. Auf dem Transpi in der Südkurve stand "Vergoldet unsere Farben".
Die Ausgangslage war klar. Gewann der CFC war er aufgestiegen. Bei jedem anderen Ergebnis hätte man nach Halle schauen müssen. Dort spielten die kleine Wölfe gegen den HFC. Gewännen die Wölfe, würde es am letzten Spieltag zum großen Showdown in Wolfsburg kommen.

Hart aber fair ging es in der ersten Halbzeit zu. Man merkte bei beiden Mannschaften, dass sie gewillt waren die Partie zu gewinnen. Rockenbach prüfte in der 17. Minute Philipp Pentke per Freistoß-Hereingabe. Löwe dribbelte nach 28 Minuten bis zur Grundlinie, fand aber mit seiner Hereingabe keinen Abnehmer. Nur vier Minuten später zielte Garbuschewski per Freistoß knapp über das Tor. Auf der Gegenseite schoß Geißer aus 20 Metern neben den Kasten von Pentke (39.). So ging es torlos in die Kabine.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. So manche Person aus dem VIP-Bereich war noch bei den warmen Häppchen da hatte Mr. Goalgetter himself, Benni Förster, eiskalt zugeschlagen. Einen Fehler der Bullenabwehr nutzte er gnadenlos aus und überwand Neuhaus per Flachschuß. Plötzlich war alles egal, auch dass in Halle alles für die Wölfe lief, die trotz einer roten Karte und Elfer für Halle (Kanitz an die Latte!) führten und am Ende die Partie mit 2:0 gewinnen sollten.
Dieses wertvolle 1:0 bedeutete den Aufstieg und wurde mit riesiger Leidenschaft verteidigt. RB spielte zwar gefällig mit, aber spätestens vor dem Tor von Pentke wurden sie von den himmelblauen Abwehrspielern gestoppt. Für den CFC vergab Wilke per Kopf (knapp vorbei) die beste Chance, für die vorzeitige Entscheidung zu sorgen. Für einen Lacher sorgte noch die Südkurve, die sportlich fair per Transpi dem Aufsteiger zum Klassenerhalt gratulierte. Gegen Spielende wurde die Anspannung fast unerträglich. Schliesslich war klar - nur ein RB-Treffer würde die Party in eine Trauerveranstaltung verwandeln. Dann, endlich, nach 92 Minuten, pfiff Schiri Schalk die Partie ab.

Der Rest war Jubel, Trubel, Heiterkeit. Erst auf dem Rasen und später auf dem Marktplatz als tausende Fans ihren Helden auf dem Rathausbalkon, welcher wider Erwarten doch von OB BaBaLu freigegeben wurde, zujubelten. Danke Jungs, für eine großartige Saison. Danke Jungs, für so grandiose Erlebnisse wie dem 6:0 gegen Lübeck, dem 6:1 bei den Maggis oder dem großen Pokalfight gegen Stuttgart. Danke Jungs, dass ihr im entscheidenden Moment die Nerven behalten habt. Danke Jungs, dass ihr Chemnitz wieder in den Profifussball gebracht habt. Ihr habt Euch Euren Platz in den himmelblauen Geschichtsbüchern wahrhaft verdient.

Es war faszinierend zu beobachten, wie beherrscht, ja fast schon unterkühlt der Architekt des Erfolges, Gerd Schädlich, auf den Aufstieg reagierte. Während um ihm herum alles jubelte und feierte, sprach der 58 Jahre alte Fussball-Lehrer davon, dass er hofft dass es nun im Chemnitzer Fussball wieder aufwärts geht und dass noch "Luft nach oben ist". Eine solche Reaktion mag dem emotionalen Fan vielleicht etwas befremdlich erscheinen doch vielleicht ist genau das das Geheimnis des Erfolges. Es ist eine alte Floskel, dass im Überschwank des Erfolgs die meisten Fehler gemacht werden. Bei Gerd Schädlich ist das nicht zu erwarten. Systematisch hat er eine defensivstarke Mannschaft mit riesigem spielerischen Potential und gewaltiger Offensivkraft aufgebaut. Drei Jahre Aufbauarbeit hat er nun mit dem Aufstieg gekrönt. Die Kehrseite des Erfolgs ist ihm sicherlich mehr als bewußt. Die Aufstiegshelden von Samstag werden wohl nur noch zweimal so zusammenspielen. Gerd Schädlich wird also wieder aufbauen müssen. Doch dann in Liga 3! Mit unserem Chemnitzer FC! Endlich!

Wertung: 1,0! Ein denkwürdiger Tag.

Bester Himmelblauer: Alle in Himmelblau - von Spielern über Trainer und Fans!

Pressestimmen

Kicker-Online

Försters wichtigstes Tor macht Aufstieg perfekt

Als der Schlusspfiff ertönt war, brachen in Chemnitz alle Dämme. Ein goldenes Tor von Benjamin Förster, ein 1:0-Sieg gegen RB Leipzig, ein Aufstieg in die 3. Profiliga - Spieler, Trainer und Fans lagen sich in den Armen. "Jeder Spieler hat heute ein bisschen Geschichte für Chemnitz geschrieben. Das ist ein besonderes Gefühl", meinte Philipp Pentke, der am Abend auf dem Rathausbalkon der Stadt das letzte aus seiner angekratzten Stimme herausholte. Zuvor hatte der Keeper seinen Kasten sauber gehalten. [..] Nach seinem 25. Saisontreffer frohlockte Förster: "Seit den Bambinis spiele ich beim CFC. Dass ich jetzt dieses, mein bisher wichtigstes Tor erzielt habe, ist unbeschreiblich und macht mich unendlich stolz." [..]

Freie Presse

Gedrückt, geherzt, geküsst

Chemnitz. 21. Mai 2011, 15.17 Uhr, Stadion an der Gellertstraße Chemnitz: Schiedsrichter Georg Schalk hat ein Einsehen und trillert in seine Pfeife. Der letzte der drei Töne ist nicht mehr zu hören. Danach brechen alle Dämme. Binnen weniger Sekunden stürmen die Fans den Rasen, erwachsene Menschen tanzen und hüpfen vor Freude. Und immer wieder stimmen die Anhänger an: "Nie wieder, nie wieder 4. Liga, nie wieder..." Oder "der FCK, der FCK, ist wieder da..." [..] 18.40 Uhr erscheinen die himmelblauen Aufstiegshelden zunächst auf dem Rathausbalkon. Torhüter Philipp Pentke holt das Letzte aus seiner angekratzten Stimme heraus und heizt den etwa 4000 Fans am Mikrofon ein. Die Anhänger fordern den Trainer. Gerd Schädlich tritt aus der zweiten Reihe nach vorn: "Danke, ihr ward die ganze Saison ein toller Rückhalt. Jetzt feiern wir. Und ich hoffe, ihr vergesst nicht, dass wir nächste Saison nicht ganz so viele Spiele gewinnen werden wie in dieser." [..] In der Stunde des Erfolges bleibt er bescheiden: "Wolfsburg hat uns in der Rückrunde alles abverlangt. Sie hätten den Aufstieg genauso verdient wie wir", erzählt er im biergetränkten Aufstiegs-T-Shirt. [..] Der Kapitän behält wieder mal als Turm in der Abwehr den Kopf oben. "Wir stellen den besten Torjäger der Liga, wir haben die meisten Treffer erzielt, die wenigsten Tore und Niederlagen kassiert. Verdienter kann man nicht aufsteigen", meint der 33-Jährige mit breitem Grinsen und fügt an: "Wir sind für ein Jahr harte Arbeit belohnt worden und mächtig stolz auf uns." [..]

Mitteldeutsche Zeitung

Himmelblaue feiern Aufstieg

[..] Himmelblau auf Wolke sieben: Mit einem 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den ursprünglichen Top-Favoriten RB Leipzig hat der Chemnitzer FC am Samstag in der Fußball-Regionalliga Nord vorzeitig den Aufstieg in die 3. Liga perfekt gemacht. Einen Spieltag vor Saisonabschluss schoss Benjamin Förster mit seinem 25. Saisontreffer in der 46. Minute den Traditionsclub in die nächsthöhere Klasse. «Der Stellenwert des Aufstiegs ist unheimlich hoch. Es ist zudem für uns die Belohnung für drei Jahre harter Arbeit und Geduld», sagte Trainer Gerd Schädlich. [..] Unterdessen spielten sich auf dem Spielfeld im Stadion an der Gellertstraße Szenen wie beim Gewinn einer großen Meisterschaft ab. Die Spieler wurden gedrückt, geherzt und hochleben gelassen. Bierduschen gab es für Spieler, Fans und Trainer. [..] Seit dem fünften Spieltag hatten die Chemnitzer die Tabellenführung inne. Diese Erfolgsgeschichte soll nun in Liga drei ihre Fortsetzung finden. Der Etat «wird etwa vier Millionen Euro betragen», sagte Geschäftsführer Peter Müller. [..]

Frankfurter Rundschau

Mit Schädlich kam der Erfolg zurück

Als Favorit war RB Leipzig in die Saison gegangen, doch am Ende hatte der Chemnitzer FC klar die Nase vorn. Mit dem 1:0 gegen den Konkurrenten hat die Mannschaft von Trianer Gerd Schädlich den Aufstieg in die dritte Liga jetzt perfekt gemacht. [..] Die Fans des CFC stürmten nach dem Abpfiff über die Zäune in den Innenraum, erdrückten die Spieler fast in der riesigen Jubeltraube und feierten hemmungslos die Rückkehr in den Profifußball. Beim DDR-Meister des Jahres 1967 ist die Begeisterung nach dem frühzeitigen Gewinn der Regionalliga-Meisterschaft riesig, 12 837 Zuschauer kamen zur Meisterparty ins Stadion an der Gellertstraße. [..] Am Abend wurde in der Innenstadt weiter gefeiert und 6000 Fans bejubelten ihre auf dem Rathausbalkon feiernden Aufstiegshelden. Auch Ligafavorit RB Leipzig war bei der Meisterfeier dabei – als Zuschauer. Vor der Saison galt der Durchmarsch der Millionentruppe um Ex-Bundesligaprofis wie Timo Rost und Tim Sebastian als reine Formsache. Doch der CFC hat sich im Saisonverlauf 18 Punkte Vorsprung erarbeitet und ließ Leipzig, die nur Vierter sind, keine Chance. [..] Michael Ballack, der von 1986 bis 1997 bei den Himmelblauen die Fußballschuhe schnürte, wünschte für das letzte Heimspiel im Stadionheft alles Gute. „Ich freue mich mit Euch zusammen über die große Chance, den Verein wieder da hinzubringen, wo er hingehört – in den deutschen Profifußball!“, schrieb Ballack im Stadionheft. [..]

MDR-Online

CFC schlägt RB und steigt auf!

Riesenjubel beim Chemnitzer FC: Die Sachsen haben den Aufstieg in die dritte Liga geschafft. Einen Spieltag vor Saisonende schlugen sie RB Leipzig 1:0 und sind vom einzig verbliebenen Konkurrenten Wolfsburg II nicht mehr einzuholen. [..] Von Beginn an war das Match vor mehr als 12.000 Fans an der Gellertstraße eine "männliche" Partie, beide Teams gingen voll zur Sache und schenkten sich keinen Meter. [..] Die zweite Hälfte begann aber für sein Team mit einem Paukenschlag: Nach Anstoß für RB eroberten die "Himmelblauen" sofort den Ball, schickten Förster steil, und der Angreifer blieb im Eins gegen Eins gegen Keeper Neuhaus cool und traf zum erlösenden 1:0 (46.). Mit dem Tor war Chemnitz in der Blitztabelle der Aufstieg nicht mehr zu nehmen. [..] Den Sprung in die dritte Liga haben sich die Chemnitzer und ihr Erfolgstrainer Gerd Schädlich mehr als verdient. Die Saisonbilanz ist einfach überragend: Der CFC verlor in 33 Partien nur zwei Mal, stellte mit 78 Treffern die beste Offensive und hat mit Benjamin Förster auch den Top-Torjäger der Liga (25 Treffer). [..] Dass das Happy End ausgerechnet gegen RB Leipzig gelang, war eine Ironie der Geschichte: Denn vor der Saison waren die Leipziger eigentlich als der große Aufstiegsfavorit gehandelt worden, wurden den hohen Erwartungen aber nicht gerecht. [..]

Freie Presse

Himmelblauer Jubel: CFC macht den Aufstieg perfekt

"Mission erfüllt - Aufstieg geschafft" - der Chemnitzer FC hat sich am Samstagabend von seinen Fans auf dem Rathausbalkon für den Aufstieg in die dritte Liga feiern lassen. Nach Angaben der Stadt kamen rund 6000 Anhänger auf den Markt, um das "Meisterstück" zu bejubeln. [..] "Ich bin natürlich riesig erleichtert über den Sieg. Besonders schön ist, dass wir es selbst geschafft haben und nicht aufgrund eines Sieges von Halle aufgestiegen sind", sagte CFC-Trainer Gerd Schädlich nach dem Spiel. [..] Schädlich steckte schon einmal die Ziele ab: "Heute wird gefeiert und ab morgen die dritte Liga intensiver geplant." Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig gratulierte den Himmelblauen: "Die kontinuierliche Arbeit und die Leidenschaft für die Sache haben sich ausgezahlt", sagte sie.


Spielerstimmen

Philipp Pentke (Freie Presse):
"Das schönste Gefühl ist, dass wir für Chemnitz ein bisschen Geschichte mitgeschrieben haben. Jetzt wollen wir die Euphorie in die 3. Profiliga mitnehmen und den Klassenerhalt schaffen."

Pavel Dobry (Freie Presse)
"Ich habe heute so gut gespielt, weil ich mit meinen 35 Jahren nicht weiß, ob ich sowas nochmal erleben darf. Wahnsinn."

Benjamin Förster (Kicker-Online)
"Seit den Bambinis spiele ich beim CFC. Dass ich jetzt dieses, mein bisher wichtigstes Tor erzielt habe, ist unbeschreiblich und macht mich unendlich stolz."

Trainerstimmen

Gerd Schädlich (MDR-Online):
"Es war das erwartet schwere Spiel. RB hat sich sehr gut präsentiert, trotzdem hatten wir unsere Möglichkeiten. Die Konter wurden nicht so gut ausgespielt. Ein Kompliment an die Mannschaft, die heute sehr gut in der Defensive gestanden hat. Philipp Pentke hatte einen ruhigen Tag. Der Aufstieg hat einen sehr hohen Stellenwert, da RB der große Favorit war, wir aber sehr konstant waren."

Tomas Oral (MDR-Online)
"Glückwunsch zur verdienten Meisterschaft. Chemnitz war über die gesamte Saison die konstanteste Mannschaft. Wir wollten es heute noch einmal spannend machen und Chemnitz hier nicht feiern lassen. In der ersten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft. Ich habe in der Pause auf die Phase von Chemnitz nach der Pause hingewiesen, und wir haben durch einen kapitalen Fehler das zeitige Gegentor unterstützt. In der zweiten Halbzeit haben wir Kräfte gelassen, dadurch geht der Sieg von Chemnitz auch in Ordnung."

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