Saison 1968/1969
FCK / DDR-Oberliga



 
FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt5:3BSG Wismut Gera
BSG Wismut Gera
Viertelfinale - FDGB-Pokal - Saison 1968/1969
Mittwoch, 23. April 1969, 16:00 Uhr
Dr.-Kurt-Fischer-Stadion, Karl-Marx-Stadt
Zuschauer: 6.000
Schiedsrichter: Einbeck (Berlin)
FC Karl-Marx-StadtTorfolgeBSG Wismut Gera
T Hambeck
A Göcke
A A. Müller
A Feister (68. Hüttner)
A P. Müller (46. Sorge)
M Schuster
M Erler
M Wiedensee
S Zeidler
S Steinmann
S Vogel

Trainer: B. Müller
0:1 Richter (33.)
0:2 Feetz (39.)
0:3 Feetz (58./Foulelfmeter)
1:3 Feetz (61./Selbsttor)
2:3 Vogel (63./Handelfmeter)
3:3 Zeidler (72.)
4:3 Göcke (81.)
5:3 Zeidler (89.)

Besondere Vorkommnisse:
Feldverweis für Urban (21.)

T Heinzel
A Tenneberg
A Heetel
A Hergert
A Milek
M Hoppe
M Krause (48. Hermus)
S UrbanRote Karte
S Richter
S Waidhas (86. Becher)
S Feetz

Trainer: Kaiser
Pressestimmen

Fuwo

Einen sensationellen Anstrich erhielt die Partie zwischen dem FC Karl-Marx-Stadt und Ligavertreter Wismut Gera, der seine respektlose Spieleinstellung mit einem 3:0-Torvorsprung belohnt sah, mit nur zehn Aktiven (21., Feldverweis von Urban) dann aber kräftemäßig doch spürbar abbaute und noch 3:5 unterlag.

Der dritte Streich fast schon perfekt

Nach einer knappen Stunde schien der dritte Streich des Liga-Vertreters perfekt zu sein. Der FC Rot-Weiß Erfurt (2:1) und der HFC Chemie (1:0) waren in den voraufgegangenen Runden bereits eliminiert worden, Gastgeber FCK drohte beim 0:3-Rückstand ebenfalls der Pokal-K.o.! Unkomplizierte, schnelle Direktkombinationen über Hergert, den 18jährigen Nachwuchsmann Hoppe, Krause, Richter und Waidhas richteten heillose Verwirrung und Nervosität in der FCK-Deckung an.

Doch nicht nur Feister [..] und P. Müller gegen Richter und Waidhas blieben erschreckend unter ihren spielerischen Möglichkeiten, auch im Mittelfeld vermochten weder Erler noch Schuster Stil und Linie in ihre Elf zu bringen. Diese Unproduktivität der Gastgeber bestrafte Wismut (ungeachtet des Feldverweises von Urban, der bei P. Müllers Kopfballabwehr gefährlich hoch mit dem Fuß zuschlug) mit drei Treffern, die den FCK ganz einfach zu einer enormen kämpferischen Steigerung veranlassen mußten, um nicht blamabel distanziert zu werden.

Dabei durften sich die Männer um Kapitän Vogel glücklich schätzen, daß ihnen zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt Anschluß- und Ausgleichstreffer gelangen, die die Widerstandskraft der Unterklassigen doch empfindlich schwächten. Jetzt, in den Angriffsfluten des FCK, verlor die Abwehr ihre innere Stabilität, ließ sie billige Fehler zu, die sich Zeidler und der für Steinmann in die Angriffsspitze gerückte Göcke nicht entgehen ließen. Ganz zu schweigen vom konditionellen Verschleiß der Gäste, denen dennoch für ihre bravouröse Leistung Anerkennung gezollt werden muß. [..] Zum zweiten Male nach 1960 steht der FCK nun im Halbfinale. Seine Meisterschaftshoffnungen sind begrenzt, seine Pokalambitionen dafür aber um so größer!

(Günter Simon)

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