Saison 1967/1968
FCK / DDR-Oberliga



 
1. FC Lok Leipzig
1. FC Lok Leipzig2:2FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt
2. Spieltag - DDR-Oberliga - Saison 1967/1968
Samstag, 19. August 1967, 15:00 Uhr
Bruno-Plache-Stadion, Leipzig
Zuschauer: 25.000
Schiedsrichter: Zülow (Rostock)
1. FC Lok LeipzigTorfolgeFC Karl-Marx-Stadt
T Schulze
A Franke
A Gießner
A Geisler
A Faber
M Drößler
M Engelhardt
M Zerbe
S Frenzel
S Naumann
S Löwe

Trainer: Studener
0:1 Steinmann (25.)
1:1 Naumann (28.)
1:2 Lienemann (78.)
2:2 Drößler (84.)

T Hambeck
A Rüdrich
A Feister
A P. Müller
A A. Müller
M Hüttner
M Schuster
M Steinmann
S Lienemann
S D. Erler
S Vogel

Trainer: Scherbaum
Pressestimmen

Fuwo

Kampf mit einem hohen Spannungsgehalt

Das Bruno-Plache-Stadion erlebte ein selten dramatische, hitzige, erregte Auseinandersetzung. Verbissener Kampf war das Gebot der Stunde. "Die in beiden Mannschaften stehenden Spielerpersönlichkeiten lassen ein gutes Spiel erwarten", sagte Lok-Cheftrainer Studener in der dem Spitzentreffen des 2. Spieltages vorangegangenen Pressekonferenz. [..] "Die Leipziger wollen unbedingt den Bock umstoßen. Die Begegnung ist deshalb ein sehr wichtiges Auswärtsspiel für uns. Ich bin zufrieden, wenn wir ein Unentschieden erreichen", erklärte FCK-Cheftrainer Scherbaum.

[..] Ein wahres Wort, dem nur eins - und das war das wichtigste - entgegenstand: die anfangs dargelegte Konstellation dieses Treffens, sein Prestigecharakter, aus dem niemand ein Hehl machte. Jeder Spielraum wurde erstickt, kein Ball wurde kampflos preisgegeben. Wenn dem 1. FC Lok dennoch kluge, von Naumanns Steilpässen lebende Sprintangriffe über Löwe und Frenzel gelangen, wenn der Meister seine Cleverneß in beherrschter Ballsicherung, Rhythmuswechsel und im eiskalten Konterschlag unter Beweis zu stellen vermochte, dann sprach das eine deutliche Sprache über die Qualitäten der beiden Bestplatzierten der vergangenen Saison. [..]

Nach Lienemanns Treffer (78.) schien Lok abermals geschlagen, doch die 16. Ecke (drei für den FCK) in der 84. Minute, als bei vier Eckbällen zwischen der 80. und 84. Minute die Dramatik, die Turbulenz im Torraum des Meisters nicht mehr abebbte, 18, 19 Spieler im Strafraum versammelt waren, brachte erneut den hochverdienten Ausgleich. Nach Löwes Eckstoß schmetterte Geisler das Leder mit dem Kopf aufs Tor, direkt zu dem vor der Torlinie postierten Drößler. Blitzschnelle Drehung und Einschuß waren eins. Drößlers Freude war verständlich. "Schließlich habe ich 1963/64 mein letztes Meisterschaftstor geschossen. Ich war schon längst dran."

"Wir haben erreicht, was wir wollten", sagte Scherbaum zum Schluß, nicht ohne die Leistungen von Hambeck, Schuster, Rüdrich und A. Müller besonders hervorzuheben. "Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, mit dem Spiel meiner Mannschaft ja", resümierte Studener. "Noch nie sah ich sie so kämpfen wie heute." In dieses Lob bezog der Leipziger seine ganze Mannschaft ein.

(Günter Simon)

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