Saison 1971/1972
FCK / DDR-Oberliga



 
FC Karl-Marx-Stadt
FC Karl-Marx-Stadt1:21. FC Lok Leipzig
1. FC Lok Leipzig
5. Spieltag - DDR-Oberliga - Saison 1971/1972
Samstag, 02. Oktober 1971, 15:00 Uhr
Dr.-Kurt-Fischer-Stadion, Karl-Marx-Stadt
Zuschauer: 16.000
Schiedsrichter: Riedel (Berlin)
FC Karl-Marx-StadtTorfolge1. FC Lok Leipzig
T Kunze
A Sorge
A K. Lienemann
A Schuster
A Franke
M Wolf
M Erler
M Rauschenbach
S ZeidlerGelbe Karte (46. Braun)
S Bader (68. Dost)
S Neubert

Trainer: Hofmann
0:1 Matoul (32.)
0:2 Gröbner (44.)
1:2 Erler (90.)

T Friese
A GeislerGelbe Karte
A Sekora
A Gießner
A Gröbner
A Fritsche
M Frenzel
M Naumann
M Lisiewicz (74. Altmann)
S Matoul
S Löwe

Trainer: Scherbaum
Pressestimmen

Fuwo

Die gefährlichen Konter der Gäste trafen

[..] Mit allen guten Vorsätzen kamen die Männer um Kapitän Dieter Erler auch aus der Kabine. Es glich fast einem Powerplay, was sie in den ersten zwanzig Minuten demonstrierten: Mit unerhörtem Kraftaufwand, mit enormen Tempo suchten die "Himmelblauen" eine frühzeitige Entscheidung, einen Torerfolg. Ihre Kombinationen liefen reibungslos. Dieter Erler bediente die drei Angriffsspitzen Zeidler, Bader und Neubert immer wieder mit akkuraten Pässen. Zweimal hatte der aufgerückte Rechtsverteidiger K. Lienemann den Ball vor den Füßen (3., 6.), konnte aber daraus kein Kapital für seine Mannschaft schlagen. Schuster kam in der 7. Minute erneut in günstige Position, sein Schuß traf jedoch auch nicht ins Netz. [..] Der FCK nutzte in seiner Drangperiode die Chancen nicht, die talentierte, an Oberligaerfahrung aber junge Elf (nur Schuster, Franke, Erler und Zeidler können darauf verweisen) wurde schließlich ihrer Nervosität nicht Herr. "Wenn wir diese Chancen verwertet hätten, läuft das ganze Spiel anders, nämlich für uns", kommentierte Karl-Marx-Stadts Cheftrainer Gerhard Hofmann.

Routine und Cleverneß gaben in der Endabrechnung den Ausschlag für den ersten Auswärtssieg des 1. FC Lok in einem Oberliga-Punktspiel seit 11 Monaten. "Wir boten eine geschlossene, kollektive Leistung", resümierte Wolfram Löwe nach den spannenden, kurzweiligen 90 Minuten. Aus der Konterstellung heraus stieß der 1. FC Lok immer wieder in die freien Räume, schufen die blendend disponierten Matoul und Löwe des öfteren heilloses Durcheinander in der Karl-Marx-Städter Abwehr. [..] Die Gäste verstanden es besser als ihre Kontrahenten, den Ball zu halten, dadurch Ruhe und Sicherheit ins Spiel zu bringen. "Meine Mannschaft hat ein kluges Konterspiel gezeigt und sich viele klare Chancen erarbeitet", freute sich Lok-Cheftrainer Horst Scherbaum. Der Tabellenzweite bekam das Mittelfeld ständig unter Kontrolle, gab sich in der Abwehr keine Blöße mehr, als die Drangperiode des Gastgebers überstanden war. Beim FCK hingegen zerfiel das Spiel zusehends. [..]

(Otto Schaefer)

Spielerstimmen

Dieter Erler, FCK-Kapitän (Fuwo)
"Unsere Niederlage begann schon in der Anfangsphase des Spiels, als die herausgearbeiteten Chancen nicht verwertet wurden. Wir haben praktisch die ersten 20 Minuten verschlafen, obwohl wir den 1. FC Lok gänzlich im Griff hatten. Als er das 1:0 erzielte, waren wir derart schockiert, daß wir uns davon nicht mehr erholten. Jeder versuchte es dann auf eigene Faust, sollten vornehmlich Einzelaktionen das Blatt noch wenden. Erfolg hatten wir damit nicht, wie man dem Ergebnis entnehmen kann. [..]"

Peter Gießner, Lok-Kapitän (Fuwo):
"Wir wußten aus vielen Spielbeobachtungen, wie stark der FCK auftrumpfen kann, noch dazu vor heimischer Kulisse. Mit Glück und Geschick überstanden wir die Drangperiode des Gastgebers. Die Mehrzahl an Torgelegenheiten haben wir dann herausgespielt, in der 2. Halbzeit waren wir deutlich überlegen. Natürlich freuen wir uns über den ersten Auswärtserfolg in dieser Saison, er gibt Selbstvertrauen für die nächsten schweren Punktspiele. [..]"

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