Saison 2011/2012
CFC / 3. Liga



 
FC Carl Zeiss Jena
FC Carl Zeiss Jena1:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
8. Spieltag - 3. Liga - Saison 2011/2012
Sonntag, 11. September 2011, 14:00 Uhr
Ernst-Abbe-Sportfeld, Jena
Zuschauer: 7.511
Schiedsrichter: Dr. Drees (Mainz)
FC Carl Zeiss JenaTorfolgeChemnitzer FC
T Berbig
A Zickert (46. Siefkes)
A Schulz
A Voigt
A Schmidt
M Landeka
M Lindemann
M Simak (70. Grüneberg)
M MiatkeGelbe Karte
S Hähnge
S Edri (46. Jovanovic)

Trainer: Weber
1:0 Hähnge (6.)
1:1 Wilke (8.)
1:2 Dobry (17.)

T Pentke
A StenzelGelbe Karte
A Wachsmuth
A Wilke
A SchaschkoGelbe Karte
M Sträßer
M Hörnig
M Garbuschewski
M Tüting (76. Peßolat)
M Aydemir (82. SchlosserGelbe Karte)
S Dobry (71. Förster)

Trainer: Schädlich
Spielbericht

CFC dreht Spiel in Jena - Ein Sieg für Andi!

Von Pierre Schönfeld

Mit tropischer Hitze kehrte der Sommer nochmal für einen Tag zurück an diesem 11. September 2011. Ein symbolträchtiges Datum, nicht nur für Amerika - auch für die Himmelblauen. War es doch das Spiel 1 nach dem großen Schock, der Herzattacke unseres Capitano, Andreas Richter.
Und es war klar, dass dieses Thema über diesem Spiel gegen den FC Carl-Zeiss Jena schweben würde. Dass auch die Mannschaft das nicht ganz ausblenden würde können. So ging man als Fan mit gemischten Gefühlen in die Partie - man hoffte natürlich auf einen guten Auftritt und einen Sieg der eigenen Mannschaft, gleichzeitig wußte man, dass nur ein Sieg wirklich wichtig ist - der von unserem Kapitän Andreas Richter gegen seine heimtückische Krankheit. Und so mahnte auch Capo Walze die Fans im übervollen, ausverkauften, Gästeblock, dass an diesem Tag nur eins zählt - egal wie das Spiel verläuft, bedingungslose Unterstützung der Mannschaft. Auch der Jenaer Stadionsprecher wünschte unserer Nummer 28 gute Besserung - eine faire Geste.

Gerd Schädlich musste die Mannschaft nach Richters Ausfall umstellen - seinen Platz in der Viererkette nahm Marcel Wilke ein. Die Kapitänsbinde übernahm mit Carsten Sträßer ausgerechnet ein Spieler mit langer Jenenser Vergangenheit. Er sollte ein gutes Spiel machen.
Für Jena ging es in dieser Partie um viel, für Trainerlautsprecher Heiko Weber wahrscheinlich schon fast um alles. Befanden sich die Thüringer mit vier Pünktchen doch unter dem magischen Strich, der Regionalliga von dritter Liga trennt und waren zuletzt von Unterhaching mit 6 Gegentoren böse verprügelt worden.
Es waren nur wenige Minuten in der Partie gespielt, da leistete sich Raphael Schaschko einen katastrophalen Fehlpass. Hähnge profitierte davon und haute das Leder aus 25 Metern einfach so in Pentkes Kasten. Böse Erinnerungen an Münster wurden wach - auch da hatte sich der Club gleich zu Beginn so ein schräges Ding eingefangen - und verloren. Doch an diesem 11. September war alles anders. Nur zwei Minuten später nach einer Ecke schoss erst ein Jenenser seinen Keeper an und dann war Marcel Wilke zur Stelle und staubte zum 1:1 ab. Und dann - 17 Minuten waren gespielt - war es der bärenstarke Garbuschewski, der sich über rechts durchsetzte, butterweich nach innen flankte und der "Tschechenschädel" (O-Ton im Block) den Ball ins Tor köpfte. Das Spiel gedreht, der Gästeblock flippte aus und überall im Stadion freuten sich heimlich oder laut die im Heimbereich eingesickerten Chemnitzer.
Was für ein Spiel - der CFC hätte die Führung weiter ausbauen können. Doch ein Kopfball von Tüting ging drüber und ein Schuss von Aydemir konnte Berbig halten. Auf der Gegenseite hatte der ansonsten blass bleibende Simak eine Schußchance, die Pentke aber souverän parieren konnte.
So ging es mit der hochverdienten 2:1-Führung in die Pause.

Aus der Pause kamen die Jenenser einige Minuten eher um sich auf die zweite Halbzeit einzuschwören. Und so intensiv wie die ersten 45 Minuten so waren auch die zweiten. Jena drückte nun mehr, die Himmelblauen konterten. Mit der Einwechslung von Jovanovic hatte Weber ein gutes Näschen bewiesen, der ehemalige Cottbusser war mit Abstand der beste Blau-Gelbe auf dem Platz und hatte in der 76. Minute auch die Riesenchance zum Ausgleich, schoß aber aus 14 Metern am langen Eck vorbei. Die Schädlich-Elf hielt super dagegen, herausragend im Defensivverbund war Neuzugang Stenzel, der auch in brenzligen Situation die Übersicht behielt. Vorne waren es unsere Außen Garbu und Aydemir, die die Carl-Zeiss-Abwehr ein ums andere mal in Verlegenheit brachte. Den einzigen Vorwurf den man unseren Jungs machen kann ist, dass sie die guten Konterchancen nicht verwerteten und den Deckel drauf machten. So schoß Garbu nach einem wunderschönen Solo nur über das Tor (73.). Und in der 82. Minute hatte Förster ein Berbig-Abpraller nach Schlosser-Fernschuß über die Linie gedrückt. Doch Hörnig stand im Abseits - der Schiri gab den Treffer nicht.

Die letzten Minuten sollten noch einmal nervenaufreibend sein. Jena drückte nun mit Macht auf den Ausgleich und Schiri Drees liess zu allem Überfluss drei Minuten nachspielen. Die Thüringer versuchten es mit allen Tricks, so schoß Vogt Garbuschewski an der Strafraumgrenze an, nahm den Ball in die Hand und reklamierte, ohne den Pfiff abzuwarten, sofort auf Handspiel um einen Elfer zu schinden. Eine Frechheit ohne gleichen. Zum Glück gab der Schiri nur Freistoß. Den schoß Miatke direkt aufs Tor wo Penne glänzend parierte. Im Gegenzug fiel fast noch das 3:1, doch der eingewechselte Benni Förster traf nach schöner Vorarbeit von Pesolat den Ball nicht. Kurz darauf blieb den mitgereisten Himmelblauen fast das Herz stehen - Miatke mimte im CFC-Strafraum den sterbenden Schwan. Zum Glück blieb die Pfeife des Unparteiischen stumm. Dann war's endlich vorbei - in einer unendlich schweren Situation hatte die Mannschaft ihr Versprechen wahr gemacht. Alles zu geben für Ihren Capitano und die drei Punkte mit nach Chemnitz zu nehmen. Ganz stark, Männer!!

Wertung: 2,0. Nervenaufreibendes Spiel mit richtigem Sieger.

Beste Himmelblaue: Sträßer, Stenzel, Aydemir, Garbuschewski

Pressestimmen

Freie Presse

Drei Punkte und beste Wünsche

Im Mannschaftsbus auf der Anfahrt nach Jena verkündete CFC-Trainer Gerd Schädlich bereits die wichtigste Nachricht des Tages. Andreas Richter, der vergangenen Donnerstag beim Training einen Herzinfarkt erlitten hatte, geht es besser. Offenbar nach bangen Stunden in den letzten zwei Tagen. Denn der 33-Jährige war nach Auskunft einiger Mitspieler ins künstliche Koma versetzt worden, aus dem er gestern vor dem Derby erwachte. [..] Das Drama um den CFC-Kapitän schien allgegenwärtig im Ernst-Abbe-Sportfeld. Die Fans munterten die Chemnitzer Spieler immer wieder mit Sprechchören auf und formulierten gleich das Motto für das Kellerduell in der 3. Fußball-Liga: "Andi Richter - kämpfen und siegen", skandierten die 1200 Fans im Gästeblock auch nach 93 heißen Derby-Minuten und feierten ihre hüpfenden Lieblinge nach dem 2:1 (2:1)-Erfolg gegen Carl Zeiss. [..] Schon nach fünf Minuten wurde der Keeper der Himmelblauen von der Realität eingeholt. Als Linksaußen Raphael Schaschko den Ball für Sebastian Hähnge unfreiwillig auflegte, zog der Routinier aus großer Entfernung ab und überlistete den zu weit vor seinem Gehäuse platzierten Pentke quasi mit dem ersten Torschuss. Doch bei einer Ecke von Ronny Garbuschewski stand Marcel Wilke (8.) goldrichtig und staubte zum 1:1 ab. Unter freundlicher Mithilfe der Jenenser - Robert Zickert vertändelte das Leder unbedrängt - legte Garbuschewski acht Minuten später für Pavel Dobry auf. Und der Tscheche wuchtete per Kopf das Leder zum 2:1 in die Maschen. Im Anschluss agierten die Gastgeber so verkrampft und nervös, dass Chemnitz der Elf von Heiko Weber mit drei, vier Toren in die Kabine hätte schicken müssen. [..]

MDR-Online

Chemnitz feiert Sieg in Jena

Balsam auf die Chemnitzer Seele: Drei Tage nach dem Herzinfarkt von Kapitän Andreas Richter hat der CFC einen 2:1-Erfolg bei Carl Zeiss Jena gefeiert. [..] Die Auftaktphase im Abbe-Sportfeld verlieft nach dem Motto "Ab geht die wilde Fahrt": Drei Tore in den ersten 17 Minuten sahen die Fans und erlebten dabei ein Wechselbad der Gefühle. Zuerst führte Jena (6.), dann glich Chemnitz aus (8.) und egalisierte damit mal wieder eine CZ-Führung. Mit der Führung für die "Himmelblauen" kippte die Partei dann endgültig. Nun bestimmten die Gäste das Geschehen, bei Jena herrschte vor allem Verunsicherung. Nach der Hälfte änderte sich das Bild: Jena kam mit Biss aus der Kabine und drängte die Sachsen in die Defensive. Torchancen gab es aber kaum, Carl Zeiss versuchte es vor allem mit Schüssen aus der zweiten Reihe, die aber meist harmlos waren. Am Ende verdiente sich Chemnitz den Erfolg durch eine gute Abwehrleistung.

Ostthüringer Zeitung

FC Carl Zeiss Jena verliert Ostderby gegen Chemnitzer FC 1:2

Die Jenaer Spieler müssen das falsche Drehbuch gelesen haben. Im Heimspiel gegen den Chemnitzer FC führten sie am Sonntag mit 1:0 und gaben die Partie noch aus der Hand. Das passierte ihnen zum fünften Mal im achten Saisonspiel. [..] Nur drei Minuten später war die Führung dahin. Beim 1:1 (8.) nach einer Ecke brachten die Jenaer den Ball nicht aus dem Torraum. Marcel Wilke war zur Stelle. Wilke hatte Kapitän Andreas Richter ersetzt, der am Donnerstag beim Training zusammen gebrochen war. Nach dem Herzinfarkt gehe es ihm "den Umständen entsprechend", wie CFC-Sportdirektor Jörg Emmerich berichtete. "Andy hat der Mannschaft alles Gute gewünscht für das Spiel in Jena. Die Grüße konnten wir der Mannschaft in der Kabine noch weitergeben." Die Chemnitzer widmeten den 2:1-Sieg in Jena dann auch ihrem Kapitän. "Im Spiel haben wir das versucht, auszublenden, aber auf der Busfahrt wird sein Schicksal wieder Thema sein", sagte Wilke. [..] Trainer Gerd Schädlich sprach von einem "enorm wichtigen Sieg". Doch zufrieden war er nicht. Es habe die Ruhe gefehlt, "den einen oder anderen Angriff erfolgreich zu Ende zu spielen". Dass er auf eine verunsicherte und verkrampfte Jenaer Mannschaft treffen würde, sei ihm klar gewesen. "Das habe ich angesprochen, die Spieler darauf vorbereitet." Auch Heiko Weber hatte seine Mannschaft auf das Ostderby eingestellt. "Doch alles, was wir besprochen haben, wurde nicht umgesetzt." [..]


Trainerstimmen

Heiko Weber (MDR-Online):
"Ich habe gewusst, dass wir nach dem 0:6 in Unterhaching nervös und verkrampft beginnen werden. Uns gelingt eine schnelle Führung, Hähnge hat endlich wieder getroffen, aber mit dem 1:0 müssen wir das Spiel anders fortsetzen. Und wenn es dann plötzlich 1:1 steht, darf man nicht zusehen, wie man das 1:2 noch bekommt. Danach hatten wir eine Phase, da haben wir wie gelähmt gewirkt. In der zweiten Halbzeit waren wir optisch überlegen, man hatte aber nie das Gefühl, dass wir richtig in das Spiel hineinfinden und gefährlich werden."

Gerd Schädlich (MDR-Online)
"Es war ein ganz wichtiger Sieg. Bei dem wir auch das Quäntchen Glück hatten, wie wir zum Beispiel nach dem Rückstand sofort das 1:1 machen. Dass Jena verkrampft und nervös beginnt, war zu erwarten. In der zweiten Halbzeit haben wir uns zu passiv verhalten und hatten am Ende Glück als Sieger vom Platz zu gehen."

<< 7. Spieltag 9. Spieltag >>