Saison 2011/2012
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:1SV Babelsberg 03
SV Babelsberg 03
9. Spieltag - 3. Liga - Saison 2011/2012
Mittwoch, 14. September 2011, 18:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.046
Schiedsrichter: Dr. Kunzmann (Niederaula)
Chemnitzer FCTorfolgeSV Babelsberg 03
T Pentke
A Stenzel
A Wilke
A Wachsmuth
A Schaschko (46. Birk)
M Garbuschewski
M Hörnig
M Tüting (46. Schlosser)
M Sträßer
M AydemirGelbe Karte (90. Peßolat)
S Dobry

Trainer: Schädlich
0:1 Kauffmann (5.)
1:1 Rudolph (48./Eigentor)
2:1 Wilke (61.)

T Zacher
A Rudolph
A Grossert
A Surma
A IgweGelbe Karte
M Prochnow
M Stroh-Engel
M Kauffmann (72. Hollwitz)
M Müller (56. Lemke)
S Evljuskin (47. Morack)
S Makarenko

Trainer: Demuth
Spielbericht

Himmelblaue Gala in Halbzeit 2

Von Erik Büttner

So sieht ein geiler Fußballabend aus: Der CFC gewann zwar nach Zahlen nur 2:1 gegen den SV Babelsberg. Vor allem aber in der 2. Halbzeit demontierten die Himmelblauen die Gäste aus Potsdam regelrecht. Über 5.000 Zuschauer sofern mit einem himmelblauen Herz ausgestattet feierten am Ende den 3. Sieg in Folge.

Dabei bereuten wahrscheinlich etliche der Zuschauer ihr Kommen schon nach 5 Minuten wieder. Raphael Schaschko gab auf der linken Seite wieder den Pechvogel, ebnete so Marenko den Weg, der quer auf den vollstreckenden Kauffmann legte (5). Babelsberg damit schon früh am Ziel 85 Minuten Mauerfußball, das ist das Ding der Potsdamer. Und das zelebrierten sie in der Folgezeit mit Bravour. Chemnitz zwar mit mehr Ballbesitz, mühte sich aber stark daraus Torchancen zu entwickeln. Zu viele Ungenauigkeiten verhinderten, dass die Babelsberger ins Fürchten kamen. Und trotzdem hatten die Chemnitzer auch gute Chancen zum Ausgleich: Pavel Dobry und Simon Tüting verpassten in der 16. Minute eine Garbuschewski-Eingabe. In der 31. Minute hämmerte Dobry den Ball knapp über die Latte. 3 Minuten später war es wieder Tüting mit einem strammen Schuss, der aber von 03-Torwart Zacher entschärft wurde. Und schließlich verpassten 3 Himmelblaue kurz vor dem Seitenwechsel eine Freistoßflanke. Chancen für Babelsberg? Die gab es praktisch nicht. Die wenigen Konter spielten die Gäste schlecht aus, bei den Standards waren die Chemnitzer weitgehend auf dem Posten. Bemerkenswert: Trotz Rückstand gab es keine Pfiffe, einige wenige Applaudierten sogar dem CFC beim Gang zum Pausentee.

Alle im Stadion merkten, in dieser Partie war das letzte Wort noch nicht gesprochen. CFC-Trainer Gerd Schädlich setzte daher Zeichen. Der unsichere Schaschko wurde durch Thomas Birk ersetzt, Marcel Schlosser kam für Tüting und damit auch viel neuer Schwung in die Partie. Und auch das Glück fand wieder die richtige Spielfeldhälfte. Eine Flanke von Fabian Stenzel senkte sich an den Pfosten, prallte auf Matthias Rudolph, der unfreiwillig ins eigene Tor verwandelte (48.). Die Zuschauer waren aus dem Häuschen und brachten nun die Fischerwiese zum Beben.
Angetrieben von den euphorischen 5.000 nahmen die Himmelblauen jetzt richtig Fahrt auf. Die Chemnitzer gestalteten die Partie unheimlich schnell und fuhren Angriffswelle um Angriffswelle auf das Babelsberger Tor. Schlosser verpasste doppelt die Führung (53., 54.), aber die ließ nicht mehr lange auf sich warten. Nach einer Ecke bewies Wilke absolute Lufthoheit und nickte zum befreienden 2:1 für Chemnitz ein (61.). Und die Gastgeber wollten mehr - es spielte weiter nur der CFC. Hörnig gegen Torwart Zacher zum Ersten - Zacher bleibt Sieger (65.). Hörnig gegen Zacher zum 2. - der Ball ist im Tor, aber die Fahne oben (66.). Klar Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns um Dr. Manuel Kunzmann, dass des Öfteren anderer Meinung als Spieler und Zuschauer war. Das 3. Tor wäre mehr als verdient gewesen, denn die Himmelblauen spielten nach dem Seitenwechsel den SVB völlig an die Wand. Lediglich 2x kamen die Babelsberger überhaupt in die Nähe des CFC-Strafraums. Ansonsten hatte die himmelblaue Verteidigung um einen starken Marcel Wilke alles im Griff. So blieb am Ende auch das große Zittern aus, weil die Potsdamer überhaupt erst in den letzten 6, 7 Minuten ihre Offensive wiederentdeckten und selbst dann nicht zu nennenswerten Strafraumaktionen kamen.

So gewann der CFC die Partie gegen den SV Babelsberg hochverdient und viel zu niedrig. Außer dem Tor hatten die Gäste quasi nur noch eine ernsthafte Tormöglichkeit zu bieten. Die Himmelblauen dagegen bissen sich nach dem frühen Rückstand in die Partie hinein, nahmen das Publikum mit und zelebrierten zusammen mit ihnen in der 2. Halbzeit eine Drittligagala - einzig mehr Tore fehlten eben.

Wertung: 2,0 (Die 1. Hälfte ausbaufähig, die 2. Halbzeit eine Gala)

Beste Himmelblaue: Wilke, Dobry, Birk, Schlosser

Trainerstimmen

Gerd Schädlich (MDR-Online):
"Es war das erwartet schwere Spiel, denn nicht um sonst hat Babelsberg bisher viermal auswärts Unentschieden gespielt. Wir haben es wieder mal dem Gegner zu leicht gemacht, in Führung zu gehen. Wir haben in der ersten Halbzeit ohne Leidenschaft, Biss und viel zu zögerlich agiert. Ab der 46. Minute hat die Mannschaft so gespielt, wie ich es mir von einer Heimmannschaft von der ersten Minute gewünscht habe."

Dietmar Demuth (MDR-Online)
"Als Gästetrainer konnte ich mit meiner Mannschaft zufrieden sein. Vor allem wie sie nach vorne Fußball gespielt hat und schnell mit 1:0 in Führung gegangen ist. Dann aber agierte sie zu ängstlich und hat nicht auf das zweite Tor gespielt. Zur Halbzeit war mir klar, dass sich Chemnitz das nicht gefallen lassen wird. Der CFC kam dann auch mit viel Druck aus der Kabine und hat uns in den zweiten 45 Minuten keine Luft zum atmen gelassen. Folgerichtig fielen die Tore zu einem verdienten Chemnitzer Sieg."

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