Saison 2011/2012
CFC / 3. Liga



 
SV Babelsberg 03
SV Babelsberg 030:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
28. Spieltag - 3. Liga - Saison 2011/2012
Samstag, 03. März 2012, 14:00 Uhr
Karl-Liebknecht-Stadion, Potsdam
Zuschauer: 3.231
Schiedsrichter: Blos (Deizisau)
SV Babelsberg 03TorfolgeChemnitzer FC
T Unger
A NelsonGelbe Karte
A Hebib (80. Kauffmann)
A Morack
A Kühne
M ProchnowGelbe Karte (62. Hartmann)
M Groß (74. Civa)
M Stroh-Engel
M Makarenko
S Müller
S Hebisch

Trainer: Demuth
Tore Fehlanzeige

T Pentke
A Stenzel
A Bankert
A WachsmuthGelbe Karte
A Birk
M Garbuschewski
M Sträßer
M Tüting
M Aydemir
S Dobry
S Fink (87. Henning)

Trainer: Schädlich
Spielbericht

Und wieder so ein Ding...

Von Frank Neubert & Andreas Schreiter

O.k., keine Frage, die Bilanz ist großartig und macht stolz! Mittlerweile zehn Spiele in Folge in der 3. Liga ungeschlagen, satte 38 Punkte nach 27 Spielen, 7. Tabellenplatz, bester Aufsteiger - was will man eigentlich mehr? Gute Frage! Aber der Blick auf die letzten 3 Spiele geht einher mit einem leichten Seufzer: Sowohl jetzt in Babelsberg, als auch in Oberhausen und zu nicht zuletzt daheim gegen Jena war eindeutig mehr drin. Hätte man hier jeweils ganze Dreier eingefahren, würde der Club aktuell mit 44 Punkten sensationell den 3. Platz belegen! Es ist aber nicht so und wir alle sollten mit dem bisher Erreichten mehr als zufrieden sein!

Die spannendste Frage in Babelsberg drehte sich vor allen um die Nr. 1 im Chemnitzer Tor. Würde Gerd Schädlich nach Pentkes Patzern bei RWO und gegen Karl-Heinz handeln und Schmidtl in den Kasten stellen? Nein, der Schnauzbart setzte auf Kontinuität (zum MDR: "Wir haben zwei richtig gute Torhüter, aber wir wollen nicht wechseln, sondern Philipp das Vertrauen aussprechen.") und schickte den gebürtigen Freiberger auf den Rasen. Pentke dankte dies bereits in der 2. Minute, als er vor Makarenko mit den Fäusten zur Stelle war. Auch bei einem schnellen Konter des SVB über Helbig klärte der 26-jährige souverän im 1 gegen 1. Ja, die Filmstäder begannen die Partie mit Schwung, Elan und wenig Respekt. Die beste CFC-Chance war bis dato eine verunglückte Rückgabe von Hebib (24.), der am eigenen Keeper vorbeiköpfte und Glück hatte, dass Morack noch retten konnte. Treffend der Kommentar von MDR-Reporter Raiko Richter zu dieser Phase des Spiels: "...der CFC anwesend, ohne richtig bei der Sache zu sein." Trotzdem sollte der Club noch einen big point verbuchen - nämlich die beste Torchance in den ersten 45 Minuten. Nach einer Hereingabe von Garbuschewski wehrte die 03-Abwehr den Ball in die Mitte zu Pistolero Fink ab, der sofort abzog. Leider klatschte das Geschoß nur an die Querlatte des SVB-Kastens!

Die Halbzeitansprache von Gerd Schädlich musste wieder einmal sehr deutlich ausgefallen sein, denn nach der aus CFC-Sicht behäbigen ersten Hälfte folgte eine deutlich engagiertere 2. Halbzeit. Fink beförderte das Leder nach einer Garbu-Ecke per Kopf knapp neben den Pfosten ins Aus (53.). Einen Tick später konnte Garbuschewski eine mustergültige Vorlage von Aydemir nach phänomenalen Einsatz und Sprint des Ex-Hallensers nicht verwandeln. Babelsberg anwortete mit Stroh-Engel (61.), der von Pentke aber aufgehalten wird. Dann musste endgültig das 1:0 für die Guten fallen - Bankert semmelte aus vollen Lauf nach einer Ecke nur knapp über die Latte (67.), und nach einem feinem Freistoß von Garbu (74.) verpassten sowohl Wachsmuth als auch Dobry, das Spielgerät aus Nahdistanz über die Linie zu drücken. Derart vergebene Großchancen rächen sich normalerweise irgendwann, aber nicht so an diesem Tag. Nachdem Birk, Aydemir und Bankert in der Schlußminute (!) in der Abwehr mit dem Spielgerät und dem SVB Flipper spielten, war Pentke auf der Hut und schnappte sich locker die Kugel. Endergebnis: 0:0 nach 90 Minuten.

Wie zu erwarten, gab es in Babelsberg auch eine höchst politische Dimension der 90 Minuten. Eigentlich sollte man solche Dinge einfach "links" liegenlassen - so wie auch die ca. 700 mitgereisten Chemnitzer Fans die das Polit-Fest der Heimseite mehrfach mit "Fussball, Fussball"-Sprechchören beantworteten. Das sich unter dem Chemnitzer Klientel durchaus einige rechtsextreme Dunkelhüte verbergen, wird niemand bestreiten - allerdings sind diese Sprücheklopfer eine klare Minderheit in der breiten Masse an tatsächlichen Fussballfans. Das ganze Gegenteil davon scheint beim SVB der Fall zu sein - gemessen an den Transpis, Aktionen und Sprüchen ist die Politik derart deutlich vertreten, dass man die echten Fussballfans der 03'er schon gar nicht mehr wahrnimmt. Der negative Gipfel des Tages war ein Banner mit der Aufschrift "5. März - Bomber Harris do it again!" Das an jenem Tag in unserer Heimatstadt über 2.000 Chemnitzer den Tod fanden, scheint den Babelsbergern Aktivisten derart zu imponieren, dass sie eine nochmalige Wiederholung fordern. Schade, dass es keinen Beamer gibt, diese Extremisten am kommenden Montag in jene Häuser und Keller in die Innenstadt zu transferieren, die damals zu 80% zerstört wurden...

Fazit: Schade. Bereits zum dritten Mal in Folge riecht ein CFC-Unentschieden eher nach einem Punktverlust als nach einem Punktgewinn. Ob man mit einem (möglichen) Sprung auf Platz 3 tatsächlich dem Verein und seiner Entwicklung einen Dienst erwiesen hätte, sei dahingestellt. Verlockend wäre es für die Fans allemal gewesen. Trotzdem: Hut ab vor der höchst respektablen Saison unserer Kicker! Am Mittwoch steht beim Nachholer in Sandhausen nun ein echter Gradmesser an!

Wertung: 3,5 - besonders in HZ 1 ein schwaches Spiel

Beste Himmelblaue: Aydemir, Pentke

Pressestimmen

Kicker-Online

Torlose Punkteteilung in der Filmstadt

Auch nach 90 Spielminuten gelang es weder Babelsberg noch Chemnitz den gegnerischen Schlussmann zu überwinden. In der ersten Hälfte noch phasenweise überlegen, nutzten die Nulldreier dies nicht zum Torerfolg. In Durchgang zwei zeigten sich die Sachsen dominanter und gefährlicher vorm Tor, doch fehlte auch ihnen die nötige Konsequenz im Abschluss. [..]

MDR-Online

CFC mit Remis in Babelsberg

Die Bilanz ist beeindruckend: Der Chemnitzer FC bleibt nach einem 0:0 beim SV Babelsberg auch im zehnten Spiel ungeschlagen. Allerdings lagen für die Himmelblauen durchaus drei Punkte in Reichweite. [..] In einem von Beginn an munteren Spiel hatten die Sachsen die Offensive der Filmstädter im Griff. Die versuchten ihr Glück vor allem mit Fernschüssen. Dabei zeigte sich der zuletzt umstrittene Torwart Pentke auf dem Posten. Die besten Gelegenheiten hatten die Sachsen. Aber weder kurz vor dem Wechsel noch bei einer Doppel-Gelegenheit Mitte der zweiten Hälfte gelang ihnen der Führungstreffer. [..]

turus.net

Remis auf dem Acker und den Rängen

[..] Gut gefüllt war der Gästebereich, in dem über 500 Chemnitzer Fußballfreunde für prächtige Stimmung sorgten. Getrübt wurde deren gute Laune auch nicht von der provokanten Choreographie des Babelsberger Anhangs: "Arsch verhauen, Punkte klauen!" Dazu ein großer Chemnitzer Fan aus Pappe mit einem Arschgesicht. Rund 40 rote Pfeile zeigten in Richtung der Himmelblauen. [..] Wer jedoch ein Spiel mit Volldampf erwartet hatte, wurde anfangs schwer enttäuscht. Die Partie plätscherte eher hin und Torchancen blieben anfangs echte Mangelware. [..] "05.03. Bomber Harris so it again!" Ein Spruchband mit dieser Aufschrift wurde nun hinter dem Tor im Block O von den Babelsbergern Ultras präsentiert. Ein weiterer Luftangriff auf Chemnitz?! Gewiss eine derbe Provokation. [..] Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts machte der himmelblaue Block mobil, und auch auf dem Spielfeld legte die Chemnitzer einen Zahn zu. Was auf dem schwer bespielbaren Platz nicht mit Spielzügen funktionierte, musste dann auf anderem Wege probiert werden. Der CFC war bei Freistößen und Ecken stets gefährlich. [..] In der Schlussviertelstunde: Politische Spruchbänder auf Babelsberger Seite, der Einsatz Pyrotechnik im Chemnitzer Block. Am Pufferblock wurde an beiden Seiten bereits der Zaun erklommen. [..] Sportlich konnten beide Mannschaften mit dem Unentschieden leben, so sahen das auch Dietmar Demuth und Gerd Schädlich.

Trainerstimmen

Dietmar Demuth (MDR-Online):
"Natürlich ist es schwierig, auf so einem Platz Fußball zu spielen. Wir wollten Chemnitz überraschen. Deshalb habe ich eine sehr offensive Aufstellung gewählt. In den ersten 20 Minuten hat es auch ganz gut geklappt. Aber man hat gesehen, dass die Chemnitzer seit nunmehr zehn Spielen ungeschlagen sind. Daher kann ich mit dem 0:0 sehr gut leben."

Gerd Schädlich (MDR-Online)
"In der ersten Halbzeit mussten sich wohl beide Mannschaften an den holprigen Rasen gewöhnen. Dementsprechend war das Spiel ausgeglichen. Nach dem Wechsel wurde das Spiel von beiden Teams offener geführt. Jeder hatte die Möglichkeit, einen Treffer zu erzielen. Dennoch war es heute schwierig. Torchancen ergaben sich zumeist über Standards. Am Ende ist das 0:0 ein durchaus gerechtes Ergebnis."

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