Saison 2012/2013
CFC / 3. Liga



 
Alemannia Aachen
Alemannia Aachen1:5Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
31. Spieltag - 3. Liga - Saison 2012/2013
Samstag, 30. März 2013, 14:00 Uhr
Tivoli, Aachen
Zuschauer: 8.749
Schiedsrichter: Schmickartz (Berlin)
Alemannia AachenTorfolgeChemnitzer FC
T Flekken
A BrauerGelbe Karte
A ErbGelbe Karte
A Strujic
A HellerGelbe Karte (63. Pozder)
M Andersen
M Marquet (46. Drevina)
M Kefkir
M Ajani (46. Schumacher)
S Herröder
S Thiele

Trainer: van Eck
0:1 Semmer (13.)
0:2 Fink (54.)
1:2 Herröder (63.)
1:3 Fink (68.)
1:4 Förster (74.)
1:5 Makarenko (88.)

T Pentke
A StenzelGelbe Karte
A Bankert
A Wachsmuth
A Birk
M Pfeffer
M Sträßer
M Hörnig (85. Hazaimeh)
M Landeka (75. Makarenko)
S Fink
S SemmerGelbe Karte (64. Förster)

Trainer: Schädlich
Spielbericht

Ostereiersuche am Tivoli

Von Thoralf Wätzold

Tino Semmer erzielte das 1:0 Was für ein Osterfest! 5 durch die Bank weg sehenswerte Eier legte der Chemnitzer FC der Alemannia aus Aachen ins Nest und revanchierte sich damit für die 1:2-Heimniederlage aus der Hinrunde. Damit gelang den Himmelblauen der höchste Sieg auf des Gegners Platz in dieser Saison, und dieser war hochverdient. Mit ein bisschen mehr Glück und Konsequenz im Abschluss hätte es auch ein noch höherer Sieg werden können. Aber jeder der über 200 mitgereisten Chemnitzer Fans wird bereits mit diesem Ergebnis zufrieden gewesen sein und eine feuchtfröhliche Heimreise angetreten haben. Aachen bleibt damit ein gutes Pflaster, konnte der CFC doch bei allen drei Gastspielen als Sieger vom Platz gehen. Auch dies ist ein Grund, weshalb der wahrscheinlich nicht mehr aufzuhaltende Niedergang der Alemannia sehr bedauerlich ist.

Der neue Tivoli – durchaus ein Schmuckkästchen und mit seinem Fassungsvermögen von über 32.000 Zuschauern für höhere Aufgaben als den Drittliga-Abstiegskampf bestimmt – war mit knapp 9.000 Zuschauern eher unterbesetzt. Wenn man dieses Stadion sieht braucht man auch nicht mehr zu überlegen, weshalb der Verein in solche Schwierigkeiten geraten ist. Es war sicherlich etwas kurzsichtig zu glauben, man kann in Aachen die Bundesliga auf Dauer etablieren und damit ein solchen Stadion auch dauerhaft auslasten. Schade, dass ein solch traditionsreicher Verein dadurch jetzt vor dem Ruin steht.

Der CFC versuchte bereits von der ersten Minute an, den Ton anzugeben und suchte den direkten Weg zum Tor. Schon nach drei Minuten kam Landeka nach einer schönen Kombination durchs Mittelfeld aus halblinker Position zum Abschluss, doch sein Schuss konnte Aachens Torhüter noch parieren. Zwei Minuten später versuchte es Hörnig aus der Distanz, sein Schuss ging aber knapp neben das Tor. Und da bekanntlich aller guten Dinge drei sind konnten die Chemnitzer Anhänger nach 13 Minuten das erste Mal jubeln: Birk flankt von links in den Strafraum und am kurzen Fünfmeterraumeck steht Semmer, der seinen Kopf gegen den Ball hält und dieser sich in hohem Bogen ins lange Eck senkt. Ein gelungener Auftakt und die verdiente Führung.
Dann besann sich auch Aachen darauf, dass das Spiel bereits begonnen hatte und versuchte, an diesem teilzunehmen. Nach einem Querschläger im Strafraum faustet Pentke den Ball direkt vor die Füße von Ajani, der von der Strafraumgrenze direkt abzog, Pentke aber nicht überwinden konnte. Zehn Minuten später kombiniert sich Aachen nach einem Einwurf sehenswert in den Strafraum, der Ball wird quer in die Mitte gelegt, wo Thiele aus fünf Metern freistehend nur die Querlatte trifft. Glück für Chemnitz, wenn auch diese Chance der Aachener die einzig nennenswerte in der ersten Halbzeit gewesen ist.
Chemnitz übernahm wieder die Regie auf dem Platz und erspielte sich Chancen über Chancen, einzig die Effektivität war noch mangelhaft. So versuchten sich Wachsmuth aus dem Gewühl heraus, Semmer mit einem Hechtflugkopfball, Fink mit einem strammen Schuss und noch einmal Semmer nach schönem Zusammenspiel mit Landeka, ohne dabei jedoch erfolgreich zu sein. Kurz vor dem Pausenpfiff dann noch einmal Aufregung: Birk zirkelt einen Freistoß von der linken Aussenseite in den Strafraum, wo Hörnig den Ball sauber ins kurze Eck köpft. Der Schiedsrichter-Assistent hatte jedoch den Wimpel oben, da der hinter Hörnig stehende, aber nicht ins Spiel eingreifende Bankert im Abseits gestanden hatte. Schade, dass dieses schöne Tor nicht gegeben wurde.

Der Gästeblock in himmelblau im neuen Aachener Tivoli In der zweiten Halbzeit versuchte Aachen, das Spiel selbst aktiv mitzugestalten und versuchte, die Chemnitzer Abwehr unter Druck zu setzen. Doch mitten in diese kleine Druckphase hinein schlägt Anton Fink zu. Landeka fängt einen Pass in der eigenen Hälfte ab und spielt den Ball direkt in die Spitze zu Fink. Aachens Kapitän Herröder versucht noch, durch Herauslaufen Fink ins Abseits zu stellen, kommt dabei aber zu spät und dann dem davoneilenden Fink nicht mehr hinterher. Dieser zieht von der Strafraumgrenze trocken ab und trifft zum 2:0 (54.) ins linke Eck. Endlich zeigt der CFC die Kaltschnäutigkeit, die bisher in so einigen Spielen gefehlt hat. Kurze Zeit später steht Fink wieder frei im Strafraum, verzieht aber aus 10 Metern deutlich.
Aachen hat sich aber noch nicht aufgegeben und kommt nach einer Ecke in der 63. Minute glücklich zum Anschlusstreffer. Erst behindern sich zwei Aachener Spieler bei der Ausführung des Eckballs selbst, dann schlägt im Strafraum Bankert über den Ball, als er die Situation klären will. Pentke pariert einen Schuss aus kurzer Distanz und faustet den Ball dann Semmer an den Arm, von wo aus er ins Tor springt. Das Tor wird dem Aachener Kapitän Herröder gut geschrieben, da dieser Pentke und Semmer entscheidend bei ihrem Klärungsversuch stören konnte. Dies war aber nur ein kurzes Strohfeuer und für längere Zeit die letzte Chance für die Hausherren.

In der 69. Minute fällt dann die Vorentscheidung nach einer Szene, welche sinnbildlich für die aktuelle Situation der Alemannia ist. Förster versucht den Ball per Kopf in die Spitze zu Fink zu verlängern, wo jedoch der Aachener Kapitän Herröder den Ball abfängt, Blickkontakt zu seinem Torhüter hält und den Ball dann unbedrängt an diesem vorbeischiebt, so dass Fink den Ball aus einem Meter nur noch über die Linie rollen muss. Eine Aktion aus der Kategorie „Ohne Worte“, welche für die Gästefans zur Belustigung beiträgt, die Heimfans aber an den Rande der Verzweiflung bringt. Damit war der Willen der Aachener gebrochen und das Scheibenschießen ging weiter. Nur fünf Minuten später marschiert Pfeffer von rechts in den Strafraum, legt quer auf den eingewechselten Förster, der nur noch den Fuß hinhalten muss und zum 1:4 einschiebt. Die Entscheidung in einem einseitigen Spiel, was die Aachener Zuschauer in großen Teilen auch prompt mit dem Verlassen des Stadions quittierten. Zwar versuchte die Alemannia noch einmal den Weg zum Tor zu finden und die Schmach etwas geringer ausfallen zu lassen, jedoch segelte der Schlenzer von Ajani knapp über den Chemnitzer Kasten.
Das Sahnehäubchen gab es dann zwei Minuten vor dem Abpfiff, als die Himmelblauen mit einem Bilderbuch-Konter den 5:1-Endstand erzielten. Pfeffer führt den Ball im Mittelfeld, passt genau im richtigen Moment nach rechts auf Fink, der den Ball direkt wieder nach links auf Makarenko legt und dieser seinen zweiten Saisontreffer erzielt. Somit fand ein sehr sehenswertes Spiel seinen gelungenen Abschluss.

Auch wenn es der Gegner den Himmelblauen heute sehr leicht gemacht hat war es eine ganz starke Vorstellung und in der zweiten Halbzeit auch endlich eine effektive Chancenverwertung. Diese Leistung macht Hoffnung auf weitere schöne Spiele zum Ende der Saison, scheint man sich doch im Niemandsland der Tabelle ohne jeden Druck wohl zu fühlen.

Wertung: 1,5

Beste Himmelblaue: Pfeffer, Fink

Trainerstimmen

René van Eck (MDR-Online):
"Auch wenn wir natürlich in unserem Spiel heute Fehler gemacht haben, muss ich sagen, Chemnitz hat das hier einfach richtig gut gemacht. In der jetzigen Phase, wo es um alles geht, bin ich über die Leistung einiger Spieler enttäuscht. Da werde ich jetzt auch eingreifen und kommende Woche nur die Spieler aufstellen, die wirklich mit dem Herzen dabei sind."

Gerd Schädlich (MDR-Online):
"Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben auch in der Anfangsphase verdient das 1:0 erzielt. Dann waren wir auch weiter spielbestimmend, allerdings haben wir in dieser Phase unsere Möglichkeiten schlecht ausgespielt. Zu Beginn der zweiten Halbzeit war meine Mannschaft etwas passiv. Allerdings haben wir zum richtigen Zeitpunkt das 2:0 gemacht. Da dachte wohl mein Team, dass das schon gelaufen ist, und war etwas zu unaufmerksam, was nach einem Standard auch zum Anschlusstreffer führte. Dann können wir froh sein, dass wir unmittelbar danach das etwas glückliche 3:1 erzielten. Denn bis zu diesem 3:1 hatten wir den Widerstand der Aachener zu brechen."

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