Saison 2012/2013
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:0Borussia Dortmund II
Borussia Dortmund II
32. Spieltag - 3. Liga - Saison 2012/2013
Samstag, 06. April 2013, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 4.100
Schiedsrichter: Unger (Nordhausen)
Chemnitzer FCTorfolgeBorussia Dortmund II
T Pentke
A Stenzel
A Bankert
A Birk
A Hazaimeh
M Hörnig
M Landeka (56. Makarenko)
M Pfeffer
M Semmer (85. Jansen)
S Kegel (81. Wilke)
S Fink

Trainer: Schädlich
1:0 Semmer (68.)

T Sancaktar
A Hornschuh
A Halstenberg
A Meißner
A Durm (55. Treude)
M Baykan
M BakalorzGelbe Karte
M Bajner
M DemirbayGelbe Karte
S Kübel (81. Knappmann)
S Amini (71. Benatelli)

Trainer: Wagner
Spielbericht

Arbeitssieg dank Semmer

Von Erik Büttner

Der Chemnitzer FC festigt seinen Platz im oberen Mittelfeld mit einem Sieg über die U23 von Borussia Dortmund. Dem 1:0-Erfolg ging jedoch ein mäßiges Spiel voraus, das auch gegenteilig hätte ausgehen können. Doch Tino Semmer bewies wiederholt Köpfchen…

Die Temperatur von knapp einem Grad Celsius über dem Gefrierpunkt und leichter Schneegriesel sorgten auch Anfang April für unwirtliche Bedingungen auf der Fischerwiese. Und auch die Partie erwärmte nicht. Verletzungs- und krankheitsbedingt baute Gerd Schädlich sein Team wieder um. Für Toni Wachsmuth spielte ein wieder solide agierender Jeron Haizameh und für Kapitän Carsten Sträßer kam Mike Kegel wieder in die Startelf. Allerdings überzeugte er nicht wirklich – Kegel machte wieder einmal viel zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Gleiches kann man aber auf die gesamte himmelblaue Mannschaft übertragen. In der ersten Viertelstunde agierten die Gastgeber noch mit Zug zur Führung. Doch schnell wurde auch klar, dass die BVB-Jungspunde die Punkte nicht her schenken würden. Flink und mit guter Ballbeherrschung übernahmen sie in der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs die Führung in der Torchancenstatistik. Aus jeder Lage knallten die Dortmunder den Ball aufs Tor und mit jeder Möglichkeit wurde der Abstand zum Gehäuse knapper. In der 37. Minute passte dann der Ball in der oberen Ecke des Tores - Ergebnis: 0:0 und Pflaster an Pentkes Schläfe. Denn der CFC-Torwart war bei der guten Rettungstat mit dem Kopf an den Pfosten gedonnert. Zwar mit leichten Kopfschmerzen und einer in der Halbzeit genähten Platzwunde stand Pentke dennoch bis zum Schlusspfiff seinen Mann. Und weil Landeka in der 45. Minute den Ball knapp neben den Pfosten setzte, blieb es beim torlosen Pausenpfiff. Chemnitz hatte gut angefangen, brachte dann aber die Gäste ins Spiel, weil viele Aktionen wieder viel zu ungenau ausgespielt wurden.

Nach der Pause ging dann der leicht langweilige Kick in der Tonart der ersten Hälfte weiter. Bezeichnend die Überraschung einiger Zuschauer, als bei den ersten Auswechslungen erst die 55. Minute ausgerufen wurde. Danach aber wurde die Partie langsam interessanter. Chemnitz profitierte etwas von schwindenden Kräften der Dortmunder U23 und agierte zudem wieder mit mehr Zug zum Tor. Was nach wie vor fehlte: Klare Abschlüsse. Viel zu oft regierte wieder das Klein-Klein oder Unkonzentriertheit (Kegel). Trotzdem näherte sich Chemnitz einem Torerfolg. Fink verpasste nur knapp in Minute 65, doch dann legte er nach Doppelpass mit Kegel mustergültig auf und Semmer wuchtete den Ball per Kopf und Aufsetzer aus Nahdistanz ins Tor (68.). Semmer krönte damit seine nicht immer glückliche aber engagierte Leistung im Spiel. Und auch Finks Vorlage war kein Zufall. Denn Dortmund verhinderte zwar den Torerfolg des Chemnitzer Topstürmers, aber er arbeitete viel und glänzte eben als Vorbereiter.
Nach der Führung änderte sich natürlich die Szenerie. Der CFC zog sich zurück und ließ Dortmund das Spiel machen. Die BVB-Jungs erarbeiteten sich zwar Ballbesitz, doch Profit wussten sie nicht daraus zu schlagen. Chemnitz‘ Führung geriet nur in der 88. Minute noch einmal in Gefahr, als ein durchgesteckter Ball vor den Füße von Bayner landete, aber Pentke super klärte. So endete eine bemerkenswert faire Partie – Chemnitz blieb ohne Karte – mit einem nicht unverdienten Sieg für den CFC.

4.100 Zuschauer auf der Fischerwiese, darunter auch erstaunlich viele BVB-Anhänger, sahen die erwartet schwere Partie gegen Borussia Dortmund. Dass der Gegner sich dem CFC auch als solcher bewies, ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Chemnitz machte sich auch das Leben selbst viel zu schwer, weil insbesondere bei den Offensivaktionen das Mittelfeld nicht genau genug, nicht konzentriert genug, bisweilen auch schlampig agierte. Hier ist aktuell die größte himmelblaue Baustelle. Doch die sollte man auch nicht überbewerten. Letztendlich hat der CFC den Sieg eingefahren und kann sorgenfrei den Rest der Saison bestreiten. Nächste Woche in Saarbrücken können sie es aber gern besser machen.

Wertung: 3,5 (Ein etwas langweiliges Spiel, mit Luft nach oben)

Beste Himmelblaue: Pfeffer, Semmer, Pentke

Pressestimmen

MDR-Online

Chemnitz siegt dank Stürmer Semmer

[..] Es blieb dabei, der CFC konnte aus seiner leichten Überlegenheit kein Kapital schlagen. Entweder klärte "Turm" Hornschuh bei hohen Bällen, oder das Leder versprang auf dem holprigen Rasen. So kamen die Dortmunder schließlich am Ende des ersten Durchgangs noch zu sehr guten Möglichkeiten. In der 32. Minute landete eine Bogenlampe von Demirbay auf dem Chemnitzer Tornetz. Drei Minuten später zirkelte Demirbay einen Freistoß in Richtung oberes Eck. CFC-Keeper Pentke rettete mit einer waghalsigen Aktion, verletzte sich dabei aber am Kopf. Nach zweiminütiger Behandlungspause konnte er dann aber weitermachen. [..] In der 68. Minute dann der schönste Spielzug des CFC: Kegel und Fink übten sich im Doppelpass. Die anschließende Eingabe verwertete Semmer mit einem wuchtigen Kopfball unter die Latte. [..]

Kicker-Online

Semmer macht den Unterschied

[..] Mitte des zweiten Abschnitts erhöhten die Gastgeber noch einmal die Schlagzahl: Erst schoss Fink knapp neben den Dortmunder Kasten (66.), ehe Semmer eine Fink-Flanke zur Führung einköpfte (69.). Um wenigsten noch einen Punkt aus Sachsen mitzunehmen, ersetzte David Wagner Amini durch Benatelli (72.). Doch auch mit dem neuen Offensivmann sollte es in der Schlussphase, bis auf zwei Bajner-Abschlüsse (87., 88.), nicht mehr für zwingende Offensivaktionen reichen. Somit blieb es am Ende beim insgesamt verdienten Chemnitzer Heimerfolg. [..]

Ruhr-Nachrichten

Glatter Fehltritt beim 0:1 in Chemnitz

[..] Nach der Pause übernahmen wieder die Chemnitzer die Regie, ohne zunächst für große Torgefahr zu sorgen. Doch in der 68. Minute war es dann soweit: Der CFC-Torjäger Anton Fink setzte sich im Strafraum durch, seine Flanke verwertete Tino Semmer per Kopf zum Tor des Tages. "Ich bin zwar nicht der Typ, der ständig Schiedsrichterentscheidungen kommentiert", sagte später BVB-Trainer David Wagner, "doch dem Treffer ging eine Fehleinschätzung des Referees voraus. In der entscheidenden Situation bekam der CFC einen Einwurf zugesprochen, obwohl wir hätten werfen müssen." [..]


Trainerstimmen

Gerd Schädlich (MDR-Online):
"Leider muss ich meinem Kollegen widersprechen. Ich habe den BVB nicht so schlecht gesehen und uns nicht so gut. In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut verteidigt und sehr gut gestanden. Aber in der Offensive haben wir sehr zähflüssig gespielt und uns kaum Chancen erarbeitet. In der zweiten Halbzeit kamen wir mit mehr Emotionen besser ins Spiel und mit einem richtig schönen Angriff haben wir das 1:0 markiert. Mit viel Engagement haben wir den Sieg nach Hause gebracht und nach dieser englischen Woche bin ich sehr zufrieden."

David Wagner (MDR-Online)
"Leider haben wir heute nicht die beste Leistung gebracht. Wir sind schlecht ins Spiel gekommen. Der CFC war über beide Flügel gefährlich. Wir sind erst nach einer halben Stunde besser in die Partie gekommen. Die zweite Halbzeit lief ähnlich. Wir haben leider nie zu unserer Form gefunden. Das Beste war, das wir nur mit 0:1 verloren haben, gegen einen sehr starken Gegner."

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