Saison 2012/2013
CFC / 3. Liga



 
1. FC Lok Leipzig
1. FC Lok Leipzig1:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
Achtelfinale - Sachsenpokal - Saison 2012/2013
Sonntag, 14. Oktober 2012, 14:00 Uhr
Leipzig, Bruno-Plache-Stadion
Zuschauer: 3.167
Schiedsrichter: Klemm (Gröditz)
1. FC Lok LeipzigTorfolgeChemnitzer FC
T Gäng
A GrandnerGelbe Karte
A Krug
A Theodosiadis
A Seifert
M Bachmann (38. Spahiu)
M HildebrandtGelbe Karte (76. Brumme)
M KittlerGelbe Karte
M Alemdar
S Engler (76. Schulz)
S Rolleder

Trainer: Rose
1:0 Rolleder (3.)
1:1 Hörnig (64.)
1:2 Fink (68.)

T Pentke
A Le Beau
A Birk
A BankertGelbe Karte
A Landeka
M Hörnig
M Pfeffer
M Kegel (90. Mroviec)
M Semmer (54. Förster)
S Jansen (54. Makarenko)
S Fink

Trainer: Schädlich
Spielbericht

Mit blauem Auge ins Viertelfinale

Von Erik Büttner

Eigentlich hätte es ein Spiel werden können, in dem sich der CFC mal wieder richtig Selbstvertrauen holt. Stattdessen zitterte sich die himmelblaue Elf ins Viertelfinale des Sachsenpokals. Beim Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig gewann der Chemnitzer FC mit 2:1. Dabei musste der Drittligist aber über eine Stunde einem Rückstand hinterher laufen.

Verletzungsprobleme zwangen CFC-Trainer Gerd Schädlich einmal mehr die Mannschaft umzubauen. In der Abwehr kehrte Silvio Bankert als Innenverteidiger zurück. Dafür fehlten die kranken Buchner und Wilke. So spielten dann Bankert und Birk (!) als Innenverteidiger, außen Le Beau und Landeka. Außerdem musste Adrian Mrowiec zunächst auf der Bank Platz nehmen, Semmer rückte auf links in die Startelf.

Die Gastgeber erwischten ihren Traumstart: Ausgerechnet der Ex-CFC-Spieler Steve Rolleder traf nach 3 Minuten aus 10 Meter. Die CFC-Verteidigung gab dabei den Lok-Spielern Geleitschutz, Pentke tobte zu Recht, 2.500 Lok-Fans waren aus dem Häuschen. Die Führung spielte Lok natürlich in die Karten. Der Regionalligist stellte sich defensiv gut auf, ließ Chemnitz das Spiel machen, attackierte früh und lauerte auf Fehler der Himmelblauen. Und Chemnitz tat den Leipzigern auch den Gefallen viele Fehler zu machen. Dann wurde es schnell und gefährlich. Zum Glück für den CFC, dass Lok im Abschluss viel zu ungenau agierte, um weitere ernsthafte Torchancen zu produzieren. Aber auch von Chemnitz gab es in Sachen Torchancen nichts zu berichten. Am gefährlichsten war noch ein Strafraumgewühl, aus dem heraus Le Beau verzog (10.) und eine Kopfballverlängerung von Jansen kurz vor der Pause. Chemnitz agierte so, wie zuletzt schon immer gesehen: Im Mittelfeld wurde der Ball hin und her geschoben und dann irgendwann durch teils haarsträubende Fehler verloren. Oder wenn es mal Richtung Tor ging, dann landeten die Zuspiele überall, nur nicht auch nur ansatzweise beim Mitspieler. So ging es mit 1:0 für Lok Leipzig verdient in die Pause.

Nach der Pause änderte sich zunächst wenig. Der CFC schien einen Tick engagierter, aber Lok zeigte sich immer noch deutlich motivierter und kampfstärker. Engler hatte sogar das 2:0 auf dem Fuss (55.). Kurz zuvor hatte Jansen den Ausgleich für den CFC freistehend versemmelt (53.). Dann war Wechselzeit und Schädlich nahm Semmer und Jansen vom Feld und brachte Förster sowie Makarenko. Und Makarenko machte gleich ordentlich Dampf auf dem Platz. Chemnitz näherte sich jetzt dem Ausgleich, Hörnig köpfte einen Ball an die Querlatte (57.). Ein paar Minuten später macht er es besser. Nach einer etwas zweifelhaften Ecke konnte Lok den Schuss von Fink noch auf der Linie klären, gegen Hörnigs Nachschuss aber waren die Gastgeber dann machtlos (64.). Jetzt war endlich, endlich Chemnitz aufgewacht und legte nach: Kegel bediente den zentral mitgelaufenen Fink und der schob zur CFC-Führung ein (68.).
Nun musste auch Lok wieder etwas fürs Spiel tun und das bot Räume. Fink verpasste das 3:1 nur um Millimeter, nach dem er aber den Ball am eigenen Strafraum abgefangen hatte und dann vor des Gegners Tor wieder zum Abschluss bereit stand. Fink und Makarenko waren die besten Chemnitzer. Die Partie in den letzten Minuten ein offener Schlagabtausch. Leipzig blieb brandgefährlich und hatte durch Engler (80.) oder Schulz (83.) noch gute Ausgleichschancen. Das Spiel für die Himmelblauen klar zu machen, verpasste Kegel (85.). In der ganzen Aufregung verlor dann das Schiedsrichtergespann, das ja von den Lokisten stets pauschal scharf kritisiert wird, auch mal kurz den Überblick und pfiff Abseits nach einem Einwurf der Chemnitzer.

Unter dem Strich blieb dann der Einzug des Chemnitzer FC ins Viertelfinale des Sachsenpokals. Der Weg dahin war sehr steinig, was jedoch selbst gewählt war. Denn Leipzig ist zwar keine schlechte Regionalligamannschaft aber eben auch keine herausragende. Der Unterschied war, dass die Hausherren bis in die Haarspitzen motiviert und kampfstark in die Partie gingen, während viele Akteure beim CFC einfach Dienst nach Vorschrift zu verrichten schienen. Doch gerade in solchen Pokalpartien kann das halt schnell mal schief gehen - heute sind die Himmelblauen noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Wertung: 3,0 (spannende Pokalpartie, weil es der CFC verpasste Klarheit herzustellen)

Beste Himmelblaue: Fink, Makarenko

Pressestimmen

MDR-Online

CFC-Doppelschlag sorgt für Lok-K.o.

[..] Lok stand in der Defensive sicher und wirkte motiviert bis in die Zehenspitzen. Chemnitz fiel gegen die kampf- und laufstarken Gastgeber wenig ein. Die meisten Angriffe verpufften schon vor dem Strafraum. Gefährlich wurde es nur in der 42. Minute als Jansen den Ball nach einem weiten Einwurf über den Kopf rollen ließ und Gäng zu einer Glanzparade zwang. [..] Hörnig köpfte die Kugel nach einer Pfeffer-Ecke an die Querlatte (56.). Drei Minuten später stand er dann wieder goldrichtig und hatte mehr Glück. Als Fink den Pfosten traf landete der Abpraller vor Hörnigs Füßen, der mühelos ins Eck schob. Lok ließ kurz die Köpfe hängen und der CFC legte nach. Der quirlige Fink traf nach starker Vorarbeit von Kegel von der Strafraumgrenze zum 2:1 (68.). Leipzig musste jetzt kommen und Chemnitz konterte. [..]

LVZ-Online

Eiskalte Chemnitzer verderben dem 1. FC Lok Leipzig die Pokalüberraschung

[..] Die Blau-Gelben erlebten einen Wunschauftakt. Ausgerechnet ein ehemaliger Chemnitzer ließ seinen Coachund die 3167 Zuschauer schon in der 3. Spielminute jubeln. Steve Rolleder schob den Ball aus 15 Metern am herauseilenden CFC-Torhüter Philipp Pentke zum 1:0 ein. [..] Lok ließ sich danach von den Angriffen des Drittligisten nicht beeindrucken. Meist wurden die Versuche des CFC von der Abwehr einfach abgeblockt. [..] Auf der Gegenseite hatten die Chemnitzer den Torschrei schon auf den Lippen, als Florian Hörnig in der 57. Minute nach einer Ecke gegen die Querlatte köpfte. Die Mannschaft von Trainer Gerd Schädlich entwickelte nun Dauerdruck und wurde in der 64. Minute belohnt: Nach einem Pfostenschuss von Anton Fink musste Hörnig nur noch zum Ausgleich abstauben. Der Drittligist ließ nicht mehr locker und legte vier Minuten später durch Fink zum 1:2 nach. [..]

Freie Presse

Fink sorgt für Erleichterung beim CFC

Der Chemnitzer FC hat sich gestern nachdrücklich darum beworben, ein weiteres Kapitel im Buch der Pokalüberraschungen zu schreiben. Zum Glück besann sich die Fußball-Elf von Trainer Gerd Schädlich noch rechtzeitig und wurde am Ende der Papierform gerecht. [..] Die erste gefährliche Offensivaktion der Chemnitzer datierte aus der 56. Minute, als Florian Hörnig an die Latte köpfte. Dann blies Anton Fink zur Attacke. Seinen Ball kratzte ein Lok-Spieler von der Line, doch den Nachschuss setzte Hörnig zum 1:1 in die Maschen (64.). Danach machte es der Stürmer selbst. Er zog aus rund 20 Metern flach ab und brachte die Schädlich-Elf 2:1 in Front (68.) . Nach dem Abpfiff bestätigte der Torjäger, dass die Halbzeitansprache des Trainers sehr heftig ausgefallen war. "Nach der Leistung der ersten Halbzeit brauchten wir uns darüber auch nicht wundern. Da haben wir keinen schlechten, sonder gar keinen Fußball gespielt", meinte der Torschütze.[..]


Trainerstimmen

Marco Rose (MDR-Online):
"Wir haben gefightet, das Spiel lange offen gehalten und alles probiert. Wenn wir das 1:0 noch etwas länger gehalten hätten, wäre absolut etwas drin gewesen. Leider haben wir die Gegentore relativ leichtfertig hergeschenkt."

Gerd Schädlich (MDR-Online)
"Wir wurden erst in der zweiten Halbzeit besser und haben das Spiel verdient gedreht. Kompliment an Lok. Ich bin froh, dass wir gegen einen starken Gegner gewonnen haben."

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