Saison 2013/2014
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:1Hallescher FC
Hallescher FC
30. Spieltag - 3. Liga - Saison 2013/2014
Sonntag, 23. März 2014, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 6.085
Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach)
Chemnitzer FCTorfolgeHallescher FC
T Pentke
A Scheffel
A Bankert
A ConradGelbe Karte
A HofrathGelbe Karte
M Lais
M Mauersberger (66. Pusch)
M Stenzel
M PfefferGelbe Karte (85. Hensel)
M Kegel
S Fink (90. Semmer)

Trainer: Heine
1:0 Bankert (68.)
1:1 Sembolo (90.)

Besondere Vorkommnisse:
Spielunterbrechung für genau sechs Minuten aufgrund Unruhen im Gästeblock

T Kleinheider
A Brügmann
A Mouaya
A ZiebigGelbe Karte
A Franke
M Kruse
M GogiaGelbe Karte
M Ziegenbein
M Bertram (84. Merkel)
M FuruholmGelbe Karte
S SchmidtGelbe Karte (67. Sembolo)

Trainer: Köhler
Spielbericht

Skandalöse Nachspielzeit bringt CFC um Sieg

Von Erik Büttner

„Ein Spiel dauert 90 Minuten.“ – soweit die Fußballweißheit. Schiedsrichter Benjamin Cortus aus der Nähe von Nürnberg sah das gänzlich anders und ließ in der Partie des Chemnitzer FC gegen den Halleschen FC solang nachspielen, bis dem HFC der Ausgleich gelang. So fühlte sich das 1:1 für alle Himmelblauen wie eine Niederlage an.

Doch zunächst mit 6085 Zuschauern auf der Fischerwiesenbaustelle in Halbzeit eins hinein: CFC-Trainer Karsten Heine ersetzte den verletzten Ronny Garbuschewski durch Christian Mauersberger, sonst blieb es bei der erfolgreichen Elf aus dem Stuttgart-Spiel. Die ersten 45 Spielminuten waren dann geprägt von gegenseitigem Respekt beider Mannschaften. Beide Teams legten großen Wert zunächst auf Sicherheit zu spielen und beiden Defensivreihen gelang das auch recht gut. So war es dann kein Wunder, dass Torchancen spärlich gesät waren. Die beste Tormöglichkeit für Chemnitz hatte Marcel Hofrath, der eine Ecke direkt aufs Tor zog und HFC-Torwart Kleinheider zu einer Parade zwang (12.). Auf Halles Seite war es Björn Ziegenbein, der Pentke sein Können abverlangte (15.). Tor- und recht ereignislos ging es in die Pause.

Das sollte sich aber mit dem Seitenwechsel ändern. Und das begann schon zwei Minuten nach Wiederanpfiff. Aus dem Gästeblock stieg dunkler Nebel auf und Pyro-Artikel wurden von Leuten im HFC-Block auf den Rasen und in den CFC-Block geworfen. Und diese Leute beschimpften dann auch noch ihre eigenen HFC-Spieler, die beschwichtigen wollten. Schiedsrichter Cortus unterbrach das Spiel für ziemlich genau sechs Minuten.

Als die Partie dann endlich fortgesetzt werden konnte, kam der CFC besser ins Spiel. Halle wurde immer mehr in der eigenen Hälfte gebunden und Chemnitz näherte sich langsam einen Treffer an. Halle wusste sich da nur mit seinen bekannten „Tugenden“ zu helfen: Foulspiele hart an der Grenze des Vertretbarem, Schauspielerei, Beschwerden beim Schieri, Zeitspiel. Aber der CFC fand die richtige Antwort darauf. Im Anschluss an einen Schuss vom eingewechselten Pusch gab es Ecke und die vollstreckte im zweiten Versuch Silvio Bankert zum umjubelten 1:0 (68.). Halle beklagte sich ob eines Handspiels von Bankert. Sein Schuss touchierte laut TV-Bild wohl tatsächlich die Hand, aber Vorsatz war da nie und nimmer im Spiel.

Der Führungstreffer war auch der Mittelpunkt von Chemnitz bester Phase. Denn auch im Anschluss schürte der CFC den Gast immer weiter ein. Doch das zweite Tor wollte nicht fallen. Pech hatte Maik Kegel, dessen Schuss von Kleinheider noch an die Latte gelenkt werden konnte (73.). Doch um die 80. Minute kippte das Spiel. Der HFC bließ nun zur Schlussoffensive und hatte durch Sembolo (80.), Merkel (86.) und Furuholm (Nachspielzeit) gute Möglichkeiten. Dann waren bereits 9 Minuten nachgespielt, als der CFC den Ball nicht mehr aus der eigenen Hälfte bekommt und Sembolo aus 5m eine Flanke zum Ausgleich einnicken kann. Es wurde noch einmal angestoßen, doch nach dem nächsten Pass war Schluss und wieder einmal sanken die CFC-Spieler zu Boden.

Nun kann man diskutieren, ob der CFC in den letzten Minuten zu passiv war, ob Sembolo vorm Tor so frei stehen darf und ob Chemnitz nicht das zweite Tor hätte machen müssen. Man kann aber auch diskutieren, ob die Nachspielzeit gerechtfertigt ist. Zieht man die genau sechs Minuten für die Unterbrechung ab, so bleiben drei Minuten. Ja, es gab auch im Spiel viele Unterbrechungen, aber die wurden auch maßgeblich durch HFC-Spieler verursacht. Und so hat dieser späte Ausgleich einen deftigen Beigeschmack. Denn was lernt man daraus: Spielunterbrechung und Zeitspiel lohnt sich – und das ist skandalös!

Wertung: 3,5 (nur Halbzeit zwei bot bessere Fußballkost)

Beste Himmelblaue: Lais, Scheffel, Pentke

Trainerstimmen

Karsten Heine (CFC) bei MDR-Online:
"Wir haben bis in die Verlängerung hinein alles bzw. vieles richtig gemacht. Wir wollten zu Hause unsere kleine Serie fortsetzen und vor allem das schnelle Umschaltspiel der Hallenser unterbinden. Da haben wir dem HFC über die gesamte Spielzeit wenig gestattet. Leider haben wir das 2:0 nicht gemacht. Dann ist im Fußball immer und zu jedem Zeitpunkt ein Ausgleich möglich. Die Enttäuschung ist riesig, aber wir haben einen Punkt im Abstiegskampf eingesammelt."

Sven Köhler (HFC) bei MDR-Online:
"Es war ein glücklicher Sieg, ääähm Punkt! In der ersten Halbzeit sind wir ordentlich ins Spiel gekommen. Dann verflachte das Spiel. In der zweiten Halbzeit machte Chemnitz Druck und war nach dem 1:0 spielbestimmend, ohne das 2:0 zu machen. Wir hatten Chancen durch Merkel und Furuholm. Natürlich ist der Ausgleich in der letzten Minute sehr glücklich."

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