Saison 2014/2015
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:2Hallescher FC
Hallescher FC
20. Spieltag - 3. Liga - Saison 2014/2015
Samstag, 06. Dezember 2014, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 5.603
Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart)
Chemnitzer FCTorfolgeHallescher FC
T Reule
A Stenzel
A Endres
A Röseler
A Poggenberg
M Danneberg (36. Scheffel)
M Ofosu
M Mauersberger (59. Hölscher)
M Türpitz (36. Kehl-Gomez)
M Ziereis
S Fink

Trainer: Heine
0:1 Franke (23.)
0:2 Gogia (32.)

T Kleinheider
A Baude
A Engelhardt
A Franke
A Brügmann
M BanovicGelbe Karte (81. Schmidt)
M KruseGelbe Karte
M Jansen
M PfefferGelbe Karte (59. Bertram)
M Gogia
S Furuholm (90. Osawe)

Trainer: Köhler
Spielbericht

Klassenunterschied

Von Erik Büttner

Mit einer weiteren Heimniederlage verabschiedet sich der Chemnitzer FC von seinem Heimpublikum aus dem Jahr 2014. Das 0:2 gegen den Halleschen FC beschönigt dabei noch fast ein debakelartiges Spiel.

CFC-Trainer Karsten Heine baut die Verliererelf aus dem Mainz-Spiel auf vier Positionen um. Für Marc Lais, Tim Hölscher, Florian Hansch und Marco Kehl-Gomez stehen Reagy Ofosu, Markus Ziereis, Christian Mauersberger und Tim Dannenberg in der Startelf. Gegenüber dem Spiel gegen Mainz beginnen die Himmelblauen vor 5.603 Zuschauern (davon circa 700 aus Halle) engagierter. Die Musik aber spielt mit dem Anpfiff nur der HFC. Bereits in der siebten Minute prüft Jansen CFC-Torwart Max Reule. Dann hat Reagy Ofosu die erste Chance für den CFC, scheitert aber an Torwart Kleinheider (10.). Im Gegenzug zieht Furuholm freistehend ab, der Ball klatscht aber von Reule noch abgelenkt an den Querbalken. Halle spielt in dieser Tonart weiter, die CFC-Fans ahnen Schlimmes und das kommt dann in Minute 23. Nach einer Ecke für den HFC vertendelt Ofosu den schon geklärten Ball, Poggenberg lässt Franke zu viel Raum und der bedankt sich mit der hochverdienten Führung für den HFC. So geht es weiter: Pfostentreffer durch Pfeffer in Minute 27, Tor Gogia in Minute 32. Nach himmelblauem Ballverlust am HFC-Strafraum spielt Halle schnell, ballsicher und zielstrebig die gesamte CFC-Elf schwindlig. Gogia steht am Elfmeterpunkt völlig frei und muss nur einschieben. Dieses Tor zeigt in einer Szene den riesigen Unterschied zwischen dem CFC und Halle, der einem Duell Landesliga gegen Dritter Liga gleich kommt. Denn Chemnitz ist nur in einem schnell: beim Verlieren des Balles. Ansonsten hecheln die Chemnitzer nur dem Leder hinterher, und wenn er einem Hallenser abgerungen wird, dann wird er einfach ohne Plan nach vorn geschlagen, um sofort wieder am eigenen Strafraum zu landen. Dass man so auch keine eigenen Offensivaktionen kreieren kann, ist logisch. Und so ist der zweite Torschuss in Halbzeit eins ein direkter Freistoß von Anton Fink, der aber von Kleinheider pariert wird (40.). Heine reagiert und bringt noch 10 Minuten vor der Pause Marco Kehl-Gomez und Tom Scheffel für Tim Danneberg und Philipp Türpitz. Er hätte aber auch nahezu jeden anderen auswechseln können.

Schon nach fünf Minuten ist die CFC-Elf aus der Pause zurück. Etwas engagierter gehen sie nun zu Werke und der Ball läuft ein wenig besser durch die eigenen Reihen. Aber Halle hilft auch dabei, weil es sich auf die nötigste Arbeit beschränkt. Das reicht aber trotzdem, um noch die gefährlichere Mannschaft zu sein. Während der CFC nahezu keinen Schuss in Richtung Tor zustande bringt, fliegen die Bälle mehrfach in Reules Arme oder knapp am Tor vorbei. Der größte Aufreger in Halbzeit zwei ist dann, als der gerade verwarnte Pfeffer Nils Röseler im CFC-Strafraum niederstreckt. Es bleibt aber bei einer Ermahnung durch Schiedsrichter Petersen, der noch schlechter als der CFC agierte.
Nach Abpfiff kommt die Mannschaft noch mal vor die Südkurve. Während von einem Teil der Tribüne böse Worte aufs Feld fliegen, spendet der andere der Mannschaft Applaus. Diese Zerrissenheit ist symbolisch für die Situation in Chemnitz. Es stellt sich die Frage, ob die Mannschaft einfach nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten agiert, oder ob nicht doch irgendwo tiefer irgendetwas gehörig schief läuft...

Wertung: 3,0 (Zunächst gutes Spiel, nach der Pause fehlte die Spannung)

Bester Himmelblauer: Reule

Pressestimmen

MDR-Online

Hallescher FC jubelt in Chemnitz

[..] Die gute Form der Hallenser aus den letzten Wochen war von Beginn an zu sehen. Sie übernahmen früh die Kontrolle über das Spiel und ließen Ball und Gegner laufen. Chemnitz fiel es äußerst schwer, mit der aggressiven und frechen Spielweise des HFC umzugehen. [..] Das 1:0 reichte dem HFC allerdings nicht, denn es ging weiter nur nach vorn. Pfeffer traf zum zweiten Mal Aluminium für die Gäste (26.) und Gogia besorgte nach einem Katz-und-Maus-Spiel im CFC-Strafraum das 2:0 (31.). CFC-Trainer Heine reagierte und wechselte mit Danneberg und Türpitz beide defensiven Mittelfeldspieler aus. [..] Nach dem Seitenwechsel war Chemnitz deutlich besser im Spiel. Vor allem über die linke Seite mit Poggenberg und Ofosu kam viel aus Chemnitzer Sicht. Einziges Manko: Gute Chancen sprangen bei allen Offensivbemühungen nicht heraus. Halle zog sich etwas zurück, war aber mit ihren beiden Offensivspezialisten Gogia und Furuholm stets gefährlich. [..]

Kicker-Online

Franke und Gogia halten Halle auf Erfolgskurs

In einer besonders im ersten Durchgang interessanten Partie setzte sich der Hallesche FC verdient mit 2:0 beim Chemnitzer FC durch und zieht durch den dreifachen Punktgewinn mit den Sachsen in der Tabelle gleich. Die Gäste zeigten eine engagierte Leistung und belohnten sich bereits vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel ließen sie gegen ideenlose Chemnitzer nichts mehr anbrennen und klettern damit in der Tabelle weiter nach oben. [..] Die Gäste agierten zwar weiterhin leicht feldüberlegen, konnten jedoch kaum noch nennenswerte Akzente in der Offensive setzen. Aus dem Nichts fiel dann die Führung! Jansen brachte das Leder wieder in die Gefahrenzone. Franke scheiterte im ersten Versuch noch an Reule, drückte den Ball aber im Nachsetzen über die Linie - 1:0 (23.). Die Sachsen waren sichtlich angeschlagen. Es unterliefen ihnen zahlreiche Ballverluste, die auch prompt den zweiten Treffer des Tages einleiteten. Furuholm zog von der linken Seite in den Strafraum. Am Elfmeterpunkt lauerte Gogia, der die Vorlage nur noch über die Linie drücken musste (32.). [..] Die Himmelblauen kamen nach dem Seitenwechsel mit mehr Schwung aus den Katakomben und ließen das Leder in den eigenen Reihen laufen. Klare Aktionen in der Offensive blieben jedoch weiterhin aus. Die Hallenser zeigten sich in dieser Phase kaum noch in der Vorwärtsbewegung und warteten gut sortiert in der Defensive ab. Folglich entwickelte sich eine Begegnung ohne nennenswerte Highlights. [..]

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Heine: Was wir hier spielen, ist Nachwuchsfußball!

Das tut weh! Zehn Spiele - sieben Niederlagen. Die Formkurve beim CFC zeigt klar nach unten. Von der Euphorie zu Beginn der Saison ist bei den „Himmelblauen“ nichts mehr übrig geblieben. Das Team von Karsten Heine hatte sich beim 0:2 gegen Halle vor allem in der ersten Halbzeit regelrecht vorführen lassen. Der Trainer war nach Abpfiff entsprechend angefressen. „Was hier in der ersten halben Stunde abgelaufen ist, das ist ohne Worte“, so Heine. Seine Mannschaft habe jegliche Leidenschaft vermissen lassen: „Wir haben die Hallenser spielen lassen, wie sie wollten, da war überhaupt kein Kampf zu sehen!“ Und Heine wurde noch deutlicher: „Was wir hier anbieten, ist zum Teil Nachwuchsfußball. Wir versuchen immer wieder, den Ball nochmal quer zu spielen, anstatt einfach mal auf’s Tor zu schießen.“ [..]

Bild Chemnitz

In der Winterpause kommt ein neuer Stürmer

[..] Nach zehn Spieltagen war der Chemnitz mit 21 Punkten Erster, danach gab es aus zehn Spielen sieben Zähler. So taumelt der CFC in den Abstiegskampf! Trainer Karsten Heine (59): „Wir hatten einen überragenden Start. Aber um in der 3. Liga bestehen zu können, sind konstante Leistungen entscheidend.“ Eine separate Tabelle der Spieltage elf bis 20 zeigt den CFC auf Abstiegsplatz 18 (7 Punkte/6:12 Tore) vor Rostock (6/11:20) und Regensburg (4/4:16). Beutel erkannte: „Die Tendenz ist sehr schlecht, wir haben eine beängstigende Situation.“ [..] Beutel: „Die Verpflichtung eines kopfballstarken Stürmers ist die wichtigste Personalie für die Arbeit in der Winterpause.“ [..]

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CFC-Präsident staucht sein Team zusammen

[..] Das Team von Trainer Karsten Heine bekam nach der 0:2- Pleite gegen Halle von CFC-Präsident Dr. Mathias Hänel (50) eine ordentliche Abreibung verpasst. „Die ersten 35 Minuten sind mit nichts entschuldbar. Die Mannschaft hat nahezu körperlos gespielt und sich nicht gewehrt. Das war unwürdig für ein Derby“, lederte Hänel los. [..] Auch der oft zitierte Bonus der jungen Chemnitzer Mannschaft, der es in der 3. Liga im Vergleich zu anderen Teams an Erfahrung mangele, ist offenbar aufgebraucht. „Das lasse ich nicht mehr als Ausrede gelten. Die Spieler sind schließlich alle Profis, die mit Geld und nicht mit Gummibärchen bezahlt werden. Wenn es schon spielerisch nicht klappt, muss wenigstens der Kampf erkennbar sein. Das war gegen Halle über weite Strecken nicht der Fall“, ärgerte sich Hänel über den blutleeren Auftritt. [..] Typen, die auf dem Platz mal den Mund aufmachen oder die Ärmel hochkrempeln, sind derzeit weit und breit nicht zu sehen. Auf der Tribüne machte schon der Begriff „Kakaomilchtrinker“ die Runde. „Die Entwicklung der letzten Wochen ist mir nicht verborgen geblieben“, wollte sich Boss Hänel zu möglichen Konsequenzen, falls die zwei kommenden Spiele in Osnabrück und Bielefeld auch noch verloren werden, nicht äußern. [..]

Trainerstimmen

Sven Köhler (MDR-Online):
"Unser Ziel war es, eine gute Leistung zu zeigen, um das Hinspielergebnis vergessen zu machen (0:3, Anm. d. Red.). In einer sehr guten ersten Halbzeit ist uns die 2:0-Führung gelungen, die wir in Halbzeit zwei verwaltet haben, ohne dem Gegner größere Torchancen zu ermöglichen. Tore geschehen in solchen Spielen maximal durch Standards, aber auch die haben wir gut verteidigt."

Karsten Heine (MDR-Online)
"Wir hatten uns viel für dieses Spiel vorgenommen. Was in den ersten 35. Minuten ablief, war ohne Worte. In der 2. Halbzeit lief einiges besser. Der Wille war dann da. Aber es war gegen Halle zu schwer, das Spiel noch zu drehen. Wichtig ist jetzt auch mal über Grenzen hinauszugehen. Den letzten Willen abzurufen."

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