Saison 2015/2016
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:0SV Wehen Wiesbaden
SV Wehen Wiesbaden
6. Spieltag - 3. Liga - Saison 2015/2016
Samstag, 29. August 2015, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 8.085
Schiedsrichter: Waschitzki (Essen)
Chemnitzer FCTorfolgeSV Wehen Wiesbaden
T Kunz
A Stenzel
A Endres
A Röseler
A Conrad
M Dem
M Ofosu (80. Dartsch)
M Türpitz (69. Cappek)
M Steinmann (89. Rapp)
M Fink
S König

Trainer: Heine
1:0 Dartsch (84.)

T Kolke
A Mayer (59. Schnellbacher)
A Geyer
A Blacha (82. Lindner)
A Dams
M Wein
M Lorenz
M Mintzel
M Pezzoni
M Schindler
S Vitzthum

Trainer: Demandt
Spielbericht

Die ganz besondere Geschichte des Spiels

Von Erik Büttner

Der Chemnitzer FC hat sich nach der ersten Saisonniederlage berappelt und sein Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden mit 1:0 gewonnen. Die Chemnitzer trafen spät, aber belohnten sich damit für ihren großen Einsatz. Das goldene Tor hatte dabei seine ganz eigene Geschichte.

Doch bevor diese Geschichte beginnt, vergehen vor 8.085 Zuschauern davon genau 16 aus Wiesbaden 83 Minuten. In dieser Zeit spielt nur eine Mannschaft und das ist der Chemnitzer FC. Die Gäste aus Wiesbaden postieren sich von der ersten Minute abwartend am eigenen Strafraum und lassen die Heimelf ihr Ding machen. Das gelingt dem CFC in den ersten Minuten auch noch recht ansehnlich. Heraus kommt aber noch nichts Zählbares. Am nächsten dran sind Matti Steinmann nach einem super Anspiel von Anton Fink (5.) und Philipp Türpitz mit einem fulminanten Pfostenknaller (29.). Türpitz gab in diesem Spiel seinen Einstand in der Startelf, nach dem er die Saisonvorbereitung aufgrund einer Operation verpasst hatte. Ebenso kam Ronny König zu seinem Startdebut, er vertrat den an einem Muskelfaserriss leidenden Frank Löning.

Aufpassen müssen die Chemnitzer aber auf die Konter der Wiesbadener und da wird es in Minute 9 richtig brenzlig, als David Blacha an eine Eingabe von links nicht mehr richtig rankommt und der Ball daher knapp neben den Pfosten im Aus einschlägt. Mitte der ersten Halbzeit verflacht dann das Spiel. Chemnitz versucht zwar geduldig, das Wiesbadener Abwehrbollwerk zu durchbrechen, das gelingt aber aufgrund vieler ungenauer Abspiele nicht. Nur in Minute 37 ist König durch, steht aber vermeintlich im Abseits, so dass sein Treffer keine Anerkennung findet. Die TV-Bilder zeigen, dass, wenn überhaupt, König nur Millimeter im Abseits stand. Richtig gefährlich wird es dann noch einmal nach einem unnötigen Freistoß für den SV Wehen. Torhüter Kevin Kunz muss sein ganzes Können in die Waagschale werfen, um das Geschoss von Patrick Mayer über die Latte zu lenken (42.).

Aus der Pause kommt der CFC wieder mit der Schärfe der Anfangsminuten zurück. Und diesmal hält er sie auch aufrecht, angefeuert von den 8.000, die nun auch aufgewacht sind. So gelingt es dem SVW nun kaum noch, eigene Angriffsaktionen zu fahren. Stattdessen rollt unaufhörlich die Chemnitzer Angriffsmaschinerie heran. Doch das Tor will nicht fallen. Immer ist noch ein Wiesbadener Bein dazwischen, der Torwart hält oder der Ball geht knapp neben das Tor. Die Uhr tickt dem Spielende entgegen und der CFC hätte sich den Führungstreffer längst verdient.

Und dann kommt sie, die 81. Spielminute, in der die Geschichte des Spiels beginnt. Nachdem in der 70. Minute Alexander Cappek für den abgekämpften Türpitz gekommen war, wird Alexander Dartsch als zweiter Ersatzmann für den heute glücklosen Reagy Ofosu eingewechselt. Dartsch, der vor der Saison aus den Tiefen des Erzgebirges wieder den Weg in die helle Welt gefunden hatte, bekommt also an seinem 21. Geburtstag seine ersten himmelblauen Einsatzminuten. Und die nutzt er von der ersten Sekunde ordentlich mit einem Solo über das halbe Spielfeld, bleibt aber dann am letzten Wehener Abwehrspieler hängen. Es läuft die 84. Spielminute und Cappek sprintet mit dem Ball nach einem Einwurf auf der linken Seite dem Wehener Tor entgegen. Seine Eingabe ist jedoch ungenau, er setzt aber nach, holt den Ball zurück, über König fällt das Leder Dartsch vor die Füße. Er zieht trocken ab und der Rest ist nur noch himmelblaues Getöse auf dem Feld und auf den Rängen. Endlich hat sich der CFC für den Einsatz belohnt, endlich steht es 1:0. Und sein Trikot mit der 21, das wird sich Alexander Dartsch sicher einrahmen.

Doch die Partie hat noch 6 Minuten plus Nachspielzeit und jetzt merkt Wiesbaden, dass es doch auch mal mitspielen könnte; allen voran der eingewechselte Luca Schnellbacher. Und so wird es noch mal richtig hektisch, als nach einer Ecke und Kopfball von Schnellbacher Kunz den Ball von der Linie kratzen muss (86.), Kunz nach einem weiteren Schnellbacher-Kopfball den Ball um den Pfosten lenken muss (87.) und schließlich der Ball doch im Netz liegt (89). Doch auch hier ist die Abseitsfahne oben und wieder ist es knapp, tendenziell sogar kein Abseits. Hier hat der Chemnitzer FC das Glück des Tüchtigen, denn der Ausgleich wäre höchst unverdient gewesen. Auch wenn der SVW in den letzten Minuten sehr gute Chancen hatte, begannen sie doch erst nach dem Rückstand aktiv am Fußballspiel teilzunehmen. Und so feiert der CFC völlig verdient seinen zweiten Heimsieg der Saison und bleibt im Jahr 2015 ungeschlagen im eigenen Stadion, sieht man vom DFB-Pokalspiel ab.

Trotz eines guten Spiels bleibt beim CFC Luft nach oben. Zu oft noch kommen Anspiele nicht genau an und verhindern so gefährliche Angriffsaktionen. Man sieht aber eine langsame positive Entwicklung. Matti Steinmann zeigt, dass er eine Alternative zu Tim Danneberg ist. Es wird eine knifflige Entscheidung für Karsten Heine, wenn beide fit sind. Philipp Türpitz brachte Leben ins Spiel, im fehlt aber sichtbar noch Spielpraxis. Einstellen muss sich die Mannschaft auch noch auf das Spiel mit Ronny König. Denn er hat seine Stärken in der Luft, braucht dafür aber eben Flanken, wobei die himmelblauen Akteure eher das flache Spiel zu mögen scheinen.

Nächsten Sonntag wartet dann ein echter Prüfstein auf den CFC. Dann geht es am Sonntag nach Dresden zum aktuellen Tabellenführer.

Wertung: 2,0 (Weitgehend spannendes Spiel, dem nur ein paar Tore fehlten)

Beste Himmelblaue: Kunz, Dartsch

Trainerstimmen

Sven Demandt (SVWW) bei MDR-Online:
"Es war eine sehr bittere Niederlage, weil wir uns auch einen Punkt verdient hätten. Meine Mannschaft hat sich am heutigen Tag extrem in diese Begegnung reingehauen, zeigte hohen Einsatz und viel Leidenschaft. Auch nach dem Rückstand hatten wir zwei gute Kopfbälle, die leider nicht von Erfolg gekrönt waren. Trotz der Niederlage bin ich mit dem Auftreten meiner Mannschaft sehr zufrieden."

Karsten Heine (CFC) bei MDR-Online:
"Es waren spannende 90 Minuten, weil wir sie spannend gemacht haben. In den ersten 20 Minuten haben wir den Ball gegen tiefstehende Gäste gut laufen lassen. Danach haben wir leider die Zielstrebigkeit vermissen lassen, sodass das Spiel bis zur Halbzeit dahinplätscherte. Nach der Pause haben wir den Druck erhöht, immer nach spielerischen Lösungen gesucht, leider jedoch die letzte Konsequenz vermissen lassen. Diese Gier auf ein Tor zeigte Alexander Dartsch, für den ich mich sehr freue. Genauso wie über unseren Torhüter Kevin Kunz, der mit Glanzparaden den Sieg festhielt."

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