Saison 2015/2016
CFC / 3. Liga



 
VfL Osnabrück
VfL Osnabrück2:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
18. Spieltag - 3. Liga - Saison 2015/2016
Samstag, 28. November 2015, 14:00 Uhr
Osnatel-Arena, Osnabrück
Zuschauer: 8.750
Schiedsrichter: Perl (Pullach)
VfL OsnabrückTorfolgeChemnitzer FC
T Schwäbe
A Pisot
A Syhre
A Willers
A Dercho
M Falkenberg
M Groß
M Ornatelli (87. Hohnstedt)
M Kandziora
S SavranGelbe Karte (82. SemboloGelbe Karte)
S Alvarez (68. Menga)

Trainer: Enochs
1:0 Alvarez (49.)
2:0 Sembolo (91.)

T Kunz
A Stenzel
A Röseler
A Conrad
A Nandzik (53. Türpitz)
M DemGelbe Karte
M Kaffenberger
M Fink
M Danneberg (66. Ofosu)
M Cincotta (81. König)
S Löning

Trainer: i.V. Jendrossek
Spielbericht

Bemüht aber offensiv zu schwach - Niederlage an der Bremer Brücke

Von Thorti

Mit gemischten Gefühlen erfolgte bereits die Anreise zum Auswärtsspiel in Osnabrück. Mit ganz negativ behafteten Gefühlen verließen wir Osnabrück letztendlich.

Der Reihe nach:

Rund 120 Unentwegte hatten sich auf die Reise gen Niedersachsen gemacht, um dem Spiel des CFC beizuwohnen. Eine eigenartige Stimmung schon vor dem Stadion, eine noch eigenartigere „Stimmung“ dann im Stadion. Während er VfL sich der lautstarken Unterstützung seiner Fans erfreuen konnte, schwieg der himmelblaue Block beharrlich. Dies, obwohl die Mannschaft einen couragierten, kampfbetonten Einsatz über 90 Minuten ablieferte. Die Zweikämpfe wurden nicht nur angenommen, sondern auch in der Vielzahl gewonnen, einer rackerte für den anderen, taktisch wurde defensiv diszipliniert und meist mit Köpfchen agiert.

Einzig die Offensivleistung ließ sehr zu wünschen übrig, oder im Klartext, sie fand kaum statt. Kamen wir mal vielversprechend vor das Tor des Gegners, war entweder kein Abnehmer in Position gelaufen, oder es folgte ein Pass ins Nirgendwo. An der Stelle sei die Frage erlaubt, welche Position Anton Fink bis ca. zur 70. Minute zu spielen hatte?
Ich meine den Anton Fink, der sich Rekordtorschütze der 3. Liga nennen darf, den Anton Fink, der eine eingebaute Torgarantie vorweisen kann… warum spielte dieser Mann so lange so defensiv? Was denken sich die sportlich Verantwortlichen bei solchen taktischen Vorgaben? Schwer bis gar nicht nachvollziehbar.

Erst rund 20 Minuten vor Spielende, wurde unser Anton weiter nach vorn beordert, aber auch kurios, denn zunächst kam er an die Seite von Frank Löning ins Angriffszentrum, um dann nach der Hereinnahme von Sturmtank Ronny König, wieder eine Position nach hinten zu rutschen. Da auch der wuselige Ofosu nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder eingewechselt wurde und auch Philipp Türpitz viel zu spät herein kam, spürte man sofort mehr Zug nach vorne, ohne sich leider entscheidend durchsetzen zu können.
Der Treffer zum 2-0 Endstand kurz vor Spielende, war der vernachlässigten Defensive, im Offensiv-Bemühen um den Ausgleich geschuldet. Damit war das Spiel gelaufen. Die 1-0 Führung der Osnasen resultierte aus einem unglücklich abgefälschten Schuss bereits kurz nach Wiederanpfiff (47. Minute). Man kann nicht behaupten, dass dem CFC das Glück zur Seite steht derzeit.

Aber: fehlendes Glück ist nicht die Hauptursache für die in dieser Saison extrem schwachen Offensiv-Leistungen. Das Spiel in Osnabrück war lediglich ein Spiegelbild des bisherigen Saisonverlaufs.
Es fehlt zum einen ganz offensichtlich an Qualität im Spielaufbau, es ist keinerlei Zug zum Tor erkennbar, meist lang geschlagene Bälle dienen eher dem Spielaufbau des Gegners, als dass der CFC sich und den Ball in die gefährliche Zone bringen kann. Zum anderen ist erstaunlich (ich kann es nicht verstehen!!!!), wie die sportliche Führung die Torgefahr eines Anton Fink nun schon über einen längeren Zeitraum hin, schlichtweg zu ignorieren scheint. Als, nach der klaren Ansage und Forderung unseres Präsidenten im letzten Frühjahr, dann ein Umdenken stattfand, Fink endlich offensiver eingesetzt wurde, also exakt dort, wo er seine Stärken gewinnbringend einbringen kann, lief es plötzlich viel besser und der Club ergatterte noch den guten fünften Tabellenplatz. Aus den Fehlern der Vergangenheit scheinen einige Entscheidungsträger nicht die nötigen Lehren zu ziehen.

Die offensichtliche Verunsicherung der Mannschaft rundet das traurige Bild des Chemnitzer FC im Herbst 2015 ebenso ab, wie die Spaltung der Fanszene (siehe Vorfälle im Fanblock in Osnabrück).
Ob der CFC in dieser Konstellation den Weg in die Erfolgsspur finden kann, wage ich zu bezweifeln. Eher scheinen die Fronten derart verhärtet, dass es längst nicht mehr um die eigentliche Sache => Erfolg der Mannschaft zu gehen scheint, sondern… ja warum geht es eigentlich noch?

Fakt: der Chemnitzer FC gibt sowohl auf dem Spielfeld, als auch auf den Rängen derzeit ein trauriges Bild ab.

Wertung: 4,0

Beste Himmelblaue: Fink, Conrad, Dem

Trainerstimmen

Kay-Uwe Jendrossek (CFC) bei MDR-Online:
"Wir hatten heute nach vorn zu wenig Durchschlagskraft. Die erste Halbzeit war ausgeglichen, in der zweiten Hälfte hat das schnelle Tor Osnabrück natürlich in die Karten gespielt. Insgesamt waren wir nicht die schlechtere Mannschaft, aber der Gegner war am Ende aggressiver und abgeklärter."

Joe Enochs (VfL) bei MDR-Online:
"Man hat gesehen, dass Chemnitz eine sehr gute Mannschaft hat. In der ersten Halbzeit waren Chancen auf beiden Seiten Mangelware! Nach dem Tor haben wir mutiger und klarer nach vorn gespielt. Am Ende mussten wir bei Standards aufpassen, da waren die Chemnitzer sehr gefährlich."

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