Saison 2015/2016
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC1:0Stuttgarter Kickers
Stuttgarter Kickers
19. Spieltag - 3. Liga - Saison 2015/2016
Samstag, 05. Dezember 2015, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 4.768
Schiedsrichter: Schult (Osterbek)
Chemnitzer FCTorfolgeStuttgarter Kickers
T Kunz
A Kehl-GomezGelbe Karte
A Röseler
A Conrad
A Cincotta
M DannebergGelbe Karte
M Cecen (65. Steinmann)
M TürpitzGelbe Karte (82. Dartsch)
M Fink
M Ofosu
S Löning (87. König)

Trainer: i. V. Jendrossek
1:0 Cincotta (77.)

T Klaus
A Müller (46. PachonikGelbe Karte)
A SorianoGelbe Karte (65. Fischer)
A MarcheseGelbe Karte
A Stein
M AbrusciaGelbe Karte
M Baumgärtel
M Berko
M Bihr
M Leutenecker
S Jordanov (80. Ivan)

Trainer: Stipic
Spielbericht

CFC würgt sich zum Sieg

Von Erik Büttner

Es war nicht schön, es war nicht überzeugend, aber es war erfolgreich. Am letzten Spieltag der Hinrunde in der Dritten Liga besiegte der Chemnitzer FC den Tabellenletzten, die Stuttgarter Kickers mit 1:0. 4768 Zuschauer, davon 78 aus Stuttgart, sahen ein Fußballspiel, was erst eine viertel Stunde vor Abpfiff richtig Fahrt aufnahm.

Vertretungscheftrainer Kay-Uwe Jendrossek musste seine Mannschaft aus dem Spiel in Osnabrück umbauen: Zu den eh schon verletzten Spielern gesellten sich kurzfristig auch noch Fabian Stenzel und Marcel Kaffenberger mit einem grippalen Infekt hinzu. Die Startelf fand sich da fast von allein und auch auf der Bank saßen nur vier Feldspieler neben einem Ersatztorwart. Doch das soll alles keine Ausrede sein, für das, was sich in der folgenden Stunde nach dem Anpfiff zutrug. Zwar begannen die Himmelblauen mit einem kleinen Feuerwerk. Doch wie das bei Feuerwerken so ist - sie verpuffen eben sehr schnell. Beim CFC war das nach knapp zehn Minuten der Fall, danach übernahmen die Gäste vom Tabellenende die Regie auf der Fischerwiesenbaustelle. Das Geschehen spielte sich weitgehend zwischen den Strafräumen ab, offensiv ging hüben wie drüben wenig. Das lag im Falle des CFC daran, dass viele Bälle direkt in des Gegners Füßen oder bestenfalls noch im Niemandsland landeten. Im Falle der Stuttgarter, dass zumindest defensiv der Laden bei den Himmelblauen einigermaßen funktionierte. So waren dann Distanzschüsse von Cincotta, Türpitz und Kehl-Gomez noch die besten CFC-Möglichkeiten. Stuttgart schoss zwar öfter aufs CFC-Tor, war aber im Resultat genau so harmlos wie der CFC.

Mit 0:0 und Pfiffen von den Rängen ging es in die Pause und nach dem Seitenwechsel hätte Chemnitz fast genauso schnell sein Erfolgserlebnis bekommen, wie im letzten Heimspiel. Kickers-Torwart Carl Klaus rutschte nämlich ein Rückpass durch die Füße, doch er konnte ihn Zentimeter vor der Torlinie noch klären (46.). Danach herrschte aber das aus Halbzeit eins gewohnte Bild: Stuttgart wirbelte viel, wurde aber wenig gefährlich. Chemnitz bekam wenig auf die Reihe und war noch harmloser. Nach 65 Minuten war dann der Arbeitstag vom völlig blassen Timo Cecen beendet, für ihn kam Matti Steinmann und damit auch Leben in die Bude. Denn fast gleichzeitig erwachten auch die bis dato fast nur meckernden (bisweilen ja auch zu Recht) und nichtprotestierenden Südkurvensteher. Und so zog der CFC um Minute 70 die Zügel noch mal an. Zunächst gab Steinmann schon mal einen Warnschuss in Richtung Stuttgarter Tor ab, den konnte Klaus aber noch locker parieren (71). Dann zog wieder Steinmann ab, diesmal musste Klaus sich schon ordentlich strecken, um den Ball noch zur Ecke zu klären (76.). Diesen Eckstoß brachte dann Türpitz in den Strafraum, wo er zunächst geklärt wurde. Doch Frank Löning, der bis dato ebenfalls sehr wirkungslos geblieben war, bekam den Ball auf den Kopf und legte ab auf Stefano Cincotta. Der hielt einfach mal drauf und rums lag die Kugel im Netz - 4.700 Kehlen schrien ihre Erleichterung in den dämmernden Himmel (77.). Angeführt wurden sie natürlich vom guatemalischen Nationalspieler, der sich mit diesem Treffer für seine recht gute Leistung belohnte.

Nun hatte der CFC die Partie wieder im Griff und drängte auf den zweiten Treffer. Zweimal Fink (82.,90.) und Dartsch (90.) hatten beste Gelegenheiten dazu, scheiterten aber an einem nun glänzenden Kickers-Torwart. Doch auch Stuttgart wurde durch den eingewechselten Manuel Fischer noch einmal richtig gefährlich, doch auch hier rettete der Torwart, also Kevin Kunz, sehr gut (86.). So brachten die Himmelblauen anders als zu Beginn des Jahres die Führung gegen die Kickers über die Zeit. Bemerkenswert dabei: Die drei Minuten Nachspielzeit verbrachte Chemnitz zu dreiviertel vor dem Stuttgarter Tor mit der Ausführung von Ecken und Einwürfen. Endlich mal etwas Abgeklärtheit, wie auch bei einigen gefährlichen Konterversuchen der Kickers, die zur Not auf Kosten einer gelben Karten unterbunden wurden.

Auch wenn die Partie an diesem lauen Dezembernachmittag nicht wirklich schön anzusehen war, brachten sie dem CFC doch drei ganz wichtige Punkte. Denn damit ist man im himmelblauen Lager wieder einen kleinen Schritt weiter auf dem langen Weg in die Normalität.

Wertung: 4,0 (Ein zäher Kampf, der erst mit dem Tor Fahrt aufnahm)

Beste Himmelblaue: Cincotta, Conrad, Kunz

Trainerstimmen

Tomislav Stipic (Kickers) bei MDR-Online:
"Nach einem guten Spiel sind wir natürlich enttäuscht. In der ersten Halbzeit hatten wir absolute Kontrolle und unser Plan über Kurzpassspiel zum Erfolg zu kommen, ging fast auf. Durch die fehlende Zielstrebigkeit haben wir uns aber nicht belohnt. Verletzungsbedingt mussten wir zur Halbzeit wechseln, auch dadurch haben wir die Kontrolle verloren. Das Gegentor fällt nach einer kurz ausgeführten Ecke, wobei Cincotta den Ball optimal trifft. Trotz der Niederlage haben wir heute viel gut gemacht."

Kay-Uwe Jendrossek (CFC) bei MDR-Online:
"Wir haben heute eine sehr intensive Partie gesehen. Kurzfristig mussten wir vier Spieler im defensiven Bereich ersetzen - das war nicht einfach für uns. Die Mannschaft hat sich den Sieg heute erarbeitet. Ich freue mich auch besonders für unseren Torschützen Stefano Cincotta, weil er schon in der ersten Halbzeit für zwei gute Abschlüsse gesorgt hat."

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