Saison 2015/2016
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:01. FC Magdeburg
1. FC Magdeburg
24. Spieltag - 3. Liga - Saison 2015/2016
Freitag, 05. Februar 2016, 17:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 8.278
Schiedsrichter: Willenborg (Friesoythe)
Chemnitzer FCTorfolge1. FC Magdeburg
T Gersbeck
A Stenzel
A Endres
A Röseler
A Bittroff
M Türpitz
M Dem
M DannebergGelbe Karte
M Uzoma (73. CincottaGelbe Karte)
S Fink (90. König)
S FrahnRote Karte

Trainer: Heine
Tore Fehlanzeige

Besondere Vorkommnisse:
Rote Karte für Frahn wegen Tätlichkeit (42.)

T Glinker
A Handke
A Löhmannsröben
A Puttkammer
A Beck
M BrandtGelbe Karte
M Butzen
M Sowislo
M Niemeyer (55. Hammann)
M Chahed (83. Altiparmak)
S ErnstGelbe Karte (73. Fuchs)

Trainer: Härtel
Spielbericht

CFC in Unterzahl besser

Von Erik Büttner

Der Chemnitzer FC hat nach der 2:5-Pleite von Kiel eine starke Reaktion gezeigt. Zwar reichte es gegen den 1. FC Magdeburg nur zu einem Punkt, doch die Himmelblauen waren trotz Unterzahl die bessere Mannschaft.

Aus der schwachen Elf von Kiel musste nur Stefano Cincotta auf der Bank bleiben. Für ihn gab Eke Uzoma sein Debut in der Startformation. Vor über 8.200 Zuschauer, die sich auch nicht von der Fan-unfreundlichen Anstoßzeit um 17 Uhr abhalten ließen, nahmen die Hausherren sofort die Zügel in die Hand. Die Chemnitzer fanden immer besser ins Spiel und wussten auch zunehmend durch Kombinationsspiel zu gefallen. Doch an der stabilen Magdeburger Verteidigung war Schluss. Und so war es auch ein Freistoß von Anton Fink, der erstmals für echte Gefahr vorm FCM-Gehäuse sorgte (13). Chemnitz blieb gefällig am Ball, doch wie so oft brachte der ganze Aufwand keinen Ertrag, weil Chemnitz viel zu umständlich spielte und lieber noch mal passte anstatt zu schießen.
Die Gäste von der Elbe ließen maximal erahnen, warum sie auf Platz vier der Tabelle stehen. Nur bei einer einzigen Chance strahlten die in schwarz spielenden Magdeburger Gefahr aus, als ein in Halbzeit eins sehr unsicherer Marius Gersbeck eine Puttkammer-Flanke unterschätzte und der Ball an den Pfosten klatschte (27.). Trotz des merkwürdigen Torwartwechsels waren die Pfiffe gegen Gersbeck mehr als unnötig. Es waren ein paar Minuten, in denen der CFC in den Seilen hing. Doch der FCM wusste kein Kapital daraus zu schlagen und deshalb konnten sich die Himmelblauen berappeln und neu angreifen.
Während es auf den Rängen lobenswert friedlich blieb, eskalierte die Situation in der 42. Minute auf dem Spielfeld. Sebastian Ernst faulte Stenzel an der Seitenlinie rüde und sofort sammelte sich ein Rudel vor der Gegengerade es wurde geschuppst und diskutiert. Am Ende zeigte Schiedsrichter Willenborg Ernst den gelben Karton, nestelte an der Gesäßtasche und zeigte Daniel Frahn glatt Rot. Fassungslosigkeit beim CFC, Willenborg zeigte an, Frahn solle am Hals gewürgt haben. Die Fernsehbilder zeigen einen Frahn, der eher ordnen will, dabei Niklas Brand am oberen Rumpf vom Zugang zum Rudel abhält. Wo das eine Tätlichkeit sein soll, wird Schiedsrichter Willenborgs Geheimnis bleiben, wie auch so manch andere Entscheidung. Denn so locker, wie ihm die Karte bei Frahn saß, so fest saß sie beim permanenten Magdeburger Gefoule in der Tasche.

Nun musste man als leidgeprüfter CFC-Fan das Schlimmste für Halbzeit zwei erwarten, doch der CFC überraschte. Alle nun zehn Spieler knieten sich in die Partie hinein und legten von Gersbeck über Endres bis hin zu Anton Fink eine Schippe drauf. Natürlich war es schwer für den CFC mit einer Ein-Mann-Show weitere Chancen zu kreieren, doch die bessere Mannschaft war klar der unterzählige CFC, von den Gästen kam rein gar nichts. So hatten dann Uzoma (56.), Fink (68., 80.) und Türpitz (81.) gute Chancen auf die Führung, doch die wollte nicht fallen.
Als sich alle schon auf das 0:0 eingerichtet hatten, wurde es noch einmal heiß vor dem CFC-Tor. Endres klärte einen Magdeburger Angriff unglücklich, so dass sein Ball an Altiparmak abprallte und an den Pfosten klatschte (90.) Glück für Chemnitz.

Zwar ist der eine Zähler im Grunde zu wenig für den CFC, doch nach dem Spielverlauf ist er auch ein Gewinn. Bemerkenswert ist die Reaktion, die die Mannschaft zeigte und in Unterzahl sogar noch zulegte. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen und positiv in Richtung Wiesbaden schauen, auch wenn der sicher mehrwöchige Ausfall von Daniel Frahn sehr schmerzt. Die Leidenschaft, die der CFC insbesondere in Halbzeit zwei zeigte, hat sicher auch das eine oder andere aufgebrachte Fan-Herz wieder etwas milder gestimmt.

Wertung: 2,5 (Leidenschaftliches Spiel, das leider ohne CFC-Tore blieb)

Bester Himmelblauer: Die ganze Mannschaft

Trainerstimmen

Jens Härtel (1. FCM) bei MDR-Online:
"Das war ein leidenschaftliches Spiel von beiden Mannschaften mit einem starken Beginn der Chemnitzer. Das hatten wir so erwartet, als Reaktion auf die Kiel-Niederlage. Erst nach 20 Minuten haben wir selbst für gute Spielsituationen gesorgt. Mit der Roten Karte wurde es ein ganz anderes Spiel. Wir haben keine Ruhe in unsere Aktionen bekommen, weil Chemnitz uns immer gut angelaufen hat. Am Ende haben wir den einen Punkt geholt, den wir uns als Ziel gesetzt hatten."

Karsten Heine (CFC) bei MDR-Online:
"Wir haben die erste Halbzeit sehr gut begonnen. Erst nach 25 Minuten wurde es ein offenes Spiel, als wir von unserer Linie abgekommen sind und keinen Druck mehr entwickelt haben. In der zweiten Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor. Wir haben offensiv und aggressiv verteidigt und uns nicht hinten reindrücken lassen. Wir haben mit sehr viel Druck und Leidenschaft gespielt und hätten gerne gewonnen. Aber für die lange Unterzahl war das eine sehr starke Leistung."

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