Saison 2015/2016
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC5:1FSV Mainz 05 II
FSV Mainz 05 II
32. Spieltag - 3. Liga - Saison 2015/2016
Samstag, 02. April 2016, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 6.720
Schiedsrichter: Skorczyk (Salzgitter)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Mainz 05 II
T Kunz
A Scheffel (71. Röseler)
A Conrad
A Endres
A Bittroff
M Danneberg
M Dem
M Baumgart (46. Cincotta)
M Steinmann
M Türpitz (83. Dartsch)
S Frahn

Trainer: Köhler
1:0 Dem (3.)
1:1 Seydel (5.)
2:1 Conrad (12.)
3:1 Türpitz (20.)
4:1 Frahn (58.)
5:1 Türpitz (77./Foulelfer)

Besondere Vorkommnisse:
Rote Karte für Wachs wegen groben Foul (82.)

T Müller
A Schilk (69. Costly)
A Kalig
A IhrigGelbe Karte
A WachsRote Karte
M SallerGelbe Karte
M Bohl
M Parker (57. Höler)
M Pflücke (83. Moos)
M DerstroffGelbe Karte
S SeydelGelbe Karte

Trainer: Schwarz
Spielbericht

Sonnenschein und Kantersieg

Von jb

Zu Anpfiff des Spiels gab es gleich zwei unschöne Vorzeichen: Anton Fink stand wegen einer noch nicht auskurierten Verletzung nicht im Kader, und der CFC musste auch noch in die „verkehrte“ Richtung anfangen, d.h. auf die Südkurve in der ersten Halbzeit. Aber dies schien keinen negativen Einfluss zu haben, denn der CFC legte gleich gut los. Bereits in der 2. Minute gab es einen Angriff über die rechte Seite, Baumgarts Flanke wurde zum Einwurf nahe der Eckfahne geklärt. Daraus ergab sich wiederum eine Ecke. Nun sind Standards nicht unbedingt eine Stärke des CFC, so dachte man, aber heute war dies auf einmal anders: gute Ecke von Steinmann kurz vor den Fünfmeterraum, dort steigt Dem einen Kopf höher als sein Gegner und versenkt den Ball druckvoll im Netz – 1:0 in der 3. Spielminute. Da freute man sich passend zum sonnig-warmen Wetter auf ein entspanntes Spielchen, da zappelte der Ball schon wieder im Netz, diesmal leider auf der falschen Seite. Eine Ecke der Mainzer wird schlecht abgewehrt, nahe des Strafraumecks kann ein Mainzer den Ball unbedrängt wieder gefühlvoll in die Mitte bringen und findet dort den Kopf des auch im weiteren Spielverlauf auffälligen Seydel -1:1 (5.).
Mit den ersten Minuten war dann auch die Marschrichtung für die weitere Partie vorgegeben, beide Teams mit offenem Visier voran, woraus sich reichlich Kontersituationen mit entsprechenden Torchancen ergaben. Zunächst waren die Gäste wieder dran, ein Konter über die rechte Seite wird mit einem satten Flachschuss abgeschlossen, den Conrad abblocken kann. Der CFC ließ dem einen Angriff über Baumgart und Steinmann folgen, der Ball landete dann bei Türpitz und dessen Flanke auf dem Kopf von Frahn, der über das Tor köpfte. Die heute wieder in neongrün spielenden Himmelblauen blieben nun aber dran, jetzt mit einem Angriff auf Links, wobei Bittroff und Türpitz immerhin eine Ecke rausholen konnten. Hatte heute ja schon mal funktioniert, also wieso nicht noch einmal? Die Ecke von Steinmann dieses Mal von Links, zudem kurz und flach statt hoch und weit. Was seit vielen Jahren ja als „Clubecke“ Kopfschütteln hervorruft, entpuppte sich heute als einstudierte Variante: Danneberg lenkt den Ball am kurzen Pfosten Richtung Strafraummitte, wo Conrad draufhält und den Ball durch Freund und Feind hindurch zum 2:1 versenkt (12.).
Und es ging munter mit abwechselnden Angriffen weiter. Kunz kann einen Schuss der Mainzer sicher festhalten, im Gegenzug vertändelt Danneberg eine sehr gute 3 gegen 3 Konterchance, Zwei Minuten später waren wieder die Mainzer dran, ähnlich einer Situation vom Spielbeginn wurde die linke Abwehrseite des CFC wieder überrumpelt und die Gäste kamen zum Abschluss, diese Mal war der Fuß von Bittroff im Weg und verhinderte Schlimmeres.
Dann versuchte es der CFC mal spielerisch, Türpitz bringt den Ball zentral vorm Strafraum zu Frahn, welcher den Ball artistisch-kämpferisch gut behauptet und mit einem Geistesblitz steil in den 16er durchsteckt, genau in den Lauf von Türpitz – 3:1 in der 20. Spielminute! Die Mannschaften schienen nun nach der sehr aktiven Anfangsphase etwas zurückzuschalten. Auf Seiten des CFC ist noch ein Volleyschuss von Steinmann knapp übers Tor erwähnenswert. Überhaupt bot er heute eine sehr gute Leistung, der zur Krönung nur ein Tor fehlte. Immer anspielbar, gute Ideen im Spielaufbau, gute Standards – eigentlich all das, was man sich von ihm erwartet hat und bisher kaum zu sehen war. Auch kämpferisch wusste er zu überzeugen, eroberte einige Bälle – und hatte am Ende das dreckigste Trikot. Zudem war heute auch kein grober Fehler zu sehen, aber vielleicht ist er als offensiver Spielgestalter auch einfach sicherer als auf der defensiveren 6er-Position.
Die Gäste kamen nach einer guten halben Stunde noch zu einem Angriff über die linke CFC-Abwehrseite (Na, wer erkennt ein Muster?), konnten aber wieder geblockt werden. Zumindest Sven Köhler gefiel das scheinbar nicht so richtig, und so durften sich bereits Mitte der 1. HZ mit Röseler und Cincotta zwei Defensivspieler warm machen.

Mit Wiederanpfiff stand dann auch Cincotta auf der linken Mittelfeldposition, aber anstelle des vorher dort spielenden Türpitz musste Baumgart draußen bleiben, und Türpitz übernahm die rechte Seite. Vielleicht wollte Köhler einfach den offensiv auffälligen Torschützen nicht vom Platz nehmen. Nach einer kurzen Abtastphase zeigten sich Gäste dann bissig und wollten dem besten Chemnitzer die Spielfreude nehmen: nach gut 50 Minuten wurde Steinmann in der eigenen Hälfte von den Beinen geholt, was die erste Gelbe des Spiel nach sich zog. Zwei Minuten später, ähnlicher Tatort, gleiches Opfer, nächste Gelbe. Danach kam eine kurze aber heftige Druckphase der Gäste: über die linke Angriffsseite kommt der Ball in den CFC-Strafraum, Conrad kann gerade noch klären. Der Ball landet aber wieder bei den Gästen, und Dem muss auf Kosten einer Ecke klären. Glücklicherweise geht der anschließende Kopfball drüber.
Nach einer knappen Viertelstunde gab es die ersten Offensivbemühungen der Himmelblauen in der zweiten Spielhälfte. Bittroff bringt den Ball von der linken Seite in die Mitte, der abgewehrte Ball landet bei Scheffel und er bringt die Kugel vom Strafraumeck hoch an den langen Pfosten auf den Kopf von Frahn – 4:1 (58.). Nun sollte doch wohl etwas Ruhe einkehren, aber weit gefehlt. Das Spielchen ging munter weiter, und nun wollte der CFC noch ein Tor erzwingen. Innerhalb von zwei Minuten gab es gleich vier Chancen. Cincotta, Dem und 2x Steinmann scheiterten jedoch an der Abwehr oder an sich selbst.
Nach 70 Minuten wurde die gute Stimmung auf dem Rasen und auf den Rängen jäh unterbrochen. Scheffel geht bei einem normalen Zweikampf an der Mittellinie plötzlich zu Boden und hielt sich das Knie. Für ihn ging es nicht mehr weiter, unter den aufmunternden Worten seiner Mitspieler und des Publikums musste er ausgewechselt werden, für ihn kam Röseler auf die Position des Rechtsverteidigers. Bleibt nur zu hoffen, dass die Verletzung nicht so schlimm ist wie beim letzten Mal, alles Gute Tom! Während es auf den Rängen danach doch deutlich ruhiger wurde, blieb das Tempo auf dem Feld hoch. Steinmann setzt sich auf Links schön durch und bringt den Ball zum zentral vorm Strafraum stehenden Türpitz, der das Spielgerät steil auf Cincotta schiebt. Der Mainzer Abwehr ging das scheinbar zu schnell, sodass sie sich nicht anders zu helfen wussten als Cincotta einfach von der Seite um zugrätschen – Elfmeter. Türpitz griff sich den Ball und verwandelte mit einem satten Schuss zum 5:1, wobei der Torwart aber fast dran war (77.).
Aber auch jetzt gaben sich die Gäste nicht auf und kamen noch zu zwei Gelegenheiten. Auf der rechten Seite kann ein Spieler unbedrängt flanken, zum Glück kommt sein Mitspieler im Zentrum einen Schritt zu spät. Anschließend segelt noch ein Ball hoch in die Strafraummitte, Conrad kann diesen per Kopf abwehren, aber leider direkt in die Mitte vor die Füße eines Gegners, der knapp über das Gehäuse zielt.
Dann noch eine unschöne Szene, weit in der Mainzer Hälfte an der Auslinie grätscht Wachs mit gestreckten Beinen von hinten Steinmann um, da blieb dem (unauffälligen und guten) Schiri keine andere Wahl als die Rote Karte zu ziehen. In den letzten Minuten durfte dann noch Dartsch für Türpitz ran. Steinmann zeigte sein gutes Engagement bis zur Schlussminute, noch ein Torschuss (zur Ecke geklärt) und eine Schussvorlage für Dartsch waren zu sehen. Angesichts des klaren Spielstandes verzichtete der Schiri auf eine lange Nachspielzeit und Pfiff pünktlich ab.

Fazit: Kurzweiliges Spiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten sowie Toren, untermalt mit einigen schönen Spielzügen. Nicht unbeachtet sollte aber bleiben, dass ein besserer Gegner die Abwehrschwächen des CFC, speziell in Halbzeit 1, wohl mehr bestraft hätte. Insofern war das Ergebnis etwas eindeutiger als der Spielverlauf.

Wertung: 2,5

Beste Himmelblaue: Steinmann, Dem, Frahn

Trainerstimmen

Sandro Schwarz (Mainz II) bei MDR Online:
"Fünf Gegentore, drei aus Standards, plus zwei aus Ballverlusten und dann noch eine rote Karte – aus unserer Sicht war das ein komplett gebrauchter Fußballsamstag. Wir sind ganz gut in die Partie hinein gekommen und nach dem Ausgleich hatte ich auch ein gutes Gefühl. Aber prompt kassierten wir das 1:3. Wir hatten viel Ballbesitz, konnten aber daraus kein Kapital schlagen. Für die zweite Halbzeit hatten wir uns viel vorgenommen, wollten über die Flügel viel Druck erzeugen, aber nach dem 1:4 wurde es immer schwieriger und Chemnitz spielte sich regelrecht in einen Rausch. Aus meiner Sicht ist das Ergebnis etwas zu hoch."

Sven Köhler (CFC) bei MDR Online:
"Mit der schnellen Führung hatten wir einen guten Start, aber auch wenn es sicherlich komisch klingt, war es bis zum 4:1 ein enges Spiel. Wir haben in meiner Amtszeit gegen die bislang beste Mannschaft gespielt. In der zweiten Halbzeit hat Mainz viel Druck gemacht, aber wir haben mir Leidenschaft verteidigt und fast keine Torchance zugelassen. Nach zwanzig Minuten Passivität in der zweiten Halbzeit wurden wir wieder aktiver und haben mit Glück im richtigen Moment das 4:1 erzielt. Basis des heutigen Erfolges war das sehr aktive Verteidigen der gesamten Mannschaft."

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