Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:0SG Sonnenhof Großaspach
SG Sonnenhof Großaspach
1. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Samstag, 30. Juli 2016, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 7.228
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach)
Chemnitzer FCTorfolgeSG Sonnenhof Großaspach
T Kunz
A Bittroff
A Endres
A Conrad
A GroteGelbe Karte
M Jopek (67. Stenzel)
M DannebergGelbrote Karte
M TürpitzGelbe Karte (78. Hansch)
M Fink (57. Baumgart)
M Mast
S Frahn

Trainer: Köhler
Tore Fehlanzeige

Besondere Vorkommnisse:
Gelb-Rote Karte für Danneberg (83.)

T Broll
A Schiek
A Leist
A GehringGelbe Karte
A Landeka (83. RöttgerGelbe Karte)
M SohmGelbe Karte
M KrauseGelbe Karte
M HägeleGelbe Karte
M Lorch
M Röser (70. Jüllich)
S Breier (55. Aschauer)

Trainer: Zapel
Spielbericht

Testspieleinstellung beim Punktspielstart

Von -jb-

50 Jahre Meistersaison – unter diesem Motto stand die Choreo der Südkurve mit einem entsprechenden Spruchband in dezentem schwarz-weiß sowie vielen hellblauen und weißen Luftballons, Fahnen und vier Folienbahnen. Über 7.200 Zuschauer sind bei diesem Gegner ein guter Wert, wobei die Gäste mit handgezählten 24 Leuten wohl ihren zahlenmäßig besten Auftritt in Chemnitz hinlegten. Zumindest auf den Rängen fing die Saison also ganz gut an (und die Stimmung blieb weite Teile des Spiels gut), aber auch auf dem Rasen waren die ersten Minuten ganz vielversprechend.

Schicke Choreo zu Ehren 50 Jahre Meistersaison Sven Köhler schickte mit Grote, Mast und Jopek drei Neuzugänge aufs Feld, Mbende und Hansch fanden sich auf der Bank wieder und Reinhardt (krank), Breitfelder und Rodriguez auf der Tribüne. Im Vorfeld wurde ja gelegentlich angesprochen, dass Grote in den letzten Jahren meist im offensiven Teil der linken Außenbahn agierte und nicht in der Abwehr. Gleich in der ersten Minute bewies er diesen Offensivdrang und setzte einen Gästespieler an dessen Eckfahne unter Druck, leider gab es nur Abstoß. Damit war aber die Marschrichtung zu Spielbeginn klar, und besonders die linke Seite wusste am Anfang zu überzeugen. Nach fünf Minuten setzte Mast gut gegen die Gäste nach und erkämpfte den Ball, sein Pass auf den eingerückten Türpitz kam gut an, aber dessen Schuss ging einige Meter über das Gästetor.

In der 11. Minute schlägt Türpitz einen Eckball hoch Richtung Elfmeterpunkt, dort kommt ein Himmeblauer zum Kopfball und dieser wird vermeintlich von der Hand eines Großaspachers geblockt – aber die Pfeife blieb stumm. Schwer zu sehen, allerdings war die Entfernung zwischen Kopfball und Arm auch sehr kurz, insofern wohl vertretbar nicht zu pfeifen. Die erste auffällige Aktion der Gäste dann nach einer knappen Viertelstunde. Frahn foult den Ex-Chemnitzer Landeka an der Mittellinie, klarer Freistoß. Nach dem Aufstehen jedoch stieß Landeka Frahn mit dem Ellenbogen, der Schiri konnte es leider nicht sehen (vielleicht prüft es ja der DFB im Nachhinein, sofern es Bilder geben sollte). Wenige Minuten später wurde Türpitz etwa 24 Meter vor dem Gästetor von den Beinen geholt und Anton Fink trat zum Freistoß an. Der war nicht schlecht geschossen, aber der Torwart ahnte die Ecke und konnte den Ball fangen. Kevin Kunz durfte dann nach 20 Minuten das erste Mal mitspielen, einen (noch) harmlosen Konter fing er problemlos ab. Das Tempo der ersten 20 Minuten konnte nun nicht weiter aufrecht erhalten werden. Trotzdem hatte der CFC die Lage im Griff, Jopek brachte einen schönen hohen Ball auf Frahn, der ziemlich allein am Fünfmeterraum stand. Leider sprang ihm der Ball bei der Annahme etwas zu weit weg, so dass Broll im Großaspacher Tor klären konnte. Auch Mast, schön von Fink geschickt, scheiterte mit einem Versuch.

Nach einer halben Stunde zeigten die Gäste auf einmal, dass sie auch nach vorne spielen können. Innerhalb von 3 Minuten gab es drei Ecken und zwei sehr gute Möglichkeiten, die Kunz jeweils parierte, darunter einen verdeckten und gefährlichen Schuss aus über 30 Metern. Der CFC versuchte sich nun mit einem Konter, Fink wieder mit einem guten Pass, dieses Mal auf den zentral in den 16er laufenden Türpitz. Anstatt zu schießen wollte er einen Gegenspieler per Pirouette aussteigen lassen, verlor dabei jedoch den Ball an einen anderen Gegner. Aus dieser Situation entsteht ein langer Ball Richtung CFC-Strafraum, Conrad kann den Ball per Kopf vor einen Großaspacher Richtung Eckfahne köpfen. Im Prinzip keine Gefahr, genug Zeit damit ein anderer Abwehrspieler den Ball erläuft und es mit eigenen Ballbesitz weitergeht. Nur kam kein Mitspieler, da der dort zuständige Grote wieder sehr weit vorne unterwegs war. Erwähnenswert ist die Situation deshalb, weil es Ecke gab und diese fast die Gästeführung brachte, Kunz und Türpitz konnten zusammen gerade noch den Ball von der Linie kratzen, das war in der 37. Minute. Dann beruhigte sich das Spiel wieder, bis zur Pause gab es vom CFC noch zwei sehr schön anzuschauende Ballstafetten, allerdings ohne den nötigen Zug zum Tor. Aber schnellen technisch sauberen Fußball können unserer Kicker scheinbar schon spielen. Ansonsten fiel bei den Gästen weiter Landeka mit mehrere fragwürdigen Szenen (Schauspielerei, Rumgejammer, Gemecker) auf, leider ließ der Schiri dort die nötige Konsequenz vermissen.

Daniel Frahn hatte zweimal die Führung auf den Schlappen Beide Mannschaften kamen ohne Wechsel wieder auf den Platz, lediglich der Spielfluss schien in der Kabine geblieben zu sein. Die ersten Minuten waren sehr zerfahren und es gab nun auch die ersten Gelben Karten, beim CFC für Türpitz für ein taktisches Foul nach eigenem Ballverlust. Es dauerte 10 Minuten bis zur ersten Chance, und die hatten die Gäste. Ein Konter wird von Links schön abgeschlossen, aber der Ball zappelt zur Erleichterung der CFC-Fans nur am Außennetz. Das schien den CFC nun etwas wach zu rütteln. Eine Flanke von Türpitz konnte Broll abfangen, kurz darauf dann etwas undurchsichtiges Gewimmel im Strafraum. Mast bleibt am Ball, legt zurück auf Danneberg und der wird in seiner Ballannahme gestört und kommt zu Fall. Er reklamierte heftig und lange Elfmeter (dafür gab es dann berechtigt Gelb), aber es war wohl eher kein Foul. In der 62. Minute versucht sich Baumgart (der kurz davor für den noch nicht ganz fitten Fink ins Spiel kam) mit einem Schuss, zielte aber zu hoch. Drei Minuten später versuchte sich der in einigen Szenen auffällige Mast mit einem Solo gegen zwei Gegner, anstelle auf den durchstartenden Grote abzulegen. Folge: Ballverlust, Grote muss hinterhersprinten und das taktische Foul spielen – nächste Gelbe. Die beste Chance des CFC hatte dann Frahn nach 68 Minuten, er wird nach schnellem Schalten von Baumgart durch Türpitz steil geschickt und setzt sich im Laufduell gegen zwei Gegenspieler durch, schießt den Ball volley leider einen halben Meter über das Tor. Die war zugleich die letzte nennenswerte Szene des CFC vor der Nachspielzeit, sprich gut 20 Minuten Leerlauf in Himmelblau, fast wie in der ersten Halbzeit. Und die Gäste? Kamen noch zu drei guten Möglichkeiten, Conrad und Bittroff leiteten je eine Chance per unnötigem Ballverlust ein, und zu guter Letzt gab es noch einen Konter über die linke Abwehrseite des CFC, Kunz kann gerade noch seinen Fuß ausfahren und damit die Gästeführung verhindern (85.) – stark!

Danneberg durfte kurz zuvor bereits unter die Dusche, nach einem Ballverlust im Mittelfeld grätschte er am Boden liegend seinem Gegner hinterher – Gelb/Rot. Schwer zu sagen, ob er den Platzverweis mit einem taktischen Foul in Kauf genommen hat oder ob in er Aktion eher Frust steckte. Es standen schon 92:30 auf der Uhr (eigentlich gab es gar keinen Grund so lange nachspielen zu lassen), da bekam der CFC noch einen Freistoß zentral knapp vor der Strafraumgrenze. Da mit Fink und Türpitz zwei etatmäßige Schützen ausgewechselt waren durfte Grote mit Links ran. Er versuchte es zur Abwechslung mal flach, und das war gefährlich. Leicht abgefälscht ging der Ball nur Zentimeter am Tor vorbei, die anschließende Ecke brachte nichts mehr.
Abseits des Stadions kam noch die Frage auf, was einen Autofahrer wohl bewegt, am Rande eines CFC-Heimspiels in Sichtweite des Stadions ein Fahrzeug mit einem Aufkleber des ERZ-Feindes zu parken – schlichtweg dreist oder unfassbar naiv? Aber es ist scheinbar gutgegangen…

Fazit: Einige Spieler schienen noch im Testspielmodus. Unnötiges Dribbling hier, blöder Ballverlust dort, die letzte Konsequenz in manchem Zweikampf fehlte. Potential wurde mehrfach angedeutet, aber das reicht eben in der Liga nicht. Eine positive Sache kann man dem Ergebnis aber doch abgewinnen: am 06. August 1966 gab es auch ein 0:0 des FCK – es war der erste Spieltag der Meistersaison…

Wertung: 3,5

Beste Himmelblaue: Frahn, Kunz

Trainerstimmen

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Es hat nichts mit Wertigkeit zu tun. Großaspach - das klingt nicht gerade groß. Aber sie haben letztes Jahr und auch heute richtig guten Fußball gespielt. 25 Minuten haben wir zielstrebig und organisiert und mit Zug nach vorn gespielt und haben uns auch mehrere Chancen erarbeitet. Bei der Frahn-Aktion im Großaspacher Strafraum war sicherlich auch ein Handspiel mit dabei. Danach kam Großaspach immer besser ins Spiel und wir müssen uns bei Kevin Kunz bedanken, der drei bis vier Situationen großartig gemeistert hat. Das 0:0 geht in Ordnung, auch wenn wir gern mit drei Punkten gestartet wären."

Oliver Zapel (SGS) bei mdr.de:
"Es war ein richtig gutes Spiel meiner Mannschaft am heutigen Tag und wir hätten unsere Leistung auch in den Schlussminuten noch krönen können. Die zweite Halbzeit war von uns noch besser gespielt als die erste. Meine Mannschaft hat eine sehr gute Leistung geboten. Wir haben mit viel Mut, Herz und Leidenschaft gespielt."

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