Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC2:1FSV Frankfurt
FSV Frankfurt
3. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Mittwoch, 10. August 2016, 19:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 6.879
Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Frankfurt
T Kunz
A Bittroff
A EndresGelbe Karte
A ConradGelbe Karte
A Grote
M Reinhardt (73. Danneberg)
M Dem
M Türpitz (78. Baumgart)
M Fink (85. Hansch)
M Mast
S FrahnGelbe Karte

Trainer: Köhler
1:0 Fink (6./Foulelfer)
1:1 Ornatelli (43.)
2:1 Fink (68.)

T Pirson
A Schachten
A Heitmeier
A SchorchGelbe Karte (57. Schäfer)
A Corbin-Ong
M Y. Stark
M StrekerGelbe Karte
M Bahn (77. Deville)
M Ornatelli
M Barry (62. Chihi)
S Schleusener

Trainer: Vrabec
Spielbericht

Zwei himmelblaue Gesichter

Von Matthias Mally

Am 10.08.2016, dem Geburtstag unseres Kapitäns Conrad, gastierte der fast schon unbemerkt jahrelange Zweitligist und Absteiger FSV Frankfurt auf der FIWI. Wohingegen die Mannschaft von Chefcoach Sven Köhler vor der Saison punktuell verstärkt wurde, gab es auf Frankfurter Seite nach dem Abstieg einen nahezu kompletten Austausch des Kaders. Beide Mannschaften starteten sieglos in die Saison und wollten nun die ersten drei Punkte einfahren.

Beim CFC rückte Dem für Jopek zurück in die Stammelf. Die Gäste mussten kurzfristig auf ihren Kapitän Ochs verzichten, der durch den namentlich bezogen verrissenen Schachten ersetzt wurde. Das erste Highlight lies gerade mal 5 Minuten auf sich warten. Der ehemalige Madrilene Schorch rammte Frahn im Strafraum um – Elfmeter, den Fink sicher verwandelte. Wer nun dachte, das der Führungstreffer für Sicherheit im himmelblauen Spiel sorgte, sah sich eines besseren belehrt. Bereits im Gegenzug verpassten die Gäste den Ausgleich denkbar knapp. Nach Minuten des Leerlaufs auf beiden Seiten zog der Gast das Spiel immer mehr an sich. Dies wurde auch durch fehlendes Engagement und schlechter Raumaufteilung zwischen dem Abwehr- und Angriffsverbund der Gastgeber unterstützt. Ein ums andere mal zwang der Gast durch frühes Pressing die Himmelblauen zu Fehlern. Einen davon nutzen die Hessen in der 33. Minute fast zum Ausgleich. Ausgangspunkt war ein katastrophaler Abspielfehler von Bittroff. Es dauerte eine halbe Stunde, bis die Mannen von Sven Köhler etwas in der Offensive zu Stande bekamen. Der Volleyschuss von Türpitz nach Vorlage von Fink ging jedoch über das Tor. In dieser Phase war man dankbar für solch eine Gelegenheit – hatte der Club seit dem Führungstreffer doch jedes offensive Bemühen eingestellt. Kurz vor der Pause kam es wie es kommen musste. Viel zu einfach spielten sich die Gäste durch die himmelblaue Hintermannschaft. Ornatelli sorgte von halblinks für das 1 zu 1, mit dem es unter vereinzelten Pfiffen auch in die Pause ging.

Die ersten Minuten der 2. Halbzeit begannen so wie die erste aufgehört hatte. Frankfurt im Vorwärtsgang, der Club hechelte behäbig hinterher. Jedoch fing sich unsere Mannschaft schnell und bestimmte fortan die Partie. Von den Gästen kam keine nennenswerte Offensivaktion mehr. Im Vergleich zu der 1. Halbzeit agierte der CFC nun mit mehr Laufbereitschaft, Leidenschaften und dem spürbaren Willen, die ersten 3 Punkte der noch jungen Saison einzufahren. In der 56. Minute hatten die Fans den Torschrei bereits auf den Lippen. Eine scharfe Hereingabe des in der ersten Halbzeit noch schwachen Türpitz verpasste das Laufwunder Frahn nur denkbar knapp. So war es erneut dem himmelblauen Fußballgott vorbehalten, für die inzwischen verdiente Führung zu sorgen. In der 68. Minute zirkelte Fink einen Freistoß mittig vor dem Tor aus gut 20 Metern ins rechte untere Eck. Im Gegensatz zu der 1. Hälfte lies der CFC nun nicht nach und hatte durch die eingewechselten Hansch und Baumgart sowie Frahn noch die Chance, den Sieg am Ende deutlicher ausfallen zu lassen.

Fazit: 2 Gute Halbzeiten in den ersten 3 Spielen genügen, um vorübergehend von Platz 5 zu grüßen. Ähnlich wie in Halle zeigte der CFC gegen Frankfurt 2 Gesichter. Während die erste Halbzeit behäbig und mutlos wirkte sowie haarsträubende individuelle Fehler das Geschehen prägten, glänzte das Auftreten in Halbzeit 2 mit Leidenschaft, Laufbereitschaft und erkennbaren Siegeswille. Das dabei Spielerisch noch nicht alles klappte, konnte in Anbetracht der insgesamt überzeugenden Leistung nach dem Seitenwechsel verziehen werden. Neben dem Fußballgott Anton Fink ist auch die Leistung von Daniel Frahn zu erwähnen. „Solang ich nicht umfalle, renne ich“. In seinem Fall keine leere Floskel, sondern beeindruckende Realität.

Wertung: 2,5 - Schlimme 60, begeisternde 30 Minuten.

Beste Himmelblaue: Fink, Frahn, Kunz

Trainerstimmen

Roland Vrabec (FSV) auf der FSV-Homepage:
"Ich bin nach dem Spiel sehr verärgert. Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, obwohl wir sehr früh in Rückstand geraten sind. Wir haben in der ersten Hälfte klar das Spiel bestimmt und uns mit dem 1:1 belohnt. Dann sind wir auch recht gut aus der Kabine gekommen und hatten dann plötzlich, wie gegen Erfurt, einen riesigen Bruch in unserem Spiel. Wir lassen uns von ein paar verlorenen Zweikämpfen beeindrucken und kommen nicht mehr ins Spiel. Das führt dann dazu, dass der Gegner aufkommt und das 2:1 macht. Wir haben das Spiel in meinen Augen völlig unnötig aus der Hand gegeben und konnten einfach nicht mehr an die erste Halbzeit anknüpfen."

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Das schnelle 1:0 hat uns leider nicht das Selbstvertrauen gegeben, wie ich es mir erwünscht hätte. Wir waren zu passiv und Frankfurt markierte vor der Pause verdient das 1:1. Unser Gast ist fünf Minuten lang besser aus der Kabine gekommen. Aber dann hat meine Mannschaft all das gezeigt, was ich mir von ihr gewünscht habe: Herz, Leidenschaft, hohe Laufbereitschaft, die gesamte Mannschaft ist aktiv den Gegner angelaufen. Und so haben wir uns viele Möglichkeiten erarbeitet. Am Ende war es ein verdienter Sieg."

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