Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
SC Fortuna Köln
SC Fortuna Köln1:0Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
6. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Samstag, 10. September 2016, 14:00 Uhr
Südstadion, Köln
Zuschauer: 1.487
Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)
SC Fortuna KölnTorfolgeChemnitzer FC
T Poggenborg
A Koruk (67. Alibaz)
A Uaferro
A Pazurek
A Oliveira Souza (87. Kessel)
M Andersen
M Kwame
M Mimbala
M Bender
S Dahmani
S Kegel (77. Hörnig)

Trainer: Koschinat
1:0 Oliveira Souza (33.)

T Kunz
A Bittroff
A Endres
A Conrad
A Grote (77. Türpitz)
M Jopek (68. Danneberg)
M Dem
M Mast (46. Hansch)
M Fink
M Cincotta
S Frahn

Trainer: Köhler
Spielbericht

Schlechte Leistung und Niederlage

Von Thorti

Die Sonne strahlte unerbittlich auf die rund 80 himmelblauen Anhänger nieder. Der Gastgeber entpuppte sich erneut als ein schlechter, da man den durstigen Kehlen neben Softgetränken, die größte Sünde der Braukunst offerierte = alkoholfreies Bier…, ach nein, Kölsch.
Das war aber nur einer von vielen negativen Faktoren, die diesen Nachmittag im Kölner Südstadion zu einem Erlebnis alá „schnell abhaken und vergessen“ machten.

Unsere Mannschaft kommt nicht aus den Hufen, selbst eine mittelmäßige Mannschaft als Gegner ist nicht zu besiegen. Der Auftritt insgesamt war viel zu behäbig, kaum zwingende Aktionen vor des Gegner´s Tor, kaum schnelle Spielzüge, kaum Anspielstationen, kaum Pressing / Druck auf den Gegner, kaum Überraschungsmomente… das konnten wir im Endspurt der vergangenen Saison schon mal deutlich besser und effektiver.
Wurden im Frühjahr die Gegner noch förmlich überrannt und niedergekämpft, von einer CFC- Mannschaft, die jeden Ball haben wollte, die jeden Zweikampf suchte, die schnell umschaltete, die sich die Lunge aus dem Leib rannte und so diese beeindruckende Sieges- Serie in Richtung Platz 6 startete, so zaghaft, uninspiriert und langsam agieren wir heute.

Das wirft Fragen auf. Wo ist diese Energie, dieser (Sieges-) Willen hin? Was ist passiert, was spielt sich hier ab? :-)

Der Club legte meines Erachtens den Grundstein für das Leistungshoch im Frühjahr, bereits zur Jahreswende, als man endlich auf moderne Trainings- Methoden und einen neuen Fitness- Coach setzte. Solch eine Arbeit zahlt sich nicht schon sofort, so aber doch nach einigen Wochen aus. Das war deutlich zu sehen, die Spieler waren fitter, spritziger, strotzten nur so vor Energie und folglich auch vor Selbstbewusstsein… mit den bekannten und erfreulichen Folgen.

Was nun genau dazu geführt hat, zum alten Trott zurück zu kehren und den vorherigen, 73 jährigen Fitnesstrainer zu reaktivieren, infolge dessen den erst im Winter verpflichteten und erfolgreichen Mann von dannen ziehen zu lassen, ist nicht bekannt. Vor allen Dingen ist es nicht nachvollziehbar.

Bekannt sind hingegen die Folgen: die Mannschaft hat definitiv ein Fitnessproblem. In der Vorbereitung sind nicht die Grundlagen gelegt worden, die unabdingbar sind, eine erfolgreiche Saison spielen zu können. Erfolg muss man sich erARBEITEN, zunächst in der Vorbereitung, aber auch in der täglichen ARBEIT. Was haben die Spieler im Trainingslager in Belek geackert, gestöhnt und geächzt, unter den neuen Belastungen… dadurch eine kaum für möglich gehaltene Leistungssteigerung im Laufe der Rückrunde erzielt.
Nun stehen wir da, wo wir vorher schon standen: Heutzutage finden sich kaum Anspielstationen – niemand läuft sich aktiv frei, heutzutage greifen wir den Gegner nicht mehr so früh / aggressiv an und zwingen ihn so zu Fehlern, heutzutage schalten wir nicht mehr schnell um, heutzutage führen wir die Zweikämpfe nicht mehr so kompromisslos… die Ursache liegt auf der Hand: die Spieler sind nicht austrainiert, nicht fit genug.

Unser Kader birgt eine enorme, individuelle Qualität. Das war bei den Kadern zuvor auch der Fall. Wir haben mit Sven Köhler einen erfahrenen Trainer auf den erfahrenen Heine folgen lassen, mit dem „Erfolg“, dass sich nach dem zwischenzeitlichen Hoch, alles wieder auf dem Niveau „Platz 8- 15 in Liga 3“ eingependelt hat. Das hat Ursachen.

Hinzu kommt, dass offensichtlich nicht alle Neuzugänge den Erwartungen = Verstärkungen gerecht werden (können).
Dennis Mast ist sichtlich redlich bemüht, Gas zu geben, aber er ist doch recht limitiert (Nervös?) und wird wohl nicht zu DEM Schlüsselspieler für uns.
Björn Jopek ist sicher ein guter Techniker, aber er ist viel zu langsam. Er erweckt auch nicht den Eindruck, alles aus sich heraus zu holen.
Dennis Grote, als der Name auftauchte, konnte man leichte Hoffnungen hegen, die Schwachstelle hinten links endlich beheben zu können. Naja, bisher war das noch deutlich zu wenig, vor allem im Stellungsspiel und im Aufbauspiel („tödliche“ Fehlpässe) hinkt Grote den Erwartungen weit hinterher.
Über die „Leistungen“ von Julius Reinhardt beschränke ich mich lieber darauf, den Mantel des Schweigens zu legen.

Spätestens die Niederlage von Köln sollte die sportlich Verantwortlichen dazu animieren, sich Gedanken über die Trainingsarbeit, vor allem über deren Intensität zu machen. Zu viele Punkte hat unsere Mannschaft bereits gegen Gegner liegen gelassen, die sich unsere Jungs, in der Form der späten Rückrunde 2016, mit Sicherheit geholt hätten. Hier gilt es Ursachenforschung zu betreiben und die notwendigen (auch personellen) Konsequenzen zu ziehen. Herr Köhler bitte handeln sie.

Verschwiegen werden sollen zwei / drei Großchancen unserer Himmelblauen in Köln natürlich nicht. Bevor die Fortunen in der 33. Minute in Führung gingen, hätten Daniel Frahn und Cincotta für eine CFC- Führung sorgen können. In Halbzeit 2 hätte dann noch Dem per Brust eindrücken können, aber auch dies misslang.

Insgesamt ein maues Spiel beider Teams, mit wenigen Höhepunkten, mit wenigen interessanten Momenten, mit null Stimmung im Stadion und mit alkoholfreiem Kölsch… Ein Stadionbesuch, den man sich getrost hätte sparen können. Daher ein großer Dank an die Unentwegten, dass die Mannschaft bei der Verabschiedung am Zaun von Unmutsäußerungen verschont wurde und man eher schweigend abklatschte.

Fazit: Es kann nur und es muss besser werden.

Wertung: 5

Beste Himmelblaue: : Kevin Kunz, mit Abstrichen Cincotta, Daniel Frahn und Kapitän Kevin Conrad

Pressestimmen

Kicker-Online

Oliveira Souzas Abstauber bremst Chemnitz aus

Fortuna Köln erkämpfte sich in einem ausgeglichenen Spiel gegen den Chemnitzer FC den vierten Sieg im sechsten Saisonspiel. Das Tor des Tages im Kölner Südstadion erzielte Oliveira Souza. Der CFC hatte durchaus Möglichkeiten zum Ausgleich, trat die Heimreise aber mit leeren Händen an und bleibt im hinteren Mittelfeld der Tabelle hängen. [..] CFC-Trainer Köhler brachte nach der Pause Hansch für Mast, die Gäste hatten durch einen Fink-Schuss auch gleich die erste Möglichkeit. So sehr sich der CFC aber auch bemühte, Köln stand sicher und ließ bis auf einen Fink-Freistoß nach einer knappen Stunde nichts anbrennen. Mit zunehmender Dauer übernahm die Koschinat-Elf das Kommando und hatte durch Dahmani frei vor Kunz die Chance zur Vorentscheidung (67.). Das hätte sich fast gerächt, doch Dem drückte eine Flanke mit der Brust um Zentimeter am Tor vorbei. [..]

Freie Presse

Ideenlos, glücklos, ratlos - beim CFC wirds ungemütlich

[..] "Für uns ist die Niederlage sehr ärgerlich. Jetzt nimmt der Druck zu", wusste Köhler, dass es vor dem Derby gegen den FSV Zwickau am kommenden Freitag keine so ruhigen Tage im Chemnitzer Sportforum werden. "Nach dem Gegentreffer hatten wir bis zur Pause am Rückstand zu knabbern. Nach dem Wechsel hatten wir die eine oder andere Möglichkeit, doch es fehlte die richtige spielerische Linie. Am Ende ist es sehr ärgerlich, dass wir ohne Punkte nach Hause fahren müssen", sagte Köhler. [..] In einem Moment, als die Chemnitzer Spieler zu optimistisch nach vorn stürmten und sich einen Fehlpass im Spielaufbau leisteten, packten die Domstädter einen Konter aus. Cauly Oliviera Souza drückte eine Eingabe von Hamdi Dahmani aus Nahdistanz zum 1:0 über die Linie. [..] Den Chemnitzern war anzumerken, dass sie nun vor der überschaubaren Kulisse von 1487 Zuschauern, darunter rund 150 aus Chemnitz, mehr nach vorn tun wollten. Aber mehr als ein Freistoß von der Strafraumgrenze, den Anton Fink über die Querlatte beförderte, sprang nicht heraus. [..]

Bild-Zeitung Chemnitz

Präsident Hänel spricht Klartext

Dr. Mathias Hänel (52), der Vereinsvorsitzende des CFC, ist bedient. Er sagt: „Das ist ein klassischer Fehlstart. Jeder kann sich ausmalen, was diese bisher ernüchternde Bilanz als Hochrechnung für die gesamte Saison bedeuten würde…“ [..] Dr. Hänel stellt klar: „Es wurden im Sommer genau die Transfers getätigt, die vom Trainer gewünscht waren. Da müssen auch die Ergebnisse kommen!“ [..] Dr. Hänel deutlich: „Wir haben bisher nicht das erreicht, was wir uns vorgenommen haben. Im Moment haben wir nur die schmerzliche Bestätigung dafür erhalten, dass das Etappenziel 45 Punkte eine realistische Marke ist. Erst wenn man die erreicht hat, kann man in Ruhe und mit Spaß an höheren Zielen arbeiten.“ CFC-Trainer Köhler und dessen Profis (u.a. mit den Neuzugängen Grote, Jopek, Mast, Reinhardt) werden in den nächsten Tagen während der Arbeit Druck und Unruhe spüren. [..]

Chemnitzer Morgenpost

Kapitän Conrad und der Frust des Fehlstarts

„Wir dürfen hier nicht verlieren. Einen Sieg hätten wir aber auch nicht verdient gehabt“, befand CFC-Kapitän Kevin Conrad nach der zweiten 0:1-Niederlage in Folge. Vor 1487 Zuschauern im Kölner Südstadion passten die Himmelblauen vor der Pause einmal nicht auf, war ihre Grundordnung für wenige Sekunden verloren gegangen, was die Platzherren umgehend bestraften. Vor dem 0:1 zeigten die Gäste die spielerisch bessere Leistung. Nach dem Rückstand wirkten sie zunehmend ratlos. In ihren Offensivbemühungen blieb vieles nur Stückwerk. [..]

Trainerstimmen

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Es ist sehr ärgerlich, dass wir zuletzt zweimal knapp verloren haben. Bis zur Führung war das Spiel ausgeglichen - wir hatten durch Frahn und Cincotta zwei gute Chancen zur Führung. In der zweiten Halbzeit mussten wir mehr riskieren, weshalb Köln immer wieder durch Konter gefährlich war. Es tut sehr weh und es ist allen klar, dass jetzt Unruhe entstehen wird."

Uwe Koschinat (Köln) bei mdr.de:
"Wir haben eine hohe Intensität an den Tag gelegt und beim entscheidenden Konter Ruhe bewahrt. Dass die Chemnitzer individuell sehr stark sind, wussten wir. Wir hatten insgesamt viel Glück und ich bin sehr froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Als verdienten Sieg würde ich das Ergebnis aber heute nicht bezeichnen."

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