Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
SC Paderborn
SC Paderborn4:2Chemnitzer FC
Chemnitzer FC
8. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Mittwoch, 21. September 2016, 18:30 Uhr
Benteler-Arena, Paderborn
Zuschauer: 4.203
Schiedsrichter: Skorczyk (Braunschweig)
SC PaderbornTorfolgeChemnitzer FC
T Kruse
A Zolinski
A Sebastian
A Strohdiek
A BertelsGelbe Karte
M Bickel (72. VucinovicGelbe Karte)
M KruskaGelbe Karte
M SchonlauGelbe Karte (83. Krauße)
M Michel
S DedicGelbe Karte
S van der Biezen (69. Piossek)

Trainer: Müller
0:1 Hansch (42.)
1:1 Conrad (47./Eigentor)
2:1 Dedic (48.)
3:1 Dedic (56.)
3:2 Danneberg (59.)
4:2 Michel (68.)

T Kunz
A StenzelGelbe Karte
A Endres
A ConradGelbe Karte
A Koch (66. Grote)
M Dem
M Danneberg
M TürpitzGelbe Karte
M Fink
M Cincotta (72. Mast)
S Hansch (74. Frahn)

Trainer: Köhler
Spielbericht

Couragierter Auftritt mit bösen Schlafeinlagen

Von Frank Neubert

Beim Zweitligaabsteiger SC Paderborn gab es für die Himmelblauen die dritte Niederlage in der noch jungen Saison. CFC-Coach Sven Köhler hatte jene Elf auf den Rasen gestellt, die bereits gegen Zwickau begonnen hatte - außer Daniel Frahn, denn der wurde in der Nacht vor dem Spiel Vater und saß wegen kurzfristiger Hin- und Rückfahrt zehn Stunden im Auto. Für ihn durfte Hansch in die Startelf. Beide Teams bestachen von Beginn an durch eine - in der dritten Liga sehr selten zu beobachtende - offensive Spielweise. Kein Taktieren, kein Rasenschach, kein Abwehrbollwerk, sondern volle Pulle nach vorn. Dem hatte bereits nach zwei Minuten die Führung aber dem Fuß, aber Kruse im SCP-Tor bekam gegen den Tunnelversuch noch den Hintern auf den Ball. Auf der Gegenseite krachte ein Freistoß von Bickel (10.) an die Latte, sprang auf die Torlinie und wurde gerade noch zur Ecke geklärt. Riesendusel für den CFC! In der 25. Minute hielt man bei den Ostwestfalen die Luft an, als Hansch nach einer Danneberg-Flanke völlig frei zum Kopfball kam, aber das Tor knapp verfehlte. Und es wurde noch knapper - denn nach einer halben Stunde traf auch der Club das Aluminium, als Fink den Ball lang in den Strafraum schlenzte und dieser unberührt den langen Pfosten küsste. Kurz vor der Pause sollte endlich der erste Treffer fallen: Fink schickte Hansch steil, der zwei Abwehrspielern einfach davon lief und in die lange Ecke vollendete! 1:0 für Chemnitz!

Auch nach der Pause lief das Spiel munter und offensiv weiter. Allerdings mit einem beträchtlichen Haken - die CFC-Abwehr zeigte sich für das Offensiv-Feuerwerk der Hausherren einfach zu löchrig. Ein Bickel-Freistoß (47.) segelte in den Strafraum und Conrad an den Oberkörper, von da sprang das Leder an den Innenpfosten und zum 1:1 ins Netz. Okay, kann passieren, die Pechmarie zu Besuch im Strafraum. Was aber nicht passieren darf, ist, dass man beim Wiederanstoss völlig die Ordnung verliert und den SCP zum Doppelschlag kommen lässt. Nach einem Durchbruch auf der linken Seite und einem Heber über den allein gelassenen Kunz staubte Dedic am langen Pfosten völlig blank zum 2:1 ab. Und nur acht Minuten später erhöhte dieser Spieler zum 3:1, als Stenzel ihn im Strafraum nicht energisch genug attackierte und erneut zum Abschluß kommen ließ. Als Danneberg nur drei Minuten später ins SCP-Tor traf (3:2), keimte wieder Hoffnung auf, denn das muntere Spielchen gebar immer wieder Großchancen vor beiden Toren. Paderborn nutzte eine davon zum 4:2 durch Michel, auf der Gegenseite scheiterten Koch (62.), Dem aus Nahdistanz 69.) und Mast aus 35 Metern (82.) am sehr gut haltenden Kruse. Kurz vor Abpfiff kam der CFC noch zu drei Ecken in Folge, aber auch dies änderte nichts mehr am 4:2-Endstand.

Fazit: Blendet man die bösen Schlafeinlagen in der CFC-Abwehr kurz nach der Halbzeitpause einmal aus, könnte man dem Club einen couragierten und beherzten Auftritt bescheinigen. Es wurden Chancen herausgespielt und zwei davon genutzt. Allerdings wird dies niemals für Punkte reichen, solange die Abwehr nicht zu ihrer alten Stabilität zurückfindet. Fehler wie vor dem 2:1 und 3:1 dürfen in dieser Liga einfach nicht passieren. Gegen den Tabellenzweiten Osnabrück muss am Samstag auf jeden Fall eine deutliche Steigerung im Abwehrverhalten her!

Wertung: 3 (Angriff: 1,5 / Abwehr: 4,5)

Beste Himmelblaue: Dem, Hansch, Türpitz

Pressestimmen

Kicker-Online

Doppelpacker Dedic dreht irre Partie

Der SC Paderborn hat eine, vor allem in der zweiten Hälfte, ereignisreiche Drittliga-Partie gegen den Chemnitzer FC mit 4:2 für sich entschieden. Nachdem die Gäste aus Sachsen nach den ersten 45 Minuten mit 1:0 führten, drehten die Ostwestfalen durch einen Doppelschlag innerhalb von 60 Sekunden die Partie und brachten diese dann erfolgreich nach Hause. [..] Chemnitz witterte kurz Morgenluft, als Danneberg nach Türpitz-Flanke auf 2:3 verkürzte (59.). Doch die Hoffnungen von Hansch und Co. wurden jäh gebremst, als Michel im CFC-Strafraum unbedrängt abziehen durfte - 4:2 für Paderborn (68.). Chemnitz bot nun immer mehr Räume, Paderborn verlegte sich auf Konter. [..]

MDR-Online

CFC verliert turbulente Partie

[..] In der ersten Hälfte war es eine ausgeglichene Partie auf gutem Niveau. Beide Mannschaften spielten vor 4.203 Zuschauern schnörkellos nach vorn und suchten den Torabschluss. [..] Chemnitz spielte mutig und ging kurz vor der Pause in Führung. Anton Fink passte zu Hansch, der in den Strafraum zog und von halbrechts flach ins linke Eck traf (42.). [..] Nach dem Seitenwechsel überschlugen sich die Ereignisse. Paderborn drehte das Spiel innerhalb von einer Minute. Zunächst fälschte Conrad die Kugel unglücklich ins eigene Tor ab (47.). Dann nutzte Bickel einen Chemnitzer Ballverlust zu einer Vorlage auf Zlatko Dedic, der das 2:1 erzielte. [..] Chemnitz erhöhte in der Folge den Druck und wurde eiskalt erwischt. Paderborns Sven Michel ließ Kunz bei seinem Treffer zum 4:2-Endstand keine Abwehrchance (68.). Durch die frühen Gegentore war Chemnitz in der zweiten Halbzeit verunsichert und konnte das Spiel trotz guter Chancen nicht mehr umbiegen. [..]

Chemnitzer Morgenpost

Trotz Debüt-Tor von Hansch verliert der Chemnitzer FC

[..] Jamil Dem hatte nach 90 Sekunden die Führung auf dem Fuß, scheiterte an Paderborns Schlussmann Lukas Kruse. In der 10. Minute Riesendusel für die Gäste: Christian Bickel jagte einen 25-Meter-Freistoß ans Lattenkreuz. Eine Viertelstunde später war CFC-Keeper Kevin Kunz bereits geschlagen. Den Ball von Zlatko Dedic klärte Jan Koch vor der Torlinie. Dann hatten die Platzherren das Glück auf ihrer Seite: Anton Fink zog ab, Tim Danneberg verlängerte mit der Fußspitze - der Ball sprang an den Pfosten (31.). Es folgte der Auftritt von Hansch. Nach Steilpass von Fink platzierte er den Ball unhaltbar im langen Eck (42.). Der CFC ging vor 4203 Zuschauern mit einer Führung in die Pause! Die war innerhalb von 120 Sekunden futsch! Bickel schickte einen Freistoß in den Fünfmeterraum, Conrad klärte ins eigene Tor (47.). Es kam noch schlimmer! Nach dem Anstoß verlor der CFC sofort die Kugel. Der SCP konterte. Bickel lupfte vors Tor, Dedic drückte den Ball zum 2:1 über die Linie (48.). Acht Minuten später stand der Ex-Dresdner erneut goldrichtig und staubte zum 3:1 ab. [..]

Trainerstimmen

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Glückwunsch an Paderborn. Ich habe eine ordentliche erste Halbzeit beider Teams gesehen. Wir sind in Führung gegangen und mit dieser auch in die Halbzeit gekommen. Dann hatten wir eine Phase von drei Minuten, in der wir die Führung hergegeben haben. Ich hätte mir von meiner Hintermannschaft mehr Zugriff gewünscht, auch wenn die Paderborner das gut gespielt haben. In den entscheidenden Phasen hat Paderborn seine Qualität nachgewiesen."

Rene Müller (SCP) bei mdr.de:
"Es war ein intensives Spiel. Ich freue mich für die Mannschaft. Wir hatten das gewisse Quäntchen Glück. Es spricht für den Charakter einer Mannschaft, so aus der Halbzeit zu kommen, nachdem man zurücklag. Wir haben heute gegen einen guten Gegner gespielt. Jetzt wollen wir den Kopf freibekommen und regenerieren."

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