Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC0:1Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach
1. Runde - Eröffnungsspiel Fiwi 2.0 - Saison 2016/2017
Dienstag, 02. August 2016, 19:30 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 14.486
Schiedsrichter: Alexander Sather
Chemnitzer FCTorfolgeBorussia Mönchengladbach
T Tittel (46. Kleinheider)
A Mbende
A Conrad (46. Endres)
A Grote (46. Koch)
A Bittroff (46. Reinhardt)
M Fink (46. Hansch)
M Danneberg (46. Jopek)
M Türpitz (46. Baumgart)
M Stenzel
S Breitfelder (46. Mast)
S Rodriguez (46. FrahnGelbe Karte)

Trainer: Köhler
0:1 Raffael (91.)

T Sippel
A Korb (62. JantschkeGelbe Karte)
A Christensen (62. Van den Berg)
A Vestergaard (62. Strobl)
M Dahoud (62. Hofmann)
M Kramer (62. Elvedi)
M Traore (62. Johnson)
M Stindl (62. Sow)
M N. Schulz (62. Wendt)
S Hahn (62. Raffael)
S Hazard (62. Herrmann)

Trainer: Schubert
Spielbericht

Event, Arena, Eröffnung, 0:1

Von Pelzhut

Da wurde es nun also offiziell eröffnet, das neue STADION, die Arena, die dem neuen Namen nach Gemeinschaft für dich, also mich, also alle, verspricht. Etwa zweieinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich konnte am 2.8.2016 nun die komplette, in vielerlei Hinsicht gelungen erbaute Wettkampfstätte gefeiert werden. Und weil so eine Eröffnung etwas Besonderes ist, wurde solches auch besonderes begangen: Man hatte sich alte Haudegen und aktuelle Akteure eingeladen, für allerlei UNTERHALTUNG für die zahlreichen zahlreich zahlenden Zuschauer gesorgt und mit dem Borussia Verein für Leibesübungen 1900 e.V. aus Mönchengladbach sogar eine Fußballmannschaft herbeigerufen.

Zunächst durften, nachdem die werktätigen Bauarbeiter ihre letzten Dienste erfolgreich getan hatten, die ARBEITSLOSEN BAUARBEITER zeigen, dass sie mit szenespezifischen Texten und ordentlicher Musik jene LEIDENSCHAFT für und IDENTIFIKATION mit dem Verein haben, die man sich eben nicht über eine Agentur einkaufen kann. So folgte der nächste ACT STEREO, von der Aussage her aber eher mono über Eine, die immer lacht; sowas tut keinem weh und die Leute sind froh. Tipp an die Technik: AUF DER SÜD oben ist der Sound qualitativ eher unten, da versteht man wenig, was mitunter nicht schlimm, aber manchmal schade ist. Zum Beispiel, wenn interessante Leute etwas sagen – mit Jürgen Bähringer, Hans Meyer, Gerd Schädlich, Frank Sorge, Antonio Ananiev, Peer Kluge und anderen waren über den Abend verteilt interessante Leute der mittelalten und jüngeren Chemnitzer Fußballgeschichte am Start, am Mikro und voll des Lobes für den neuen Sportplatz. Irgendwann sang MIKE KILIAN live und aus sicherer Distanz seine unvermeidlichen Gedanken zu UNSEREM Verein, eine Mädchentruppe kloppte auf die Tonne und dann wurde auch FUSSBALL gespielt, und das gar nicht schlecht.

Denn unsere HIMMELBLAUEN machten vieles richtig, hinten dicht und setzten den durchaus anspruchsvollen Ballsport betreibenden Gladbachern Leidenschaft, gute Verteidigung und Glück entgegen. Nachdem Sven Köhler zur Halbzeitpause ordentlich durchwechselte, hatten Frahn (51.) und Hansch (53.) sogar ausgezeichnete Möglichkeiten, ein Tor und Euphorie zu erzeugen. Lustig wurde es, als Mitte der zweiten Halbzeit bei den Gästen ein ansonsten eher selten vorkommender Zehnerwechsel stattfand und es ab der 72. Minute die Fans blockübergreifend im 30-Sekunden-Takt nicht mehr auf den Sitzen hielt, weil eine LAOLA-WELLE die nächste jagte. So hatten sich die beiden Mannschaften 89 Minuten lang überwiegend neutralisiert und man war in guter Stimmung geneigt, dies friedlich anzuerkennen (Warum braucht ein FREUNDSCHAFTSSPIEL auch einen Sieger?), als mit der Schlussminute durch den Gladbacher Raffael ein sehenswerter, aber von den meisten Fans nur ungern gesehener Treffer den Schlusspunkt markierte. TROTZDEM: Es fand ein gutes Spiel gegen einen guten Gegner statt, das Mut macht für den Saisonverlauf. Dabei war die Stimmung für einen solch zahnlosen Vergleich erstaunlich gut, es gab gar eine südkurvenumfassende Choreo am Anfang und immer wieder guten Gesang. Was allerdings die kritischen Gedanken gegen DyDyDyDynamo mit dem Spiel zu tun hatten bleibt ebenso wie die Frage, wer die ganzen Jahre Sieger war, ein Geheimnis mancher Akteure.

Hinterher vernebelte Kunstnebel Rasen und Sinne und weil Lasertechnik kein Verbrechen ist, wurde synthetischen Emotionen freien Lauf gelassen, mit Diskomugge untermalt und die Leute klatschten mit auf Eins und Drei, wie man’s eben kennt von Stadtfesten, Poolparties und aus den 90ern. Dennoch, Respekt für und Dank an die Organisatoren dieses Eröffnungsereignisses.

Und doch bleiben am Ende zwei Fragen:
Die erste: Wann wird unser CHEMNITZER FC in seinem neuen Stadion sein erstes Tor schießen?
Die zweite: Wie es dem CLUB gelingt, eine authentische Fan- und Begeisterungskultur fernab von konsumierendem Mitklatschen zu fördern. Denn da gibt es im fertigen Stadion noch jede Menge BAUSTELLEN: Bei der Liedauswahl im Vorfeld, bei der Dramaturgie der letzten Minuten vorm Spiel inklusive Einlauf, bei der zielführenden Nutzung der aus SÜD-Perspektive leider an unglücklicher Stelle angebrachten Bildwand und ja, auch bei der Vereinshymne. Vielleicht kann man in diesen Feldern stärker den Kontakt mit den aktiven Leuten suchen – die haben Ideen, Potentiale und Identifikation.

So liegt die Wahrheit nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz oder – wie in unserem Fall - der FischerWIESE (Hans Meyer). Dort wird sie in den nächsten Wochen zu finden sein.

Wertung: 2,0... nettes Eröffnungsspielchen

Beste Himmelblaue: Conrad, Hansch

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