Saison 2016/2017
CFC / 3. Liga



 
Chemnitzer FC
Chemnitzer FC4:1FSV Mainz 05 II
FSV Mainz 05 II
11. Spieltag - 3. Liga - Saison 2016/2017
Sonntag, 16. Oktober 2016, 14:00 Uhr
Fischerwiese, Chemnitz
Zuschauer: 6.045
Schiedsrichter: Müller (Löchgau)
Chemnitzer FCTorfolgeFSV Mainz 05 II
T Kunz
A Stenzel
A DemGelbe Karte
A Conrad
A Bittroff
M Danneberg (75. Reinhardt)
M Jopek
M Mast (86. Hansch)
M Türpitz (57. Frahn)
M Grote
S Fink

Trainer: Köhler
1:0 Mast (17.)
2:0 Fink (36./Foulelfer)
3:0 Danneberg (38.)
3:1 Bouziane (71.)
4:1 Reinhardt (85.)

T Müller
A Moos
A RossmannGelbe Karte
A Häusl
A Neubauer (59. Trümner)
M CostlyGelbe Karte
M Steinmann
M Mörschel (79. Pflücke)
M D. Parker (72. Kern)
S Bouziane
S Seydel

Trainer: Schwarz
Spielbericht

Tore aus heiterem Himmel

Von Erik Büttner

Der Chemnitzer FC verschafft sich mit einem deutlichen 4:1 gegen den FSV Mainz 05 II Luft in der Tabelle. Bereits zur Pause steht es 3:0, doch das Ergebnis täuscht über den eigentlichen Spielverlauf hinweg.

Souveräner Elfer von Fink zum 2:0 Verletzungsbedingt muss CFC-Trainer Sven Köhler umstellen. Endres und Frahn stehen nicht zu Verfügung. So spielt Jamil Dem in der Innenverteidigung, Björn Jopek im defensiven Mittelfeld und Phillip Türpitz wird dem Fußballgott zur Seite gestellt.

Das Spiel beginnt also mit elf Himmelblauen, von denen sich aber maximal die Hälfte auch geistig auf dem Platz befindet. So dürfen die bis dahin auswärts völlig erfolglosen Mainzer schalten und walten wie sie wollen. Folgerichtig brennt es lichterloh, als ein erster Ball von Rossmann knapp über die Latte (3./Ecke) geht und ein nächster nach Freistoß von Bouziane vom langen Aaron Seydel (11.) an die Querlatte geköpft wird. Spätestens jetzt ziehen Sorgenfalten auf die Stirn der 6.045 nein, 6.041 (vier Mann stehen im Gästeblock) CFC-Fans. Auch das Tor von Türpitz, das völlig zu Recht wegen Abseits aberkannt wird, sorgt nicht für Besserung der Stimmung.
Das ändert sich aber schlagartig in Minute 17: Fink steckt einen Ball herrlich durch die Mainzer Abwehrkette auf Mast, der überlupft den Torwart und schon steht es 1:0 und das Spiel ist auf den Kopf gestellt. Doch die Führung bringt keine Änderung im Spiel. Mainz zeigt sich spielerisch weiterhin deutlich besser; beim CFC bleibt vieles Stückwerk. Bittroff stürmt über linksDie himmelblaue Defensive wackelt in so mancher Szene, doch Mainz verpasst es, das zu bestrafen. So vergibt erneut Aaron Seydel eine gute Möglichkeit, als er einen von der CFC-Abwehr vertendelten Ball nur in die Beine von Kunz schiebt. (33.) Aber auch stark von Kunz! Zwei Minuten später dann die vielleicht spielentscheidende Situation: Ecke Chemnitz, der Ball geht hin und her, ein Pfiff und Proteste der Mainzer. Schiedsrichter Pascal Müller hatte bei seiner Drittligapremiere auf Strafstoß entschieden. Doch der Grund lässt sich erst im Nachhinein aufklären. Viele dachten, es würde nach vermeintlichen Handspiel von Korczowski einen unberechtigten Handelfmeter geben. Doch dazu passt die vom Schiedsrichter verteilte gelbe Karte nicht. Die bekam nämlich Costly und der hatte Türpitz zentral vorm Tor weg gesenst. Dem Fußballgott ist das alles egal. Er tritt zum berechtigten Strafstoß an, trifft rechts unten, der 05-er Torwart liegt links; es steht 2:0 (36.). Nur wenige Sekunden später jubelt erneut die Meute. Danneberg ist zur Stelle und vollendendet einen schönen Spielzug zum 3:0 (37.). Grote, der mit seinen Offensivaktionen nicht immer glücklich agierte, hatte mustergültig auf Türpitz geflankt, der in die Mitte abgelegt, wo Danneberg angerauscht kam und aus wenigen Metern einschob. So steht es zur Pause 3:0 und keiner weiß so richtig, warum.

Befreiungsschlag für den eingewechselten Reinhardt - er trifft zum 4:1Doch nach der Pause verdient sich der CFC dann die Führung. Mit deutlich mehr Druck wird Mainz nun der Zahn weitgehend gezogen. Fink trifft nach Ecke per Abstauber auch zum 4:0 (53.). Doch der Abseitswimpel des Assistenten steht oben - eine Fehlentscheidung. So spielt Chemnitz mit Überlegenheit die Partie herunter, ohne dass groß etwas passiert. Und es ist schon ein wenig Ironie, dass ausgerechnet jetzt, wo Chemnitz alles im Griff hat, Mainz zum 1:3 trifft (71.) die Tore fallen heute gegensätzlich zum Spielgeschehen. Bouziane hatte aus 25 Metern abgezogen und den Ball an den Innenpfosten gedonnert. Ein Tor aus dem Nichts, aber durchaus sehenswert.
Den nun wieder etwas aufkommenden Mainzer Mut können die Himmelblauen recht schnell wieder ersticken. Doch selbst ist man auch zu ungenau im Angriff. Deshalb versanden etliche vielversprechende Angriffe. Doch das vierte Tor fällt trotzdem noch. Nachdem der eingewechselte Julius Reinhardt bereits zwei Großchancen versemmelt hatte, trifft er nun in Minute 85 nach Vorlage des eingewechselten Frahn zum 4:1 (85.). Das fünfte Tor wie im April dieses Jahres - will aber nicht mehr fallen, während sich die Südkurve schon für die kommende Partie in Magdeburg warm singt.

Apropos Magdeburg: Auch wenn das Ergebnis heute deutlich ausgefallen ist, wenn der CFC nächste Woche an der Elbe etwas reißen will, muss er sich deutlich straffen. Trotz der drei Tore war das, was grade in Halbzeit eins angeboten wurde, einfach zu wenig, um gegen bessere Mannschaften als den Tabellenletzten zu bestehen.

Wertung: 3,5 (Schöne Tore aber auch viel Leerlauf)

Beste Himmelblaue: Fink, Kunz

Trainerstimmen

Sandro Schwarz (Mainz II) bei mdr.de:
"Wir waren von Beginn an gut im Spiel und hätten nach zwei gut ausgespielten Standards in Führung gehen können. Aus dem Nichts bekommen wir dann das 0:1. Wir haben danach gut reagiert und hatten durch Seydel wieder eine gute Chance zum Ausgleich. Dann gab es den Elfmeter zum 2:0, der aus meiner Sicht keiner war. Aber aktuell passt das zu unserer Situation. Danach gab es den Doppelschlag. Wir hätten 2:0 führen können, gehen aber mit 0:3 in die Kabine. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, das Spiel offen zu halten, um wenigstens die zweite Hälfte zu gewinnen. Heute war das Momentum nicht auf unserer Seite."

Sven Köhler (CFC) bei mdr.de:
"Wir haben zwei Mannschaften gesehen, die versucht haben, nach vorne zu spielen. Bei den Mainzer Großchancen hatten wir das Glück auf unserer Seite. Nach dem schön herausgespielten 1:0 war es ein ausgeglichenes Spiel und nach dem Doppelschlag haben wir uns ein gewisses Maß an Sicherheit geholt. In der zweiten Halbzeit haben wir gut nach vorne verteidigt. Nach dem 1:3 kam unsere Mannschaft nur kurz ins Grübeln. Dann haben wir das 4:1 im richtigen Moment markiert. Es war ein typisches Drittligaspiel, was auch in eine andere Richtung hätte laufen können. Aber wir sind heute gern der glückliche Sieger."

<< Achtelfinale Sachsenpokal 12. Spieltag >>